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Nachrichten

Montag, 19. Oktober 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

REYKJAVIK: Islands Regierung hat sich mit Großbritannien und den Niederlanden auf die Rückzahlung milliardenhoher Bankschulden geeinigt. Wie Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardottir in Reykjavik bekanntgab, liegt die Vereinbarung den beteiligten Finanzministern zur Unterzeichnung vor. Danach muss die Regierung in Reykjavik bis zum Jahre 2024 insgesamt 3,8 Milliarden Euro an die britische und niederländische Staatskasse überweisen, mehr als zwei Drittel des eigenen Haushaltes. Mit diesem Betrag hatten Großbritannien und die Niederlande ihre Landsleute und Kunden der 2008 zusammengebrochenen isländischen Internetbank "Icesave" entschädigt.

LUXEMBURG: Europas Milchbauern können auf weitere finanzielle Hilfe hoffen. Die Agrarkommissarin der Europäischen Union, Mariann Fischer Boel, hat nach monatelangem Widerstand am Rande von Beratungen in Luxemburg einen neuen EU-Milchfonds mit 280 Millionen Euro vorgeschlagen. Deutschland und 20 weitere Mitgliedsstaaten hatten jüngst Soforthilfen von 300 Millionen Euro für das nächste Jahr gefordert. Am Rande der Agrarminister-Konferenz wollen erneut mehrere tausend Bauern mit ihren Traktoren demonstrieren. Durch die derzeit niedrigen Preise für Milch sehen viele ihre Existenz bedroht.

BERLIN: Im Steuerstreit zwischen Union und FDP hat der stellvertretende CDU-Vorsitzende und niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff die FDP aufgefordert, von ihren Forderungen nach einer großen Steuerentlastung abzurücken. Man müsse vom Wünschbaren zum Machbaren kommen, sagte Wulff der "Bild"-Zeitung. Dagegen warnte der stellvertretende FDP-Vorsitzende Andreas Pinkwart die Union vor einem unüberlegten Sparkurs. Notwendig seien schnelle Steuerentlastungen und eine Steuerstrukturreform, sagte Pinkwart. Die Union hält Steuerentlastungen von 20 Milliarden Euro für machbar. Die FDP war mit Forderungen nach Entlastungen in Höhe von 35 Milliarden Euro angetreten

BERLIN: Eine Woche vor dem Beginn der bundesweiten Impfaktion gegen die so genannte Schweinegrippe hat die Beschaffung unterschiedlicher Präparate für Politiker, Beamte, Soldaten und die übrige Bevölkerung einen heftigen Streit ausgelöst. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte in einem Zeitungsinterview, es entstehe der Eindruck einer "Zweiklassenmedizin" bei der Impfung. Das Bundesinnenministerium, das Impfstoffe für Beamte bestellt hatte, wies diesen Vorwurf zurück. Beamte, Soldaten und Politiker sollen Impfungen ohne einen bestimmten Zusatzstoff erhalten, dessen mögliche Nebenwirkungen noch nicht völlig klar sind. Für den Großteil der Bevölkerung wurde ein Impfstoff mit Zusatzverstärker bestellt.

ATHEN: Die neue griechische Linksregierung hat die erste Vertrauensabstimmung im Parlament gewonnen und kann nun ihre Arbeit aufnehmen. 160 Abgeordnete stimmten für die Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou. Die 140 Abgeordneten der vier Oppositionsparteien stimmten geschlossen gegen das Kabinett der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (PASOK). Damit endet die fünfeinhalbjährige Regierungszeit der konservativen Partei "Neue Demokratie" von Ministerpräsident Kostas Karamanlis. In der dreitägigen Debatte nannte Papandreou die Wirtschaftslage "explosiv". Finanzminister Giorgos Papaconstantinou sagte, das Haushaltsdefizit werde 2009 mindestens zwölf Prozent des Sozialprodukts erreichen - vier Mal so viel wie der EU-Stabilitätspakt zulässt.

SKOPJE: Nach der Beilegung ihres Grenzstreits haben die frühere jugoslawische Teilrepublik Mazedonien und die ehemalige serbische Provinz Kosovo diplomatische Beziehungen aufgenommen. Der mazedonische Außenminister Antonio Milososki und sein kosovarische Kollege Skender Hiseni hätten eine entsprechende Vereinbarung unterschrieben, teilten beide Regierungen am Sonntag mit. Am Samstag hatten die Parlamente beider Länder einen Staatsvertrag ratifiziert, der erstmals die Grenzziehung festschreibt. Beide Länder hatten sich zuletzt um eine Landfläche von etwa 20.000 Hektar gestritten. Serbien reagierte empört auf die Meldung über die diplomatische Annäherung zwischen Mazedonien und dem Kosovo, das sich vor 20 Monaten endgültig von Serbien getrennt hatte.

ISLAMABAD: Pakistan hat Vorwürfe der Führung in Teheran zurückgewiesen, in den jüngsten blutigen Selbstmordanschlag mit mehr als 40 Toten im Südosten des Iran verwickelt zu sein. Man verurteile das Attentat auf die so genannten Revolutionsgarden des Nachbarlandes, verlautete offiziell aus Islamabad. Das iranische Außenministerium hatte nach der Bluttat pakistanische Diplomaten ins Außenministerium bestellt. Präsident Mahmud Ahmadinedschad behauptete, Sicherheitsbeamte in Pakistan hätten mit den sunnitischen Drahtziehern des Attentats in der stadt Pischin zusammengearbeitet. Diese Vorwürfe waren in der Vergangenheit bereits mehrfach auch nach Terroranschlägen in Indien und Afghanistan laut geworden.

ISLAMABAD: In der pakistanischen Region Süd-Wasiristan leisten moslemische Extremisten nach allem Anschein größeren Widerstand als erwartet gegen die Offensive der Regierungstruppen. Bewohner und Flüchtlinge berichten von anhaltend heftigen Kämpfen. Seit Beginn des Angriffs wurden nach Militärangaben mindestens 60 Aufständische und sechs Soldaten getötet. Die Zahl der radikal-islamischen Taliban-Kämpfer wird in der Unruheprovinz auf rund 10.000 geschätzt. Hinzu kämen etwa 1.500 Extremisten aus dem Ausland, heißt es. Pakistans Streitkräfte sind mit 30.000 Mann von mehreren Seiten aus in das Gebiet vorgestoßen.

TEGUCIGALPA: Eine Delegation der Organisation Amerikanischer Staaten -OAS- ist in Honduras eingetroffen, um mögliche Menschenrechtsverletzungen seit dem Putsch von Ende Juni aufzudecken. Die dreiköpfige Abordnung werde in den kommenden zwei Wochen mit Vertretern von Übergangspräsident Roberto Micheletti und Anhängern des gestürzten Staatschefs Manuel Zelaya zusammentreffen, heißt es aus Tegucigalpa. Die Putschregierung hatte kürzlich die Bürgerrechte außer Kraft gesetzt, um weitere Straßenproteste von Anhängern Zelayas zu unterbinden. Dieser sitzt seit seiner heimlichen Rückkehr in der brasilianischen Botschaft fest.

BANGKOK: Durch eine Bombenexplosion sind auf einem belebten Markt im Süden Thailands mindestens 28 Menschen verletzt worden, einige von ihnen schwer. Der ferngezündete Sprengsatz war nach Angaben der Polizei in Yala an einem Motorrad versteckt und explodierte, als viele Menschen für Lebensmittel anstanden. Die Täter sind unbekannt. Der vorwiegend moslemische Süden Thailands strebt nach Unabhängigkeit. In den vergangenen fünf Jahren sind durch Anschläge bereits tausende Menschen getötet worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Norden hin teils stark bewölkt oder trübe. Im Süden und Südwesten freundlicher. Höchsttemperaturen vier bis zwölf Grad.

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