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Nachrichten

Montag, 19. Mai 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul -SPD- ist mit dem Dalai Lama zusammengekommen. Das Gespräch im Berliner Hotel Adlon ist der einzige Termin eines Vertreters der Bundesregierung mit dem religiösen Oberhaupt der Tibeter während seines Besuchs in Deutschland. Ein Ministeriumssprecher wies unterdessen die Darstellung des stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Fraktion, Walter Kolbow, zurück, dass es sich bei dem Gespräch um ein privates Treffen handele. Zuvor hatte es aus der SPD Kritik gegeben, weil weder Außenminister Frank-Walter Steinmeier noch SPD-Chef Kurt Beck vorab über das Treffen informiert worden waren. Die Sozialdemokraten wollen nach eigenen Angaben den Dialog zwischen China und Tibet nicht gefährden.

PEKING: Eine Woche nach dem Erdbeben mit zehntausenden Todesopfern hat in China eine dreitägige Staatstrauer begonnen. Flaggen wurden auf Halbmast gesetzt, Veranstaltungen abgesagt und auch der Fackellauf für die Olympischen Spiele vorerst unterbrochen. Die 1,3 Milliarden Bewohner waren zum genauen Zeitpunkt des Bebens zu einer Schweigeminute aufgefordert. Währenddessen ertönten die Sirenen und Hupen von Autos, Zügen und Schiffen. Die dreitägige Trauer wurde erstmals nach einer Naturkatastrophe angeordnet. Bislang gab es dies nur beim Tod wichtiger Persönlichkeiten. Inzwischen geben die Behörden der Erdbeben-Provinz Sichuan die Zahl der Todesopfer und Vermissten der Katastrophe mit mindestens 71.000 an. Dutzende von Nachbeben lassen die Überlebenden in der Region weiterhin nicht zur Ruhe kommen. Nach jüngsten Berichten wurden zuletzt durch Schlammlawinen auch 200 Rettungshelfer verschüttet.

RANGUN: Ungeachtet internationaler Appelle ist Birmas Militärregierung weiterhin nicht bereit, mehr ausländische Katastrophenhelfer zur Versorgung der Wirbelsturm-Opfer ins Land zu lassen. Man habe die Lage im Griff, erklärten die Militärs. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kündigte an, er werde in Kürze persönlich nach Birma reisen, um sich über die Lage in den vom Zyklon 'Nargis' verwüsteten Gebieten zu informieren. Ob er den birmanischen Militärmachthaber Than Shwe treffen wird, ist noch unklar. Bisher hat sich der 75-jährige General sogar geweigert, mit Ban zu telefonieren. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind bis zu zweieinhalb Millionen Menschen in Birma dringend auf Hilfe angewiesen. Weit mehr als 100.000 Menschen dürften durch den Wirbelsturm ums Leben gekommen sein.

JOHANNESBURG: In Südafrikas Metropole dauern die seit Tagen brutalen Gewalttaten gegen Zuwanderer aus Nachbarländern an. Nach jüngsten Rundfunkberichten sind bei den Übergriffen mindestens zwei weitere Menschen getötet worden. Mehrere Dutzend Wohnungen seien in Flammen aufgegangen, heißt es. Am Wochenende waren bereits 14 Todesopfer gezählt worden. Seit dem Ausbruch der Gewalt vor rund einer Woche wurden zudem hunderte Menschen verletzt und tausende vertrieben. Die Hilfsorganisation 'Ärzte ohne Grenzen' warnte vor einer humanitären Katastrophe in Johannesburg. Den Zuwanderern wird vorgeworfen, kriminell zu sein und Südafrikanern Arbeitsplätze wegzunehmen. Der Fremdenhass hat inzwischen scharfe Verurteilungen fast aller politischen und gesellschaftlichen Lager in Südafrika ausgelöst.

BONN: Die bedeutendste Naturschutzkonferenz des Jahres hat in Bonn begonnen. Rund 5.000 Teilnehmer aus aller Welt wollen unter dem Dach der Vereinten Nationen in den nächsten zwei Wochen über den Erhalt der biologischen Vielfalt auf der Erde verhandeln. So wird darüber diskutiert, wie die Zerstörung von Wäldern und Meeren durch Schutzgebiete und andere Maßnahmen aufgehalten werden kann und wie das finanziert werden soll. Außerdem soll über Regelungen für den Zugang zur genetischen Vielfalt von Tieren und Pflanzen und über die gerechte Verteilung des Gewinns aus dem Nutzen dieser natürlichen Ressourcen verhandelt werden. Damit soll eine 'Bio-Piraterie' zum Nachteil armer Länder verhindert werden. Auch der umstrittene Bio-Sprit und seine Folgen für Ökologie und Ernährungssicherheit stehen auf der Tagesordnung.

BERLIN: In Deutschland geht die Schere zwischen Arm und Reich zunehmend auseinander. Das dokumentiert der neue Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, den Bundesarbeitsminister Olaf Scholz an diesem Montag offiziell vorstellt. Demnach ist jeder vierte Bundesbürger von Armut betroffen oder muss durch staatliche Leistungen vor ihr bewahrt werden. Konkret gelten 13 Prozent der Menschen in der Bundesrepublik als arm, weitere 13 Prozent der Bevölkerung werden durch Sozialtransfers vor dem Abrutschen in Armut bewahrt. Der Bundesarbeitsminister betonte ausdrücklich, dass die Einkommen der Armen gesunken, die der Reichen dagegen gestiegen seien. - Als arm gilt laut EU-Definition, wer als Alleinlebender über weniger als 781 Euro monatlich verfügt, Reich ist, wer mehr als 3.418 Euro zur Verfügung hat.

WIESBADEN: Immer mehr Bundesbürger verlassen Deutschland. Allein 2007 nahm die Zahl der Fortzüge gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent auf 165.000 Personen zu. Dies teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Hauptzielländer waren die Schweiz , die USA sowie Polen und Österreich. Erstmals seit 2001 stieg aber auch wieder die Zahl der Zuzüge von Ausländern. Mit 572.000 Personen zogen zwei Prozent mehr nach Deutschland als noch 2006.

ZUM SPORT: Nach Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln hat auch die TSG 1899 Hoffenheim den Aufstieg in die erste Fußball-Bundesliga geschafft. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick machte am letzten Zweitliga-Spieltag mit einem 5:0 gegen Fürth den Durchmarsch von der Regionalliga bis in die Eliteklasse perfekt. Finanziert wird der Verein vom Milliardär Dietmar Hopp, einem der reichsten Deutschen. Das baden-württembergische Dorf Hoffenheim hat lediglich 3.300 Einwohner. - Neuer Eishockey-Weltmeister wurde Russland. Im Finale gegen Gastgeber Kanada konnten sich die Russen mit 5:4 nach Verlängerung durchsetzen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt und meist trocken. Südlich des Main gebietsweise etwas Regen. Höchstttemperaturen zwischen 12 und 21 Grad Celsius.

Am Morgen meldeten bei mehr oder weniger stark bewölktem Himmel:


Hamburg: 10°;

Berlin: 9°;

Dresden und Köln/Bonn: 8° sowie

Frankfurt am Main und München: 11°.





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