1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 19. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

LONDON: Mit einem zweiten Rettungsplan für die Bankenbranchen will die britische Regierung das Kreditgeschäft für Firmen und Verbraucher wieder ankurbeln. Dafür werde ein staatliches Versicherungssystem im Umfang von mehreren Milliarden Pfund eingerichtet, teilte Finanzminister Alistair Darling mit. Es solle die Finanzinstitute -gegen Gebühr- auch vor den Risiken ihrer faulen Kredite schützen. Diese belaufen sich schätzungsweise auf umgerechnet 220 Milliarden Euro und gelten als Grund dafür, dass die Londoner Bankhäuser nur zögerlich Darlehen vergeben. Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise hatte die britische Regierung im Oktober beschlossen, die Finanzinstitute mit Garantien für die Kreditvergabe untereinander zu unterstützen.

HONGKONG: Russland hält in diesem Jahr angesichts sinkender Ölpreise und der Auswirkungen der Weltfinanzkrise ein Nullwachstum seiner Wirtschaft für denkbar. Die Regierung erwarte, dass das Bruttoinlandsprodukt nur zwischen null und zwei Prozent zulegen werde, sagte Finanzminister Alexej Kudrin bei einer Tagung in Hongkong. Bei der Inflation rechne er mit einer Rate von 13 Prozent. Im November hatte die Regierung noch acht Prozent vorausgesagt. Die russischen Banken werden nach Kudrins Worten voraussichtlich weitere Liquiditätshilfen erhalten.

BERLIN: Nach der Wahlentscheidung in Hessen für eine schwarz-gelbe Koalition warnen Politiker der Union die Liberalen vor überzogenen Forderungen im Bund. Vizefraktionschef Wolfgang Bosbach und Saar-Ministerpräsident Peter Müller mahnten in Interviews, eine Blockade des zweiten Konjunkturpakets der Bundesregierung im Bundesrat könne die Koalitionen mit der FDP auf Landesebene gefährden. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte, man wolle das Paket nachbessern, mit stärkeren Steuerentlastungen und einem Verzicht auf die Pkw-Abwrackprämie. Die FDP hatte sich in Hessen deutlich auf 16,2 Prozent steigern können, die CDU nur leicht auf 37,2 Prozent zugelegt. Die Sozialdemokraten waren nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf 23,7 Prozent abgestürzt. Die Grünen verbesserten sich auf 13,7 Prozent, die Linkspartei zog mit 5,4 Prozent wieder in den Landtag ein. --- Die SPD-Landes- und Fraktionschefin Andrea Ypsilanti, die gescheitert war mit ihrem Versuch, eine Minderheitsregierung unter Duldung der Linken zu bilden, trat am Wahlabend zurück.

GAZA-STADT: Nach der Verkündung einer Feuerpause hat Israel damit begonnen, die ersten Truppen aus dem Gaza-Streifen zurückzuziehen. Unter anderem wurde eine Stellung bei Nezarim geräumt, so dass erstmals seit dem Beginn des Krieges vor drei Wochen wieder eine Verbindung zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil des palästinensischen Autonomiegebiets bestand. Sobald sich die Waffenruhe stabilisiere und die Sicherheit der Bürger im Süden Israels gewährleistet sei, werde der Abzug des Militärs so schnell wie möglich vollzogen, sagte Ministerpräsident Ehud Olmert bei einem Treffen mit europäischen Staats- und Regierungschefs. Nachdem sich auch die radikal-islamische Hamas am Sonntag zu einer einwöchigen Waffenruhe bereit erklärt hatte, wurden keine Raketen mehr vom Gazastreifen aus auf den Süden Israels abgefeuert. Auch in der Nacht habe es keine militärischen Aktivitäten gegeben, bestätigte ein israelischer Militärsprecher am Montagmorgen.

TEL AVIV: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die internationale Gemeinschaft nach der Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas zu weiteren Anstrengungen aufgerufen. Jetzt gehe es darum, den Waffenstillstand dauerhaft zu machen, sagte Merkel nach dem Nahost-Gipfel bei einem Besuch in Israel. Deutschland sei bereit, dies zu unterstützen, etwa durch humanitäre Hilfe oder bei der Kontrolle der Grenzen gegen Waffenschmuggel.

BRÜSSEL: Die Europäische Union hat betont zurückhaltend auf die von Russland und der Ukraine verkündete Einigung im Streit um Gaslieferungen reagiert. Es bleibe abzuwarten, ob von Montag an tatsächlich Gas an europäische Kunden geliefert werde, erklärte die tschechische EU-Ratspräsidentschaft. - Das vom russischen Regierungschef Wladimir Putin und seiner ukrainischen Kollegin Julia Timoschenko ausgehandelte Abkommen sieht vor, dass die Ukraine von 2010 an für Gaslieferungen aus Russland Preise auf EU-Niveau zu zahlen hat. Für dieses Jahr erhält die Ukraine einen Rabatt von 20 Prozent. Im Zuge des Streits war der Gastransit über die Ukraine nach Europa zum Erliegen gekommen.

WASHINGTON: In der US-Bundeshauptstadt haben hunderttausende Menschen bei einem Pop-Konzert die bevorstehende Amtseinführung von Präsident Barack Obama gefeiert. Vor dem Lincoln Memorial im Herzen Washingtons traten unter anderem der Rockmusiker Bruce Springsteen und Soulsängerin Beyonce sowie zahlreiche Hollywood-Stars auf. - In einer Rede stimmte Obama seine Landsleute angesichts der Wirtschaftskrise auf große Herausforderungen ein. Er sei jedoch zuversichtlich, dass die USA die Probleme meistern würden, sagte Obama, der am Dienstag als 44. US-Präsident vereidigt wird.

SAN SALVADOR: Bei der Parlamentswahl in El Salvador ist die linke FMLN laut ersten Ergebnissen in Führung gegangen. Die ehemalige Guerillabewegung liegt nach Auszählung von fast einem Drittel der Stimmen knapp vor der seit 20 Jahren regierenden Nationalistischen Republikanischen Allianz (ARENA) von Staatschef Elías Antonio Saca. Die FMLN beanspruchte den Sieg bereits für sich und erklärte, sie sei in der neuen Nationalversammlung die "führende Kraft". Die Abstimmung vom Sonntag war ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Nach Angaben der EU-Wahlbeobachtermission beteiligte sich rund die Hälfte der 4,2 Millionen Berechtigten.

BANGKOK: Wegen Majestätsbeleidigung ist ein Australier in Thailand zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Schriftsteller Harry Nicolaides hatte 2005 ein Buch über die Monarchie des asiatischen Landes veröffentlicht. Nach Ansicht des Gerichts hatte er der Familie von König Bhumibol Adulyadej darin Amtsmissbrauch unterstellt. Der 41-Jährige, der als Englischlehrer in Thailand tätig war, befand sich seit August in Untersuchungshaft in Bangkok. -- Im Zuge der innenpolitischen Krise in Thailand haben die Behörden ihr Vorgehen gegen Kritiker der Monarchie in den vergangenen Monaten verstärkt. Allein 4.000 Internetseiten wurden gesperrt. Mehr als ein Dutzend Verfahren seien anhängig, so die Polizei.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND:

Überwiegend stark bewölkt. Von Westen kräftiger Regen. Maximal zwei bis neun Grad. --- Nur im Osten anfangs auch Aufheiterungen.

Audio und Video zum Thema