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Nachrichten

Montag, 18. September 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag.

BERLIN: Nach den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hat sich die SPD als stärkste Kraft noch nicht festgelegt, mit welchen Koalitionspartnern sie künftig regieren will. Trotz schwerer Verluste für die Sozialdemokraten in Mecklenburg-Vorpommern ist dort eine Neuauflage des rot-roten Bündnisses mit der Linkspartei möglich. SPD-Ministerpräsident Harald Ringstorff hält sich aber auch eine Große Koalition mit der CDU offen. In Berlin kann sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit entscheiden, ob er weiter mit der Linkspartei/PDS koalieren will oder eine rot-grüne Landesregierung anstrebt. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis verbesserte sich die Berliner SPD auf 30,8 Prozent, die CDU fiel auf 21,3 Prozent zurück, die Linkspartei erreichte nur noch 13,4 Prozent. Die Grünen legten auf 13,1 Prozent zu, die FDP bekam 7,6 Prozent. - In Mecklenburg-Vorpommern liegt die SPD mit 30,2 Prozent nur noch knapp vor der CDU, die 28,8 Prozent erzielte. Die Linkspartei bekam hier 16,8 und die FDP 9,6 Prozent. Ebenfalls im neuen Schweriner Landtag vertreten ist die rechtsextreme NPD mit 7,3 Prozent. - Die Parteigremien kommen an diesem Montag in Berlin zusammen, um über den Wahlausgang zu beraten.

BERLIN: CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla hat das Abschneiden seiner Partei bei den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern als enttäuschend bezeichnet. Die Union habe ihre Wahlziele nicht erreicht, räumte Pofalla im Deutschlandfunk ein. So sei es weder gelungen, im Nordosten stärkste Kraft zu werden, noch in Berlin Rot-Rot abzulösen. SPD-Chef Kurt Beck betonte, seine Partei habe in beiden Bundesländern einen klaren Auftrag zur Regierungsbildung erhalten. Für die Union habe es keinen Kanzlerbonus gegeben, sagte Beck.

STOCKHOLM: Schweden steht nach zwölf Jahren sozialdemokratischer Regierung vor einem Machtwechsel. Die Mitte-Rechts-Allianz von Oppositionsführer Fredrik Reinfeldt setzte sich bei der Parlamentswahl nach vorläufigen Ergebnissen mit 48,1 Prozent der Stimmen durch. Das Regierungsbündnis unter Führung der Sozialdemokraten von Ministerpräsident Göran Persson kam nur auf 46,2 Prozent. Der konservative Parteichef Reinfeldt erklärte bereits, seine Moderate Sammlungspartei werde am 6. Oktober mit der Zentrumspartei, der liberalen Volkspartei und den Christdemokraten ein gemeinsames Kabinett vorstellen. Das bürgerliche Lager hatte Steuersenkungen und eine Kürzung der Arbeitslosenhilfe angekündigt, um Arbeitsplätze zu schaffen. - Regierungschef Persson räumte die Niederlage ein und kündigte seinen Rücktritt als Vorsitzender der Sozialdemokraten an.

STOCKHOLM: Der schwedische Nutzfahrzeug-Herstellter Scania hat das Übernahmeangebot seines deutschen Konkurrenten MAN abgelehnt. Die Entscheidung sei im Aufsichtsrat einstimmig gefallen, teilte Scania in Stockholm mit. MAN hatte zuvor 9,6 Milliarden Euro für den schwedischen Konzern geboten. Durch die Übernahme wäre MAN zum größten Lkw-Produzenten in Europa aufgestiegen.

BERLIN: Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt hat die große Koalition zu mehr Tempo bei geplanten Reformen gedrängt. Umfassende Reformen seien dann am ehesten durchzusetzen, wenn die Wirtschaft in einer guten Verfassung sei, sagte Hundt. Zugleich erneuerte er seine Kritik an der Gesundheitsreform. Werde nicht nachgebessert, würden die Beitragssätze weiter steigen. Handwerks-Präsident Otto Kentzler warf der Bundesregierung Konzeptlosigkeit im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit vor. Er plädierte für eine Deregulierung des Arbeits- und Tarifrechts, wozu auch der Abbau von Privilegien älterer Beschäftiger gehören müsse.

PARIS: Der französische Präsident Jacques Chirac hat dafür plädiert, im Atomstreit mit dem Iran derzeit nicht den Weltsicherheitsrat einzuschalten. Wenn man jetzt auf die Drohung mit Sanktionen verzichte, könne man bei Verhandlungen Fortschritte erreichen, sagte Chirac. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte zuvor einen neuen Vorschlag zur Lösung des Atomstreits gemacht. Eine Möglichkeit sei es, eine Uran-Anreicherungsanlage unter der Führung der Internationalen Atomenergiebehörde auf neutralem Boden aufzubauen, sagte Steinmeier. Interessenten wie der Iran könnten von dort nukleare Brennstäbe für die zivile Nutzung beziehen.

PEKING: China verstärkt sein Engagement im Nahen Osten. Bei der erweiterten UN-Friedenstruppe im Libanon werde das chinesische Kontingent auf 1.000 Soldaten aufgestockt, bestätigte Ministerpräsident Wen Jiabao nach einem Treffen mit seinem italienischen Kollegen Romano Prodi in Peking. Man sei sehr besorgt über die Lage und hoffe auf eine grundsätzliche Lösung, sagte Wen. Bislang sind mehr als 200 Chinesen bei der UNIFIL im Einsatz. Sie helfen unter anderem bei der Suche nach Minen.

MOSKAU: Die aus dem Iran stammende US-Millionärin Anousheh Ansari ist als erste Weltraumtouristin ins All gestartet. Gemeinsam mit zwei Raumfahrern flog die 40-jährige Geschäftsfrau mit einer Sojus-Kapsel vom Weltraumbahnhof im kasachischen Baikonur zur Internationalen Raumstation ISS. Der zehntätige Aufenthalt im All kostet sie umgerechnet rund 16 Millionen Euro. Es ist der vierte privat finanzierte Ausflug ins All.

ZUM SPORT: Hertha BSC hat durch einen 2:0-Sieg gegen Schalke die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga übernommen. Im zweiten Sonntagsspiel setzte sich Frankfurt gegen Leverkusen mit 3:1 durch.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nordöstlich der Elbe meist freundlich und trocken, sonst weitere teils ergiebige Regenfälle und Gewitter. Höchstwerte 17 bis 27 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 16 Grad, Nebel

Berlin und Dresden: 18 Grad, gering bewölkt

Köln/Bonn: 16 Grad, Regen

Frankfurt am Main: 18 Grad, bedeckt

München: 16 Grad, bedeckt

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