1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 18. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PORT-AU-PRINCE: Fünf Tage nach der Erdbebenkatastrophe hat die Regierung Haitis den Notstand ausgerufen. Die Maßnahme solle bis Ende des Monats in Kraft bleiben, sagte ein Regierungssprecher. Zugleich ersuchte die Regierung Haitis ausdrücklich die USA, für die Sicherheit in dem Karibikstaat zu sorgen. Derweil kommt die Versorgung der Bevölkerung allmählich voran. So sollen in den nächsten Tagen 280 Notfallzentren eingerichtet werden. Das deutsche Rote Kreuz will ab Mitte der Woche sein großes mobiles Hospital in das Katastrophengebiet entsenden. Es kann bis zu 700 Patienten ambulant versorgen. Nach offiziellen Angaben wurden bisher 70.000 Leichen geborgen und in Massengräbern beigesetzt. Experten gehen von bis zu 200.000 Opfern aus. Unterdessen gehen die Sicherheitskräfte verstärkt gegen Plünderer vor.

KABUL: Aufständische haben mehrere Ziele im Zentrum der afghanischen Hauptstadt angegriffen und lieferten sich im Regierungsviertel Schießereien mit den Sicherheitskräften. Die Extremisten seien in einige Gebäude eingedrungen, darunter ein Einkaufszentrum, berichten Augenzeugen. Ein Selbstmordattentäter habe sich in der Nähe des Präsidentenpalastes in die Luft gesprengt. Ein Sprecher der radikal-islamischen Taliban sagte, etwa 20 Kämpfer seien nach Kabul eingedrungen, um Regierungsgebäude anzugreifen.

SANTIAGO DE CHILE: Chile steht vor einem historischen Richtungswechsel. Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt siegte der rechtsgerichtete Milliardär Sebastián Piñera vor dem Kandidaten des regierenden Mitte-Links-Bündnisses, Eduardo Frei. Nach Auszählung fast aller Stimmen kam Piñera auf knapp 52 Prozent, Frei erreichte 48 Prozent. Damit kommt die politische Rechte erstmals seit dem Ende der Pinochet-Diktatur vor 20 Jahren wieder an die Macht. Frei gestand inzwischen seine Niederlage ein und gratulierte Piñera zu seinem Sieg. Der 60-jährige Unternehmer versprach eine Politik der nationalen Einheit.

KIEW: Bei der Präsidentenwahl in der Ukraine liegt der Oppositionskandidat Viktor Janukowitsch klar in Führung. Der vom pro-russischen Lager unterstützte Kandidat kam nach Auszählung von etwa der Hälfte der Wahlzettel auf knapp 37 Prozent der Stimmen. Die prowestliche Regierungschefin Julia Timoschenko erreichte rund 24 Prozent. Das bedeutet, dass Janukowitsch und seine Erzrivalin am 7. Februar in eine Stichwahl gehen. Der amtierende Präsident und ehemalige Hoffnungsträger der "Orangenen Revolution", Viktor Juschtschenko, erzielte etwa fünf Prozent. Die Wahlbeteiligung lag den Angaben zufolge bei 67 Prozent.

AUGSBURG: Unter großem Medieninteresse hat vor dem Augsburger Landgericht der Prozess gegen den Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber begonnen. Der 75-Jährige soll von 1988 bis 1993 unter anderem für die Vermittlung von Rüstungsgeschäften Provisionen von 65 Millionen Mark erhalten und nicht versteuert haben. Schreiber gilt wegen seiner Spenden an die CDU auch als eine der Schlüsselfiguren der Parteispendenaffäre der 90er-Jahre. Er war im vergangenen August nach zehnjährigem juristischen Tauziehen von Kanada nach Deutschland ausgeliefert worden.

BERLIN: Mit einer gemeinsamen Kabinettssitzung in der deutschen Hauptstadt wollen Deutschland und Israel an diesem Montag ein weiteres Zeichen der Versöhnung setzen. Es ist das erste Treffen dieser Art in Deutschland nach dem Auftakt der Konsultationen im März 2008 in Jerusalem. Ursprünglich sollte der Gegenbesuch bereits Ende November stattfinden. Er wurde aber wegen einer Erkrankung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu abgesagt. Auf der gemeinsamen Sitzung soll über den Nahost-Konflikt sowie über die Themen Umwelt, Forschung und erneuerbare Energien gesprochen werden. Auch über den Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und die Kooperation bei Entwicklungsprojekten in Afrika soll gesprochen werden.

ANKARA: Der Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca ist nach fast drei Jahrzehnten in Haft wieder frei. Nach Angaben seines Anwalts wurde er unmittelbar nach seiner Entlassung in ein Militärbüro gebracht, wo seine Wehrfähigkeit festgestellt werde soll. Agca hatte 1981 während einer Audienz auf dem Petersplatz in Rom Papst Johannes Paul II. durch mehrere Schüsse verletzt. Nach seiner Verurteilung saß er bis zum Jahr 2000 in einem italienischen Gefängnis. Nach seiner Begnadigung wurde er an die Türkei ausgeliefert, wo er eine Reststrafe wegen eines Mordes im Jahre 1979 verbüßte. Agca hat angekündigt, sich nach seiner Haftentlassung zum Motiv des Papst-Attentates zu äußern.

NAIROBI: Somalische Piraten haben den gekaperten griechischen Supertanker "Maran Centaurus" nach einer Lösegeldzahlung freigelassen. Das teilte ein Sprecher der EU-Anti-Piraten-Mission Atalanta mit. Meldungen, wonach die Piraten 5,5 Millionen US-Dollar erhalten hätten, konnten von offizieller Seite nicht bestätigt werden. Der Tanker war Ende November 1.300 Kilometer vor der somalischen Küste gekapert worden. An Bord waren 28 Mann Besatzung und 275.000 Liter saudiarabisches Rohöl.

LOS ANGELES: Der deutschsprachige Film "Das weiße Band" von Regisseur Michael Haneke ist bei der 67. Verleihung der Golden Globes in Beverly Hills als bester ausländischer Film ausgezeichnet worden. Der Österreicher Christoph Waltz wurde als bester Nebendarsteller für seine Rolle in "Inglourious Basterds" geehrt. Zum besten Film wurde das Science Fiction Spektakel "Avatar" gekürt, für das Regisseur James Cameron auch den Regiepreis erhielt. Als beste Darsteller erhielten Sandra Bullock und Jeff Bridges einen Golden Globe. Für sein Lebenswerk wurde Martin Scorsese geehrt. Die Golden Globes gehören zu den wichtigsten Preisen in der Filmwirtschaft und gelten als Barometer für die Oscar-Verleihung.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Stark bewölkt oder neblig trüb, dabei etwas Regen oder Schnee. Am Alpenrand und im äußersten Südwesten auch längere Auflockerungen. Höchstwerte zwischen null und fünf Grad.

Audio und Video zum Thema