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Nachrichten

Montag, 18. Februar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NEW YORK/BRÜSSEL: Nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo ringt die internationale Gemeinschaft um den Umgang mit dem neuen überwiegend von Albanern bewohnten Staat. Die EU-Außenminister trafen sich in Brüssel zu Beratungen über ihr weiteres Vorgehen. Die meisten Länder der Gemeinschaft, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien, folgen der Linie der USA und unterstützen die Loslösung des Kosovo von Serbien. Andere Staaten wie Spanien, Griechenland und Zypern sehen dagegen in der Abspaltung einen gefährlichen Präzedenzfall. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte, Deutschland werde in der Kosovo-Frage noch keine Entscheidung treffen. Vorrang habe ein gemeinsames Vorgehen der EU. Zuvor war Russland im Weltsicherheitsrat mit einem Versuch gescheitert, die Unabhängigkeit des Kosovo für ungültig erklären zu lassen. Das Land forderte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf, Stellung zu beziehen. Serbien drohte nochmals, die Beziehungen zu allen Staaten einzuschränken, die die Unabhängigkeit des Kosovo anerkennen.

PRISTINA: In der Hauptstadt des Kosovo haben Zehntausende friedlich bis in die Morgenstunden die Unabhängigkeit von Serbien gefeiert. Die Regierung rief alle Staaten zur Anerkennung der Eigenständigkeit auf. Dagegen kam es in der serbischen Hauptstadt Belgrad zu Krawallen. Mehr als 60 Menschen wurden verletzt. Randalierer griffen die Botschaften der USA und Sloweniens an. Dabei gab es Sachschäden. Am Sonntag hatte das Parlament des Kosovo die Unabhängigkeit des Gebiets von Serbien verkündet. In der Unabhängigkeitserklärung wurde ausdrücklich auf das friedliche Zusammenleben der Volksgruppen verwiesen.

BERLIN: Das Ausmaß der Steueraffäre um Ex-Postchef Klaus Zumwinkel und andere Verdächtige hat eine Diskussion über den juristischen Umgang mit Steuerhinterziehern ausgelöst. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sprach sich für härtere Strafen aus. Notfalls müsse dafür die Gesetzeslage geändert werden. Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach forderte, in schweren Fällen mehr Freiheitsstrafen zu verhängen. Die Angst, hinter Gittern zu landen, sei größer als die Sorge vor Verarmung, so Bosbach. Das für die Geheimdienste zuständige Parlamentarische Kontrollgremium will sich am Freitag mit der Rolle des Bundesnachrichtendienstes in der Affäre befassen. Um an Informationen über deutsche Steuersünder zu gelangen, soll der BND einem Informanten bis zu fünf Millionen Euro gezahlt haben. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hatte dies als rechtlich in Ordnung und sachlich notwendig bezeichnet.

ISLAMABAD: Überschattet von zahlreichen Bombendrohungen wird in Pakistan ein neues Parlament gewählt. Rund 81 Millionen Berechtigte sind aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. Als Favorit gilt die Pakistanische Volkspartei der vor knapp acht Wochen ermordeten Oppositionsführerin Benazir Bhutto. Nach Umfragen muss die regierende Pakistanische Muslim-Liga, die den umstrittenen Präsidenten Pervez Musharraf unterstützt, mit schweren Stimmenverlusten rechnen. Wegen befürchteter Anschläge sind mehr als eine halbe Million Soldaten und Polizisten im Einsatz. Die Wahl war ursprünglich für Januar angesetzt, wurde aber nach der Ermordung Bhuttos verschoben.

NAIROBI: Der Aufruf von US-Präsident George W. Bush an die Konfliktparteien in Kenia, sich die Macht zu teilen, ist bei der Regierung des umstrittenen Präsidenten Mwai Kibaki auf Widerspruch gestoßen. Die Regierung lasse sich nicht von ausländischen Staaten leiten oder Bedingungen setzen, wie die politische Krise in Kenia zu lösen sei, sagte Außenminister Moses Wetangula. Inzwischen traf US-Außenministerin Condoleezza Rice in Nairobi ein, wo sie die Vermittlungsbemühungen des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan unterstützen will.

PARIS: Drei Monate nach den jüngsten Vorstadtunruhen im Großraum Paris haben etwa 1.500 Polizisten bei einer Großrazzia eine Wohnsiedlung nach Verdächtigen durchsucht. Mindestens 33 Verdächtige wurden festgenommen. Die Beamten fahndeten in Villiers-le-Bel und benachbarten Vorstädten nach Rädelsführern der Unruhen, bei denen im November auch auf Polizisten geschossen wurde. Auslöser der Gewalt war ein Verkehrsunfall, bei dem zwei Jugendliche auf einem Mini-Motorrad beim Zusammenprall mit einem Streifenwagen ums Leben kamen.

NIKOSIA: Die Republik Zypern bekommt ein neues Staatsoberhaupt. Amtsinhaber Tassos Padopoulos schied bereits in der ersten Runde der Präsidentenwahl im griechischen Teil der Mittelmeerinsel aus dem Rennen. Nach dem offiziellen Endergebnis lag er mit rund 31,8 Prozent nur knapp hinter seinen schärfsten Konkurrenten Demetris Christofias, der 33,3 Prozent erreichte, und Ioannis Kassoulides mit 33,5 Prozent. Da keiner der Bewerber mehr als die erforderliche Hälfte der Stimmen erreichte, wird eine Stichwahl am kommenden Sonntag zwischen dem Konservativen Kassoulides und dem Kommunisten Christofias über die Neubesetzung des Präsidentenamtes entscheiden.

LONDON: Die durch die Immobilienkrise in den USA ins Trudeln geratene britische Bank 'Northern Rock' wird vorübergehend verstaatlicht. Das teilte der britische Finanzminister Alistair Darling in London mit. Northern Rock ist Großbritanniens fünftgrößte Hypothekenbank. Sie war im September als erstes britisches Institut von der US-Immobilienkrise ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen worden. Die britische Zentralbank musste nach Medienberichten einen Notkredit von mehr als 14 Milliarden Euro gewähren. Besorgte Kunden stürmten nach Bekanntwerden der Probleme die Schalter und hoben ihr Erspartes ab.

WELLINGTON: Delegierte aus mehr als 120 Staaten sind in Neuseeland zusammengekommen, um ein internationales Verbot von Streubomben vorzubereiten. An der Konferenz in der Hauptstadt Wellington sind 41 der 76 Staaten beteiligt, deren Streitkräfte Streumunition lagern. Wichtige Produzenten dieser Waffen wie die USA, Russland, China und Pakistan haben nur Beobachter geschickt. Das Treffen in Wellington verfolgt das Ziel, die zu verbietende Munition präzise zu definieren. Die Abschlussverhandlungen sollen dann im Mai in Irland stattfinden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordosten bewölkt mit etwas Regen oder Sprühregen. Nach Süden und Westen hin abgesehen von einigen Nebelfeldern sonnig. Höchstwerte zwei bis neun Grad Celsius.

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