1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 18. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ISLAMABAD: Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf wird nun doch von seinem Amt zurücktreten. Das kündigte Musharraf in einer vom Fernsehen übertragenen Rede an die Nation an. Mit dem Schritt kommt der 65-Jährige einem Amtsenthebungsverfahren des Parlaments zuvor, das die jetzige Koalitionsregierung und frühere Opposition aus Pakistanischer Volkspartei und Muslim-Liga seit zwei Wochen vorbereitet. Der enge Verbündete der USA im Anti-Terror-Kampf hatte zuvor von falschen Anschuldigungen gesprochen und seine Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre ausführlich gerechtfertigt. Musharraf kam 1999 durch einen Putsch an die Macht. Im November rief er einen sechswöchigen Notstand aus, den er offiziell mit der Gewalt im Land begründete. Inoffiziell wollte er damit verhindern, dass das Oberste Gericht seine Wiederwahl für ungültig erklärte. Musharraf entließ angesehene Richter. Nach dem Sieg der Volkspartei und der Muslim-Liga bei der Parlamentswahl im Februar geriet er politisch weiter unter Druck.

MOSKAU: Russland will nach eigenen Angaben im Tagesverlauf mit seinem Truppenabzug aus Georgien beginnen. Präsident Dmitri Medwedew hat den Rückzug derjenigen Einheiten angeordnet, die zur Verstärkung eigener UN-Soldaten an der jüngsten Offensive in Georgien teilgenommen hatten. Seit ihrem Einmarsch vor zehn Tagen haben sie nicht nur die von Georgien abtrünnige Region Südossetien unter ihre Kontrolle gebracht, sondern sind auch in Städte des georgischen Kerngebietes vorgerückt. Der Abzug gehört zu dem mit europäischer Hilfe ausgehandelten Friedensplan. Die 'New York Times' schreibt, Moskau habe bis zuletzt weitere Truppen in die Region verlegt. Nördlich der südossetischen Hauptstadt Zchinwali seien Raketenwerfer stationiert, die Georgiens Hauptstadt Tiflis erreichen könnten. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy warnte vor ernsthaften politischen Konsequenzen, sollte die Führung in Moskau den militärischen Abzug hinauszögern.

WASHINGTON/ TEHERAN: Die USA haben sich besorgt über den jüngsten Raketentest im Iran gezeigt. Iranische Experten hatten am Sonntag nach eigenen Angaben eine im Land produzierte Trägerrakete für Satelliten getestet. Dabei wurde ein Probesatellit ins All geschickt, wie das staatliche Fernsehen weiter berichtete. Damit sei es nun möglich, eigene Telekommunikationssatelliten in den Weltraum zu bringen. Das Weiße Haus in Washington wies darauf hin, dass die Rakete auch Langstrecken-Waffen transportieren könne. Dies widerspreche den Forderungen der Vereinten Nationen. Westliche Fachleute befürchten zudem, dass der Iran künftig Spionagesatelliten zur Beobachtung der Lage im benachbarten Irak und in Afghanistan einsetzen könnte. Im Frühjahr hatte die Führung in Teheran das erste Raumfahrtzentrum des Landes eröffnet und damit international für Beunruhigung gesorgt.

MANILA: Moslemische Rebellen haben im Süden der Philippinen weitere Dörfer überfallen. Nach Polizeiangaben brannten sie Häuser nieder, plünderten Geschäfte und überfielen Banken. Viele Bewohner der südlichen Provinz Lanao del Norte seien geflohen. In der katholischen Stadt Kolambugan lieferten sich Rebellen und Regierungstruppen schwere Gefechte, wie der Bürgermeister berichtete. Die Kämpfe zwischen Anhängern der so genannten 'Moro Islamischen Befreiungsfront' und Regierungssoldaten auf der südlichen Insel Mindanao hatten vor zwei Wochen begonnen, nachdem das Oberste Gericht des Landes die geplante Erweiterung des von Muslimen besiedelten Gebietes gestoppt hatte.

KABUL: Bei einem Selbstmordanschlag in der südostafghanischen Provinz Chost sind neun Zivilisten getötet und etliche Menschen verletzt worden. Der Attentäter hatte sein Fahrzeug gegen den Eingangsbereich eines ausländischen Militärstützpunktes gesteuert, wie der Provinzgouverneur mitteilte. Sicherheitskräfte hätten zwei weitere Selbstmordattentäter erschossen, bevor diese ihre Sprengsätze hätten zünden können. - Zum heutigen Unabhängigkeitstag in Afghanistan sind die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärft worden. Mehr als 7.000 Polizisten wurden im Umkreis von Kabul in Alarmbereitschaft versetzt, weitere 5.000 Reservisten zum Dienst verpflichtet. Nach offiziellen Angaben handelt es sich um die strengsten Sicherheitsmaßnahmen seit dem Sturz der radikal-islamischen Taliban im Herbst 2001. Die Regierung von Präsident Hamid Karsai feiert den 89. Jahrestag der Unabhängigkeit Afghanistans von britischer Kolonialherrschaft im Jahr 1919.

HAMBURG: Nach dem jüngsten Skandal um die illegale Weitergabe von Bankdaten in Deutschland haben die Grünen eine Überarbeitung des Grundgesetzes gefordert. Jeder Bürger müsse wissen und bestimmen können, wer seine Daten besitzt und was damit geschieht, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Renate Künast, der Zeitung 'Financial Times Deutschland'. Diese Rechte gehörten in die Verfassung. Zugleich forderte Künast höhere Strafen und schärfere Kontrollen.

BERLIN: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat seine SPD-Parteigenossen zu mehr Geschlossenheit aufgerufen. Statt Debatten über Personen und das Verhältnis zur Linken zu führen, sollte die SPD zu den Erfolgen der Reform-Agenda 2010 stehen und sich Zukunftsfragen widmen, forderte Gabriel in der "Berliner Zeitung". Die in Hessen angestrebte rot-grüne Minderheitsregierung unter Duldung der Linkspartei lehnte Gabriel ab. Linksparteichef Oskar Lafontaine habe kein Interesse daran, SPD-geführte Regierungen zu stabilisieren.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden sonnig, sonst wolkig mit gelegentlichen Schauern. Temperaturen zwischen 20 und 28 Grad Celsius.

Audio und Video zum Thema