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Nachrichten

Montag, 17. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Vor dem Opel-Krisengipfel im Kanzleramt hat Bundesfinanzminister Peer Steinbrück eine generelle Hilfe für die deutsche Autoindustrie ausgeschlossen. Die Unterstützung werde sich auf einzelne Sonderfälle beschränken, sagte Steinbrück im Deutschlandfunk. Der Staat sei nicht für Management-Fehler verantwortlich und könne auch nicht die Kaufkraft der Verbraucher ersetzen. Zudem müsse verhindert werden, dass die Hilfe für Opel nicht an dessen angeschlagenen US-Mutterkonzern General Motors fließe. Opel hatte um eine staatliche Bürgschaft in Milliardenhöhe gebeten, da General Motors die Insolvenz droht. Am heutigen Montag wollen die US-Demokraten einen Gesetzentwurf zur Rettung der heimischen Autoindustrie in den Kongress einbringen. Er soll den Autoherstellern den Zugang zu dem 700 Milliarden Dollar schweren Hilfspaket für die Finanzbranche öffnen. Die Republikaner und Präsident George W. Bush sind bisher dagegen.

WASHINGTON: Angesichts der schwächelnden Konjunktur will der künftige US-Präsident Barack Obama das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts vorerst zurückstellen. Zur Abwendung einer schweren Rezession seien teure Maßnahmen erforderlich, sagte Obama im amerikanischen Fernsehen. Es müsse alles dafür getan werden, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. In diesem Zusammenhang forderte Obama erneut staatliche Hilfen für die angeschlagenen US-Autobauer. Auch für in Not geratene Eigenheimbesitzer stellte er ein gezieltes Hilfsprogramm in Aussicht.

TOKIO: Im Zuge der Finanzkrise ist auch Japans Wirtschaft in die Rezession abgerutscht. Wie die Regierung in Tokio mitteilte, schrumpfte die japanische Wirtschaft zwei Quartale in Folge. Zwischen Juli und September betrug das Minus demnach 0,1 Prozent, zwischen April und Juni hatte es sogar bei 0,9 Prozent gelegen. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet ging Japans Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 0,4 Prozent zurück. Als Ursache wurde ein starker Rückgang bei den Unternehmensinvestitionen genannt.

NEU DELHI: Mehrere hundert Exil-Tibeter sind im nordindischen Dharamsala zusammengekommen, um über künftige Strategien im Umgang mit der chinesischen Regierung zu beraten. Die fast einwöchige Konferenz war vom Dalai Lama einberufen worden, dem geistlichen Oberhaupt der tibetischen Buddhisten. In den vergangenen Wochen hatte der 73-Jährige mehrfach erklärt, er sehe seine Bemühungen um eine größere Autonomie Tibets als gescheitert an. Tibet war in der 1950er Jahren von China besetzt worden. Seit 1959 lebt der Dalai Lama im indischen Exil.

ERFURT: Der neue Chef der Grünen, Cem Özdemir, hat sich offen gezeigt für eine Koalition mit der Union auf Bundesebene. Voraussetzung sei aber, dass die Union dem Ausstieg aus der Atomwirtschaft zustimme, sagte Özdemir der "Passauer Neuen Presse". Im Einzelfall könne es sein, dass sich grüne Inhalte besser mit Schwarz als mit Rot umsetzen ließen. Özdemir war am Wochenende auf dem Grünen-Parteitag in Erfurt zum Nachfolger von Reinhard Bütikofer bestimmt worden. Für das Wahljahr 2009 kündigte der Deutsch-Türke eine härtere Gangart seiner Partei in der Opposition an. Die Grünen wollen auf eine radikale Energiewende und ein neues sozial-wirtschaftliches Konzept gegen die drohende Rezession setzen. Eine Koalitionsaussage traf die Partei nicht.

PARIS: Der meistgesuchte Anführer der baskischen Untergrund-Organisation ETA ist im Südwesten Frankreichs festgenommen worden. Der unter dem Namen 'Txeroki' bekannte mutmaßliche ETA-Militärchef wurde in einem Ort in den Pyrenäen gefasst. 'Txeroki' soll Ende 2003 die Führung der ETA-Kommandos übernommen haben und gilt als Vertreter eines unnachgiebigen Kurses gegenüber der spanischen Regierung. Als Militärchef ist er verantwortlich für die Attentate der ETA. - Die Organisation kämpft seit Jahrzehnten gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes. Dabei kamen nach offiziellen Angaben bisher mehr als 800 Menschen ums Leben.

TEL AVIV: Als Reaktion auf fortwährende palästinensische Raketenangriffe hält Israel weiter alle Grenzübergänge zum Gazastreifen geschlossen. Angesichts des internationalen Drucks soll allerdings einigen Lastwagen mit Medikamenten und humanitären Gütern die Durchfahrt gestattet werden. Ungeachtet der vereinbarten Waffenruhe feuerten militante Palästinenser vom Gazastreifen aus wieder etliche selbstgebaute Raketen auf Israel.

LOS ANGELES: Im US-Bundesstaat Kalifornien kämpft die Feuerwehr weiter gegen die verheerenden Brände in der Nähe von Los Angeles und dem südlich gelegenen Orange County. Immer noch werden die Löscharbeiten von starken Winden behindert, die die Flammen immer wieder anfachen. Die Behörden gehen davon aus, dass bis zu 1.000 Häuser zerstört wurden. Ein Sprecher äußerte den Verdacht, dass zumindest die Brände in Santa Barbara von Brandstiftern gelegt worden sein könnten.

HOUSTON: Die US-Raumfähre 'Endeavour' hat erfolgreich an die Internationale Raumstation ISS angedockt. An Bord des Space Shuttles befinden sich mehr als 14 Tonnen an Material, mit dem die Raumstation ausgebaut werden soll. Besondere Aufmerksamkeit gilt einem neuen Wasseraufbereitungssystem, das sogar Urin wieder zu Trinkwasser macht. In der ISS sollen künftig sechs statt wie bisher drei Raumfahrer als Langzeitbesatzung leben können. Die am Freitag gestartete 'Endeavour' bleibt insgesamt zwei Wochen im All.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordosten sonnig und trocken. Sonst wolkig mit Aufheiterungen. Nur am Alpenrand etwas Regen. Höchstwerte vier bis zehn Grad.

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