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Nachrichten

Montag, 17. März 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PEKING/LHASA: China hat nach den schweren Unruhen in Tibet alle Ausländer zum Verlassen der Himalaya-Region aufgefordert. Aus den chinesischen Provinzen Gansu und Qinghai wurden mehrere ausländische Journalisten ausgewiesen. In den beiden Provinzen sowie in Sichuan war es nach Angaben von Exiltibetern ebenfalls zu Unruhen gekommen. An diesem Montag läuft in Tibet eine von den Behörden gesetzte Frist aus, bis zu der Demonstranten mit Strafminderung rechnen können, wenn sie sich stellen. Ebenfalls nach Angaben von Exiltibetern wurden bei Razzien in der tibetischen Hauptstadt Lhasa Hunderte Menschen festgenommen. Bei der Niederschlagung der am Freitag begonnenen Proteste in Lhasa sind die Sicherheitskräfte nach Angaben der Regionalregierung nicht mit Waffengewalt vorgegangen. Vielmehr hätten die "Aufständischen" 13 Menschen getötet, hieß es. Nach Angaben der Exilregierung in Indien wurden hingegen in der gesamten Region mehrere Hundert Menschen bei den Protesten getötet.

JERUSALEM: Unter der Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Israels Ministerpräsident Ehud Olmert finden an diesem Montag die ersten deutsch-israelischen Regierungskonsultationen statt. An der Konferenz nehmen auf beiden Seiten mehrere Minister teil. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Bildung, Klimaschutz und Verteidigung. Regelmäßige Konsultationen führt Deutschland ansonsten nur mit fünf europäischen Ländern durch. Vor Beginn der Gespräche besuchte Merkel die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem, wo sie einen Kranz niederlegte. Am Dienstag hält die Kanzlerin als erste ausländische Regierungschefin eine Rede vor dem israelischen Parlament, der Knesset.

FRANKFURT AM MAIN/TOKIO: Die Finanzmarktkrise in den USA hat die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. Der Deutsche Aktienindex verlor allein in der ersten Handelsstunde mehr als drei Prozent und baute seine Verluste noch weiter aus. Vor allem Bankentitel verloren. Es handelt sich in Frankfurt um die größten Abschläge seit den Terroranschlägen in den USA am 11. September 2001. In Japan war zuvor der Nikkei-Index um 3,7 Prozent auf fast 11.788 Punkte gefallen, was dem tiefsten Stand seit August 2005 entspricht. Zudem wurde damit die psychologisch wichtige 12.000-Marke unterschritten.

NEW YORK: Das drittgrößte US-Kreditinstitut JP Morgan Chase übernimmt die angeschlagene Investmentbank Bear Sterns. Sie werde rund zwei Dollar je Aktie zahlen, teilte JP Morgan mit. Erst am Freitag hatten die US-Zentralbank Fed und JP Morgan die Investmentbank mit einer kurzfristigen Finanzspritze vor dem Zusammenbruch gerettet. Bear Sterns war wegen der Finanzmarktkrise in massive Liquiditätsprobleme geraten. - Gleichzeitig senkte die Fed einen wichtigen Leitzins. Der Diskontsatz, zu dem sich die Geschäftsbanken bei der Notenbank kurzfristig Liquidität beschaffen können, wurde von 3,50 auf 3,25 Prozent zurückgenommen.

PARIS: Bei der zweiten Runde der Kommunalwahlen in Frankreich hat die konservative Regierungspartei UMP von Staatspräsident Nicolas Sarkozy Verluste hinnehmen müssen. Die oppositionellen Sozialisten eroberten bei Stichwahlen die Bürgermeister-Posten in mehreren Städten, so in Straßburg, Toulouse und Metz. In der Hauptstadt Paris wurde der sozialistische Bürgermeister Bertrand Delanoe mit klarer Mehrheit wiedergewählt. Nur in Marseille, der zweitgrößten Stadt Frankreichs, konnte die UMP ihre Mehrheit verteidigen.

BAGDAD: Kurz vor dem fünften Jahrestag des US-Einmarsches im Irak ist US-Vizepräsident Dick Cheney zu einem unangekündigten Besuch in Bagdad eingetroffen. Cheney will unter anderem mit dem Oberkommandieren der US-Streitkräfte im Irak, David Petraeus, und dem irakischen Ministerpräsidenten, Nuri el Maliki, zusammentreffen. Dabei will Cheney vor allem die Sicherheitslage erörtern sowie politische Fortschritte im Irak voranbringen.

ISLAMABAD: Fünf Wochen nach den Wahlen in Pakistan ist das neu gewählte Parlament in der Hauptstadt Islamabad zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen legten die 328 Abgeordneten ihren Amtseid ab. Anschließend gedachten sie der Ende Dezember im Wahlkampf ermordeten Oppositionsführerin Benazir Bhutto. Ihre Volkspartei PPP und andere oppositionelle Kräfte hatten bei der Abstimmung am 18. Februar einen deutlichen Sieg errungen. Die PPP soll auch den neuen Premierminister stellen. Einen Kandidaten hat die Partei noch nicht benannt.

KOSOVSKA MITROVICA: Bei Zusammenstößen zwischen UN-Polizisten und serbischen Demonstranten im nördlichen Kosovo sind mehrere Menschen verletzt worden. Auslöser war die Räumung eines UN-Gerichtsgebäudes in Kosovska Mitrovica, das seit Freitag von serbischen Demonstranten besetzt gehalten wurde. Die Polizisten gingen mit Tränengas gegen etwa tausend serbische Demonstranten vor. Mindestens ein Fahrzeug der Vereinten Nationen ging in Flammen auf. Die Besetzung des Gerichtsgebäudes war Teil der serbischen Proteste gegen die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo vom 17. Februar.

HAMBURG: Rund drei Wochen nach der Bürgerschaftswahl in Hamburg beginnen CDU und Grün-Alternative Liste (GAL) mit ihren Verhandlungen für eine erste schwarz-grüne Koalition auf Landesebene. An diesem Montag stehen die Themen Haushalt und Finanzen, Kultur sowie Sport auf dem Programm. Am Dienstag soll es um Verkehr, Umwelt, Wirtschaft und den Hamburger Hafen gehen. Vor allem der Ausbau des Hafens gilt als möglicher Konfliktpunkt zwischen den beiden Parteien. Die Verhandlungen sind zunächst bis Anfang April terminiert.

MÜNCHEN: In mehreren großen Städten Bayerns müssen nach den Kommunal-Stichwahlen Oberbürgermeister beider großer Parteien ihre Sessel räumen. Zwei Wochen nach den Siegen der SPD-Rathauschefs in München und Nürnberg verloren die Sozialdemokraten die drittgrößte Stadt Augsburg an die CSU. In Würzburg und Passau wurden dagegen die CSU-Amtsinhaber von SPD-Herausforderern geschlagen. Bei den Landrats-Stichwahlen musste die CSU vor allem in ihrem Stammland Oberbayern empfindliche Niederlagen hinnehmen. Sie verlor dort gleich fünf Posten und verfehlte damit das von Parteichef Erwin Huber ausgegebene Ziel, bayernweit 50 Landratssitze zu erobern. Die Freien Wähler stellen künftig sieben Landräte. - Stichwahlen gab es in insgesamt 15 Landkreisen, sieben kreisfreien Städten und mehr als 250 kleineren Städten und Gemeinden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist bewölkt und regnerisch, vor allem am Nachmittag gebietsweise kräftige Schauer, teils mit Graupel oder Schnee, an den Küsten auch längere sonnige Abschnitte. Höchstwerte zwei bis acht Grad Celsius.

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