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Nachrichten

Montag, 16. November 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

SCHANGHAI: US-Präsident Barack Obama hat in China Meinungsfreiheit als universelles Recht bezeichnet. Auch die Religionsfreiheit und der Zugang zu Informationen und politischer Beteiligung sollten allen Menschen zugänglich sein, sagte er während einer Diskussionsveranstaltung mit Studenten in Schanghai. Zwar wollten die USA keiner anderen Nation irgendein Regierungssystem aufzwingen, versicherte der US-Präsident. Aber die Menschenrechte seien überall auf der Welt gültig, sei es in den Vereinigten Staaten, in China oder einem anderen Land. Anschließend reist Obama nach Peking weiter, wo er mit Staats- und Parteichef Hu Jintao zusammentrifft. Im Mittelpunkt seines dreitägigen Staatsbesuches in China stehen Handelsfragen, der Klimaschutz, die Atomstreitigkeiten mit Nordkorea und dem Iran sowie die Lage in Afghanistan und Pakistan.

ROM: In der italienischen Hauptstadt hat ein dreitägiges Gipfeltreffen zur Situation der Welternährung begonnen. Am Hauptsitz der UN-Organisation für Landwirtschaft beraten rund 1.000 Delegierte aus 190 Ländern über Strategien und Sofortmaßnahmen zur Bekämpfung des Hungers. Deutschland wird in Rom durch Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner vertreten. Nach Schätzungen hat die Zahl der Hungernden auf der Erde mittlerweile mit mehr als einer Milliarde Menschen einen historischen Höchststand erreicht. Die Präsidentin der deutschen Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, bezeichnete die Zahl als nicht mehr hinnehmbar. Hauptproblem sei das Wachstum der Weltbevölkerung.

BRÜSSEL: Die Europäische Union und Russland haben ein Frühwarnsystem für drohende Versorgungskrisen im Energiesektor eingerichtet. Das Abkommen wurde jetzt in Brüssel unterzeichnet. Das Frühwarnsystem war bereits 2007 nach der Unterbrechung russischer Gas- und Öllieferungen über die Ukraine und Weißrussland angekündigt worden. Russland hat im Streit über die Energiepreise wiederholt die Lieferung an seine beiden Nachbarstaaten eingestellt. Zuletzt drehte die Führung in Moskau im Januar dieses Jahres der Ukraine den Gashahn zu. Dies führte zu Versorgungsengpässen auch in vielen anderen europäischen Ländern, weil ein Großteil der Gaslieferungen in die EU-Staaten über die Ukraine fließen.

DETROIT: Der angeschlagene Opel-Mutterkonzern General Motors hat wegen besserer Geschäfte für das Ende des Jahres die Rückzahlung erster staatlicher Milliarden-Kredite in Aussicht gestellt. Einzelheiten wolle das Unternehmen bei der Vorlage seiner Quartalszahlen am heutigen Montag mitteilen. Insgesamt haben die amerikanischen und kanadischen Steuerzahler etwa 52 Milliarden Dollar in den Konzern gepumpt. Der Autobauer befindet sich zu mehr als 60 Prozent in öffentlicher Hand. General Motors will nach eigenen Angaben bis zum Monatsende auch den von Deutschland für Opel gewährten Brückenkredit von noch rund 400 Millionen Euro getilgt haben. Unterdessen streiten sich Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und die Ministerpräsidenten der Länder mit Opel-Standorten über neuerliche Staatshilfe bei der Sanierung der deutschen Tochter durch GM.

WIESBADEN: Die deutsche Industrie baut trotz verbesserter Auftragslage weiter massiv Stellen ab. So zählten die Betriebe des verarbeitenden Gewerbes Ende September nur noch gut fünf Millionen Beschäftigte. Das waren 233.000 oder 4,4 Prozent weniger als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Überdurchschnittlich viele Stellen fielen im Maschinenbau, in der Automibilindustrie, der Metallbranche sowie bei Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren weg. Lediglich die Nahrungs- und Futtermittelindustrie stockte ihre Belegschaften auf.

BERLIN: Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) will ein Arbeitnehmer-Datenschutzgesetz auf den Weg bringen. Darin solle unter anderem geregelt werden welche Fragen bei Bewerbungsgesprächen generell zulässig seien, sagte Leutheusser-Schnarrenberger im Deutschlandradio. Derzeit gebe es bei Arbeitgebern einen Trend, möglichst viel von Mitarbeitern und Bewerbern wissen zu wollen. Nötig sei deshalb eine sichere Rechtsgrundlage.

BERLIN: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat die Forderung der SPD nach einer neuen Vermögenssteuer als rückwärtsgewandt kritisiert. Mit einem Plädoyer für eine bürokratische und leistungsfeindliche Neidsteuer löse man keine Zukunftsfragen, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann der "Frankfurter Rundschau". Der SPD-Bundesparteitag hatte am Wochenende die Wiedereinführung der seit 1997 ausgesetzten Vermögenssteuer in ihre Beschlüsse aufgenommen. Der neue Parteichef Sigmar Gabriel hatte erklärt, die Steuer solle nur bei Millionären greifen.

CANBERRA: Australiens Ministerpräsident Kevin Rudd hat sich für die Rolle seines Landes bei der Misshandlung zehntausender Kinder verarmter britischer Familien öffentlich entschuldigt. Die Kinder waren von Großbritannien im Alter ab drei Jahren ohne Angehörige unter anderem nach Australien verschickt worden. Viele derjenigen, die in den vergangenen dreieinhalb Jahrhunderten dieses Schicksal erlitten, wurden Opfer von Missbrauch oder Vernachlässigung. Bei einer Zeremonie in Canberra schloss Rudd auch die sogenannten vergessenen Australier ein. Nach einem Bericht des australischen Senats wurden im 20. Jahrhundert auf diese Weise mehr als 500.000 Kinder in Heime gesteckt. Der Ministerpräsident hatte sich im vergangenen Jahr bereits bei den Ureinwohnern Australiens für langjährige Unterdrückung durch die europäischen Einwanderer entschuldigt.

PESCHAWAR: In der nordwestpakistanischen Stadt sind durch einen Selbstmordanschlag auf eine Polizeiwache mindestens vier Menschen getötet worden. Mehr als 20 weitere Personen wurden nach Angaben der örtlichen Behörden verletzt. Wie es heißt, raste der Selbstmordattentäter mit einem Lieferwagen auf die Wache zu, bevor er den Sprengsatz zündete. Es war der bereits fünfte Selbstmordanschlag in der Region binnen acht Tagen. Radikal-islamische Aufständische beantworten damit eine anhaltende Militäroffensive der pakistanischen Regierung in der Stammesregion Süd-Wasiristan.

ROM: In Italien ist der Polizei ein wichtiger Schlag gegen die sizilianische Mafia gelungen: Die Nummer zwei der Cosa Nostra, Domenico Raccuglia, wurde nach 15 Jahren auf der Flucht festgenommen. Raccuglia sei in einer Wohnung nahe der Stadt Trapani im Westen Siziliens aufgegriffen worden, teilte die Polizei mit. Der wegen Mordes und anderer Verbrechen zu lebenslanger Haft verurteilte Mafioso gilt als einer der 30 gefährlichsten flüchtigen Verbrecher Italiens.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Südwesten ziehen dichte Wolken mit Regen durch. Später vom Rheinland her Auflockerungen. Tagestemperaturen zehn bis 17 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 9°, dunstig
Berlin: 5°, wolkig
Dresden: 8°, leicht bewölkt
Köln/Bonn: 9°, leichter Regen
Frankfurt am Main: 9°, leichter Regen
München: 9°, Regen

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