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Nachrichten

Montag, 16. März 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Eine Verstaatlichung der finanziell angeschlagenen Bank Hypo Real Estate wird immer wahrscheinlicher. Vertreter der Bundesregierung und der US-Investor Christopher Flowers haben sich am Sonntag erneut auf keinen Kompromiss zum Erwerb der Kontrollmehrheit des Bundes bei der HRE verständigen können. Die Bundesregierung strebt die Kontrolle über die Bank an und will dazu das Aktienpaket von Flowers übernehmen. Dieser lehnt einen Kompletteinstieg des Staates aber ab und will Aktionär der HRE bleiben. Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel den Druck auf Flowers erhöht. Merkel sagte, dass es notfalls zu einer Enteignung kommen werde, wenn es keine andere Lösung geben sollte. Die Kanzlerin betonte, dass der Bund keinen überhöhten Preis für den Erwerb der HRE-Aktien zahlen werde.

WIESBADEN: Der Ausfuhrüberschuss der deutschen Wirtschaft ist 2008 erstmals seit Jahren zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im vergangenen Jahr Waren im Wert von rund 995 Milliarden Euro exportiert. Im Gegenzug wurden Produkte für etwa 819 Milliarden Euro nach Deutschland eingeführt. Das entspricht einem Überschuss von rund 176 Milliarden Euro. Im Jahr davor waren es noch knapp 19 Milliarden Euro mehr.

NEW YORK: Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg berät an diesem Montag mit Vertretern von General Motors über Wege zur Rettung des Opel-Konzerns. Dabei steht die Suche nach einem Investor im Vordergrund. Zu Guttenberg traf am Sonntagabend in New York ein. Mit konkreten Ergebnissen zur Zukunft des deutschen Automobilherstellers wird nicht gerechnet, weil der Mutterkonzern General Motors bis Ende des Monats Zeit hat, der US-Regierung die Details für sein Sanierungsprogramm vorzustellen. - Die Bundesregierung hat Hilfen über Bürgschaften oder Kredite in Aussicht gestellt, sofern Opel ein zukunftsfähiges Konzept vorlegt.

WASHINGTON: Die schwerste Rezession in den Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten wird sich nach Einschätzung von US-Notenbankchef Ben Bernanke zum Jahresende abschwächen. Anfang 2010 werde die wirtschaftliche Erholung dann an Fahrt gewinnen, erklärte er im amerikanischen Fernsehen. Voraussetzung sei, dass die Politik den Willen zum Handeln zeige, betonte Bernanke. Zugleich sagte der Notenbankchef voraus, dass keine große Bank mehr Pleite gehen werde.

ISLAMABAD: In Pakistan hat sich die Regierung dem massiven Druck der Opposition gebeugt und die Wiedereinsetzung des 2007 abgesetzten Obersten Richters angekündigt. Iftikhar Chaudhry und alle anderen entlassenen Richter würden am 21. März in ihre Ämter zurückkehren, teilte Ministerpräsident Jussuf Raza Gilani mit. Oppositionsführer Nawaz Sharif erklärte daraufhin den Protestmarsch tausender Oppositionsanhänger für beendet. Chaudhry war vor zwei Jahren vom damaligen Militärmachthaber Pervez Musharraf abgesetzt worden. Musharraf wollte damit verhindern, dass der populäre Richter seine damals bevorstehende Wiederwahl für verfassungswidrig erklärt. Der neue Staatspräsident Asif Ali Zardari hatte die Wiedereinsetzung der Richter zwar versprochen, bisher jedoch nicht umgesetzt.

SAN SALVADOR: Bei der Präsidentenwahl in El Salvador haben die Bürger des mittelamerikanischen Landes einen politischen Richtungswechsel herbeigeführt. Der linksgerichtete Kandidat Mauricio Funes gewann die Wahl vom Sonntag mit rund 51 Prozent der Stimmen. Er war von der ehemaligen Guerillaorganisation FMLN ins Rennen geschickt worden. Mit dem Wahlsieg von Funes endet die seit zwei Jahrzehnten andauernde Herrschaft der konservativen Arena-Partei in El Salvador. Nach Angaben europäischer Wahlbeobachter verlief die Abstimmung ohne nennenswerte Zwischenfälle.

JERUSALEM: In Israel rückt die Bildung einer rechtsgerichteten Regierung näher. Fünf Wochen nach der Parlamentswahl schlossen der konservative Likud-Block des bisherigen Oppositionsführers Benjamin Netanjahu und die ultrarechte Partei 'Israel Beitenu' ein Koalitionsabkommen. Ohne weitere Partner haben sie allerdings keine Mehrheit im Parlament. Netanjahu bemühe sich deshalb um Unterstützung weiterer rechter Parteien, heißt es. Die sich abzeichnende Regierung dürfte eine weitaus härtere Haltung gegenüber den Palästinensern einnehmen als die bisherige Koalition unter Ministerpräsident Ehud Olmert. In einem Kabinett Netanjahu soll der 'Israel Beitenu'-Vorsitzende Avigdor Lieberman Außenminister werden, was zu Belastungen in den internationalen Beziehungen führen könnte.

KABUL: Bei einem Anschlag im Süden Afghanistans hat ein Selbstmord-Attentäter mindestens zehn Menschen mit in den Tod gerissen. Bei den Opfern handele es sich um Polizisten und Zivilisten, teilte die Regierung der Provinz Helmand mit. Nach ihren Angaben hatte der Attentäter versucht, ins Hauptquartier der Polizei in der Provinzhauptstadt Laschkar Gah einzudringen. Als ihn Sicherheitskräfte aufhalten wollten, sprengte er sich in die Luft. Offenbar richtete sich der Anschlag gegen eine Anti-Drogen-Einheit.

ISTANBUL: Regierungsvertreter und Experten aus 180 Ländern sind in der Türkei zum fünften Weltwasserforum zusammengekommen. Bei dem Kongress in Istanbul wollen rund 20.000 Teilnehmer bis Sonntag über den Schutz der lebenswichtigen Ressource Wasser sprechen. Ausgerichtet wird das Forum unter dem Motto 'Gräben überbrücken' vom Weltwasserrat. Ihm gehören zahlreiche Institutionen und Ministerien aus aller Welt an.

WIEN: Begleitet von strengen Sicherheitsvorkehrungen und großem Medieninteresse hat im österreichischen Sankt Pölten der Prozess um den aufsehenerregenden Inzestfall von Amstetten begonnen. Dem 73-jährigen Josef Fritzl wird zur Last gelegt, seine Tochter Elisabeth 24 Jahre lang in einem Kellerverlies gefangengehalten, missbraucht und mit ihr sieben Kinder gezeugt zu haben. Fritzl wird auch Mord vorgeworfen, da er den Tod eines Neugeborenen verschuldet haben soll. Mit einem Urteil des Schwurgerichts wird bereits am Freitag gerechnet. Der Angeklagte ist weitgehend geständig. Die mittlerweile 43-jährige Elisabeth Fritzl lebt inzwischen mit neuer Identität an einem geheim gehaltenen Ort.

CAPE CANAVERAL: Nach wochenlanger Verzögerung wegen technischer Probleme befindet sich die US-Raumfähre 'Discovery' auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Das Shuttle mit sieben Astronauten an Bord hob vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab. Die 'Discovery' bringt unter anderem einen weiteren Solarflügel zur ISS, mit dem die Energieversorgung der Raumstation verbessert werden soll. Für die Astronauten sind drei Außeneinsätze im All geplant.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten regnerisch, in den übrigen Landesteilen vielfach heitere Abschnitte. Höchstwerte zwischen 8 und 13 Grad.

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