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Nachrichten

Montag, 16. Juni 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

LUXEMBURG: Nach dem 'Nein' der Iren zum EU-Reformvertrag rechnen die Staaten der Europäischen Union nicht mit einem schnellen Ende der dadurch entstandenen Krise. Zunächst müsse die neue Lage grundlegend analysiert werden, erklärte die slowenische EU-Ratspräsidentschaft zu Beginn eines Außenministertreffens in Luxemburg. Auch der irische Ressortchef Micheal Martin sagte, es sei noch 'viel zu früh', um eine Lösung zu finden. Zugleich lehnte er die Idee eines 'Europas der zwei Geschwindigkeiten' ab, die unter anderen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wieder ins Gespräch gebracht hatte. Nach Steinmeiers Ansicht könnte es künftig ein 'Kerneuropa' von Staaten geben, die bei der europäischen Integration schneller als andere voranschreiten.

BERLIN: Das SPD-Präsidium hat ein Konzept für flexible Übergänge in den Ruhestand beschlossen. Damit sollten Härten bei der beschlossenen Rente mit 67 abgemildert werden, hieß es. Zudem soll die staatliche Förderung der Altersteilzeit verlängert werden. Voraussetzung ist jedoch, dass Unternehmen dadurch freiwerdende Stellen mit Berufsanfängern besetzen. Außerdem soll Arbeitnehmern eine Teilrente bereits vom 60. Lebensjahr an -statt bisher mit 63 Jahren- ermöglicht werden. Die Mehrheit des Koalitionspartners CDU/CSU lehnt die Pläne als zu teuer ab. Teilweise Zustimmung kam dagegen vom Arbeitnehmerflügel der Union.

BERLIN: Für Fachkräfte ohne klassisches Abitur ist es in Deutschland besonders schwer, ein Hochschulstudium zur Weiterqualifizierung aufzunehmen. Dies ist das Ergebnis des 'Europäischen Studienreports', der an diesem Montag offiziell veröffentlicht wird. Im Vergleich mit 22 anderen EU-Staaten liegt die Bundesrepublik abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze. Führend mit 36 Prozent Studenten ohne Abitur ist Schweden. Die entsprechende Qualifikation wurde zumeist im Beruf gesammelt. Gute Chancen bieten sich auch in Spanien und Schottland. Jeder dritte bis vierte Studierende hat dort kein Abitur. Auch die Abhängigkeit von sozialer Herkunft auf den Bildungserfolg ist im EU-Vergleich in Deutschland besonders stark ausgeprägt.

PRISTINA: Vier Monate nach der Unabhängigkeitserklärung ist am Sonntag die neue Verfassung des Kosovo in Kraft getreten. Damit geht die oberste Entscheidungsgewalt nach neun Jahren unter der Verwaltung der Vereinten Nationen an die gewählten Institutionen des Landes über. Zu Beginn einer Feierstunde im Parlament wurde die neue Nationalhymne gespielt, die ohne Text auskommt, um die serbische Minderheit nicht zu brüskieren.

LONDON: Zum Abschluss seiner Europa-Reise ist US-Präsident George W. Bush zu politischen Gesprächen mit dem britischen Premierminister Gordon Brown zusammengekommen. Im Mittelpunkt des Treffens in Browns Londoner Residenz stehen der Irak-Einsatz, das Atomprogramm des Iran und die Lage der Weltwirtschaft. Bei Protesten gegen den Besuch des amerikanischen Präsidenten waren am Sonntagabend 25 Demonstranten festgenommen worden. Nach Polizei-Angaben hatten im Zentrum Londons insgesamt rund 2.500 Menschen vor allem gegen Bushs Irak-Politik demonstriert. - Vor seiner Rückreise wird der US-Präsident noch im nordirischen Belfast Station machen.

PEKING: Nach heftigen Regenfällen im südwest-chinesischen Erdbebengebiet haben die Behörden damit begonnen, wegen befürchteter Erdrutsche zehntausende Menschen in Sicherheit zu bringen. Wie die staatlichen Medien berichten, ist von der Räumung vor allem die Stadt Wenchuan betroffen. Sie befand sich im Epizentrum des Erdbebens vom 12. Mai, das Teile der Provinz Sichuan zerstörte. Zum Abschluss seiner China-Reise hatte am Wochenende auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die Provinz besucht. Angesichts der 70.000 Todesopfer und Millionen Obdachlosen betonte Steinmeier, Mitgefühl allein reiche nicht. In Sichuan sollen mit deutscher Unterstützung acht Schulen wieder aufgebaut werden.

JERUSALEM: Ungeachtet deutlicher Kritik von US-Außenministerin Condoleezza Rice beharrt Israel auf seinen Plänen zum Ausbau jüdischer Siedlungen in Ost-Jerusalem. Laut israelischen Medienberichten erklärte Ministerpräsident Ehud Olmert, seine Regierung wolle zwar kein neues palästinensisches Land konfiszieren. In jüdischen Vierteln Ost-Jerusalems, die Israel im Rahmen einer endgültigen Friedensregelung behalten wolle, werde man jedoch weiter bauen. Rice hatte den Siedlungsbau am Wochenende als 'Problem' bezeichnet, über das sie 'sehr besorgt' sei. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas, mit dem Rice in Ramallah zusammentraf, sprach sogar vom 'größten Hindernis für den Nahost-Friedensprozess'.

ISLAMABAD: Die Regierung Pakistans hat das Nachbarland Afghanistan davor gewarnt, Taliban-Stellungen auf pakistanischem Territorium anzugreifen. Pakistan werde seine territoriale Souveränität verteidigen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Islamabad. Er reagierte damit auf Äußerungen des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai. Dieser hatte am Sonntag erklärt, Afghanistan habe das Recht, Terroristen-Nester auf der anderen Seite der Grenze 'in einem Akt der Selbstverteidigung' zu zerstören. - Die USA und Afghanistan haben Pakistan mehrfach vorgeworfen, gegen Aufständische im Grenzgebiet nicht in ausreichendem Maße vorzugehen.

COLOMBO: Bei einem Selbstmord-Anschlag im Norden Sri Lankas hat ein Attentäter mindestens zwölf Polizisten mit in den Tod gerissen. Mehr als 20 Personen, unter ihnen auch Kinder, wurden nach Militär-Angaben bei dem Anschlag in Vavuniya verletzt. Die Stadt liegt an der Grenze zu der Region, die von der Rebellengruppe 'Befreiungstiger von Tamil Eelam' kontrolliert wird. Die 'Befreiungstiger' kämpfen seit 1983 für einen unabhängigen Staat der tamilischen Minderheit. Die Armee des südasiatischen Inselstaates versucht seit Aufkündigung eines Waffenstillstands im Januar, die Rebellen mit einer neuen Offensive militärisch zu zerschlagen.

BERLIN: Zehntausende türkische Fußballfans in ganz Deutschland haben euphorisch den Einzug ihrer Nationalmannschaft in das Viertelfinale der Europameisterschaft gefeiert. In Berlin, Hamburg, Köln und anderen Großstädten bildete sich ein Meer aus türkische Fahnen. Größere Zwischenfälle wurden nicht bekannt. Am Sonntagabend hatte sich die Türkei in Genf 3:2 gegen Tschechien durchgesetzt, das eine Viertelstunde vor Spielende noch 2:0 in Führung gelegen hatte.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und in der Mitte wechseln sich Sonne und Wolken ab, dabei einzelne Schauer. Richtung Süden stark bewölkt und vor allem im Bergland Regen. Höchstwerte 14 bis 21 Grad Celsius.

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