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Nachrichten

Montag, 16. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

BERLIN: Wenige Tage nach ihrem Treffen mit US-Präsident George W. Bush in Washington ist Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin nach Moskau gereist. Bei ihrem ersten Besuch als Kanzlerin wolle Merkel die strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und Russland betonen, hieß es in Berlin. Dabei gehe es auch um Energiefragen. Der Vorsitzende des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, Klaus Mangold, sagte, es sei notwendig innerhalb der Europäischen Union Russland stärker in die Energiepolitik einzubinden.

MAINZ: Die SPD-Spitze hat ihre Beratungen über Leitlinien für den künftigen Kurs der Partei fortgesetzt. Der Vorstand will zum Abschluss seiner zweitägigen Klausur in Mainz ein so genanntes Zukunftsprogramm beschließen, um das Profil der SPD in der großen Koalition zu schärfen. Darin spricht sich die Partei für Reformen nach skandinavischem Vorbild aus. Die nordeuropäischen Länder wiesen die höchste Erwerbsquote und die höchsten Geburtenraten auf, weil dort entschlossen der Sozialstaat erneuert worden sei, heißt es in dem Entwurf. Nur eine kinderfreundliche Gesellschaft sowie mehr Investition in Bildung könnten dauerhaft für mehr Wachstum sorgen.

BERLIN: In der Debatte um die Familienförderung hat der rheinland- pfälzische Regierungschef Kurt Beck an Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen appelliert, Verbesserungsvorschläge auch aus ihren Mitteln zu finanzieren. Inhaltlich stimme er mit von der Leyens Forderung überein, die Gebühren für Kindertagesstätten abzuschaffen. Die Frage sei aber, wie das Geld dann anderweitig aufgebracht werden könne, so Beck. Angesichts leerer Kassen in den Kommunen lehnte auch der Städte- und Gemeindebund, die Forderung der Familienministerin ab.

STUTTGART: Zum Auftakt einer bundesweiten Protestwoche bleiben an diesem Montag zahlreiche Arztpraxen in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt geschlossen. Die Mediziner wollen gegen schlechte Arbeitsbedingungen und für eine bessere Bezahlung demonstrieren. Nach Angaben von Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe befindet sich jede sechste Arztpraxis in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Grund seien zu knapp bemessene Budgets.

SANTIAGO: Die Sozialistin Michelle Bachelet hat die Stichwahl um das chilenische Präsidentenamt gewonnen und wird damit erste Präsidentin des südamerikanischen Staates. Bachelet erhielt rund 53 Prozent der Stimmen. Ihr Gegenkandidat, der konservative Geschäftsmann Sebastian Pinera, räumte seine Niederlage ein. Der scheidende Amtsinhaber Ricardo Lagos, der nicht mehr antreten durfte, sprach von einem historischen Sieg. Die neue Präsidentin ist die Tochter eines Generals, der sich gegen den Putsch Augusto Pinochets im Jahr 1973 stellte und gefoltert wurde. Auch Bachelet selbst wurde gemeinsam mit ihrer Mutter vorübergehend inhaftiert. Später lebte sie mehrere Jahre im Exil, unter anderem auch in der früheren DDR.

JAKARTA: In Indonesien ist ein weiterer Mensch an der Vogelgrippe gestorben. Bei einem am Wochenende verstorbenen Mädchen sei eine Infektion mit dem aggressiven Virustyp H5N1 nachgewiesen worden, teilten die Behörden mit. Damit sind in dem südost-asiatischen Land bereits 13 Menschen an der Krankheit gestorben. In Israel wurde ein Mann mit Verdacht auf Vogelgrippe ins Krankenhaus gebracht. Eine Klinik in Jerusalem teilte mit, der Mann werde auf den H5N1-Erreger hin getestet. Berichte über einen ersten Vogelgrippe-Verdachtsfall in Deutschland bestätigten sich derweil nicht.

LONDON: Das weitere Vorgehen im Atomstreit mit dem Iran steht an diesem Montag im Mittelpunkt eines Treffens von Vertretern der fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrats und Deutschlands. In London wollen die westlichen Regierungen bei Russland und China um Unterstützung für eine härtere diplomatische Gangart gegen die iranische Regierung werben. Beide Länder haben sich in der Internationalen Atomenergiebehörde der Forderung widersetzt, in dem Konflikt den Weltsicherheitsrat anzurufen. Der Chef der Behörde, Mohamed ElBaradei, hatte zuvor Zweifel geäußert, dass der Iran mit seinem Atomprogramm ausschießlich friedliche Zwecke verfolgt.

RAMALLAH: Palästinenserpräsident Mahmud Abbas will sich nach Ablauf seiner dreijährigen Amtszeit nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Abbas sagte mehreren palästinensischen Zeitungen, er werde sich nicht zur Wiederwahl stellen. Er war vor einem Jahr zum Nachfolger des verstorbenen Präsidenten Jasser Arafat gewählt worden. Nach einem Beschluss der israelischen Regierung dürfen auch die Palästinenser in Ost-Jerusalem an der palästinensischen Parlamentswahl am 25. Januar teilnehmen. Allerdings werden keine Kandidaten der radikalen Hamas zugelassen. Die Palästinenserführung hatte mit der Absage der gesamten Wahl gedroht, falls die Stimmabgabe in Ost-Jerusalem verboten würde.

HELSINKI: Bei der Präsidentenwahl in Finnland hat Amtsinhaberin Tarja Halonen die erforderliche absolute Mehrheit für eine direkte Wiederwahl knapp verfehlt. Die Entscheidung wird nun in einer Stichwahl Ende des Monats fallen. Bei der Wahl am Sonntag hatte die Sozialdemokratin Halonen gut 46 Prozent der Stimmen erzielt. Damit lag sie mehr als 20 Prozentpunkte vor dem Zweitplatzierten, dem konservativen Ex-Finanzminister Sauli Niinisto. - Das Amt des Staatsoberhaupts ist in Finnland mit erheblichen außenpolitischen Kompetenzen verbunden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vielfach sonnig, in den Niederungen auch neblig-trüb. Im Westen Aufzug von Wolken. Höchstwerte zwischen minus fünf und plus fünf Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten bei überwiegend wolkenlosem Himmel:

Hamburg: minus 6 Grad; Berlin: minus 8 Grad; Dresden: minus 5 Grad; Köln/Bonn: minus 3 Grad; Frankfurt am Main: minus 9 Grad und München: minus 12 Grad.