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Nachrichten

Montag, 15. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NEW YORK: Mehr als ein Jahr nach dem Beginn der Bankenkrise in den USA hat sich die amerikanische Finanzbranche auf einen Schlag dramatisch verändert. Die schwer angeschlagene Investmentbank Lehman Brothers - die viertgrößte Bank des Landes - steht vor dem Aus und beantragte Gläubigerschutz. Die Bank of America übernimmt die ebenfalls angeschlagene drittgrößte US-Investmentbank Merrill Lynch. Der Kaufpreis liegt nach Angaben beider Unternehmen bei rund 50 Milliarden Dollar in Aktien. Der einst größte Versicherungskonzern der Welt, die AIG, muss Konzernteile verkaufen, weil er dringend frisches Kapital braucht. Angesichts der Krise kündigte die US-Zentralbank Maßnahmen zur Unterstützung der Finanzmärkte an. Zehn internationale Großbanken, unter ihnen die Deutsche Bank, wollen einen Nothilfefonds zur gegenseitigen Unterstützung in Höhe von 70 Milliarden Dollar auflegen.

BERLIN: Angesichts der Turbulenzen auf dem US-Finanzmarkt haben das Bundesfinanzministerium, die Bundesbank und die Finanzaufsicht Bafin mit einer gemeinsamen Erklärung versucht, für Beruhigung in der Finanzbranche zu sorgen. Die Engagements deutscher Kreditinstitute bei der US-Bank Lehman Brothers hielten sich in einem überschaubaren Rahmen und seien verkraftbar, hieß es in der Erklärung. Die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main teilte mit, sie sei bereit einzugreifen, falls dies nötig sein sollte. Nachdem die asiatischen Börsen durch die Bankenkrise ins Minus gezogen wurden, kamen auch in Europa zum Handelsbeginn die Finanztitel unter Druck. Einige Titel verloren sechs bis neun Prozent an Wert.

FRANKFURT AM MAIN: Der Chemiekonzern BASF will das Schweizer Spezialchemie-Unternehmen Ciba für 3,8 Milliarden Euro kaufen. Der Verwaltungsrat von Ciba unterstütze die Übernahmeofferte und empfehle den Aktionären die Annahme, teilte BASF in Ludwigshafen mit. Mit rund 95.000 Mitarbeitern und fast 58 Milliarden Euro Umsatz ist BASF eines der weltgrößten Chemieunternehmen.

MÜNCHEN: Vor dem Schwurgericht der bayerischen Landeshauptstadt hat einer der wohl letzten Prozesse um Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg begonnen. Ein ehemaliger Kompanieführer ist des Mordes in 14 Fällen angeklagt. Der heute 90-Jährige soll im Juni 1944 in Italien die Erschießung von Zivilisten in dem Toskana-Ort Falzano di Cortona befohlen haben. - Der Rentner war vor zwei Jahren von einem italienischen Gericht in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

LA PAZ: Nach tagelangen gewalttätigen Auseinandersetzungen in Bolivien hat der sozialistische Präsident Evo Morales wieder Gespräche mit der Opposition aufgenommen. Einzelheiten über die Beratungen in La Paz wurden nicht bekannt. Als - wie es hieß - Zeichen guten Willens kündigte die Opposition an, die Protestaktionen gegen Morales einzustellen. - Anlass des Konflikts ist der Plan von Morales, der indianischen Bevölkerungsmehrheit eine größere Teilhabe an den Ressourcen des Landes zu sichern. Dagegen leisten fünf von der Opposition beherrschte wohlhabende Provinzen erbitterten Widerstand.

KIGALI: Im ostafrikanischen Ruanda hat eine viertägige Parlamentswahl begonnen. Zur Wahl stehen insgesamt 80 Abgeordnete, die nach einem komplizierten Verfahren gewählt werden. Beobachter gehen davon aus, dass die Ruandische Patriotische Front von Präsident Paul Kagame wieder stärkste Partei wird. Mit einem offiziellen Wahlergebnis wird erst in etwa zehn Tagen gerechnet. Die Europäische Union hat ein Beobachterteam mit 67 Mitgliedern nach Ruanda geschickt.

MELBOURNE: Im bislang größten Terrorprozess in Australien hat ein Gericht einen islamischen Geistlichen und fünf seiner Anhänger schuldig gesprochen. Die Gruppe habe schwere Verbrechen geplant, erklärte die Jury in Melbourne. Das Strafmaß ist noch nicht festgelegt. Den Männern droht lebenslange Haft. Vier Angeklagte wurden freigesprochen, über zwei weitere Verdächtige wird noch beraten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte die Gruppe unter anderem einen Anschlag auf das Endspiel der australischen Football-Meisterschaft geplant.

PEKING: In China nimmt der Skandal um verseuchtes Baby-Milchpulver immer größere Dimensionen an. Wie das Gesundheitsministerium in Peking mitteilte, sind 1.250 Säuglinge erkrankt. Zwei Babys seien gestorben, bei mehr als 50 sei der Zustand ernst, hieß es weiter. Die Regierung ordnete eine landesweite Untersuchung von Molkereien an. Zwei weitere mutmaßliche Milchpanscher wurden verhaftet. Nach offiziellen Angaben war der Hersteller-Firma Sanlu seit Wochen bekannt, dass ihr Milchpulver durch eine Chemikalie verunreinigt ist. Erst am Donnerstag aber stoppte sie den Verkauf.

BANGKOK: In Thailand hat die regierende 'Partei der Volksmacht' - PPP - ihren stellvertretenden Vorsitzenden Somchai Wongsawat als Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten nominiert. Die Wahl im Parlament, in dem die von der PPP geführte Koalition über eine breite Mehrheit verfügt, ist für Mittwoch vorgesehen. Der bisherige Premier Samak Sundaravej war vom Verfassungsgericht abgesetzt worden. Somchai ist ein Schwager des vor zwei Jahren vom Militär gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra.

JAKARTA: Bei einer Massenpanik in der indonesischen Stadt Pasuran sind mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Antara meldete, entstand die Panik, als sich tausende Menschen in einer engen Straße drängten, in der ein Unternehmer aus Anlass des islamischen Fastenmonats Ramadan Geschenke verteilen ließ.

HOUSTON: Nach dem zerstörerischen Zug des Hurrikans 'Ike' über die texanische Golfküste haben Einsatzkräfte mehr als 3.700 Menschen aus ihren Häusern in überfluteten Gebieten gerettet. Schätzungsweise 100.000 Bewohner harren in der 800 Kilometer langen betroffenen Region aus, darunter allein 20.000 in der weitgehend zerstörten Stadt Galveston. Die Menschen hatten die Evakuierungsaufforderungen ignoriert: In Texas und den angrenzenden Bundesstaaten kamen nach Medienberichten mindestens 21 Menschen infolge des Wirbelsturms ums Leben. Die Zahl könnte weiter steigen, hieß es.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Baden-Württemberg bis Sachsen Wolken und zeitweise Regen. Im Nordosten und Westen meist trocken und zeitweise sonnig. Tagestemperaturen acht bis 18 Grad Celsius.

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