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Nachrichten

Montag, 15. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Eine Entscheidung der Bundesregierung über Konjunkturhilfen wird es voraussichtlich erst Ende Januar geben. Das kündigte der Bundeswirtschaftsminister Michael Glos nach einem Spitzentreffen im Kanzleramt an. Unter dem Vorsitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten Vertreter deutscher Unternehmen und Gewerkschaften sowie Kabinettsmitglieder und Wissenschaftler über Wege aus der Wirtschaftskrise beraten. Konkrete Maßnahmen wurden allerdings nicht beschlossen. Einige Konzernchefs signalisierten ihre Bereitschaft, wenn möglich im nächsten Jahr auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Die Bundesregierung erwägt, geplante Investitionen für Straßen und Schulen vorzuziehen. Außerdem soll geprüft werden, wie mehr Vertrauen im Bankensektor geschaffen werden kann. Damit solle eine Kreditklemme für Unternehmen vermieden werden, sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück.

PASSAU: Nach dem Mordanschlag auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl sind zwei Verdächtige festgenommen worden. Auf sie treffe die Beschreibung zu, die der Polizeichef nach dem Angriff abgegeben habe, teilte der leitende Staatsanwalt mit. Mannichl war offenbar aus Rache für sein konsequentes Vorgehen gegen Neonazis vor seinem Wohnhaus mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden. Die Tat löste bundesweit Entsetzen aus. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer kündigte ein hartes Vorgehen gegen Rechtsextremismus an und brachte die Frage eines erneuten NPD-Verbotsverfahrens ins Gespräch.

KABUL: Bei seinem Abschiedsbesuch in Afghanistan hat US-Präsident George W. Bush die Fortschritte des Landes seit dem US-geführten Einmarsch vor sieben Jahren betont. Nach einem Treffen mit seinem Kollegen Hamid Karsai sagte Bush in Kabul, dem Land stünden noch "schwere Tage" bevor. Die USA würden Afghanistan aber zum Erfolg verhelfen, egal, wie lange es dauere. Daran habe sein Land ein strategisches und moralisches Interesse. Karsai dankte Bush für die Unterstützung der USA. Zuvor hatte der Präsident amerikanische Soldaten auf der US-Basis Bagram nördlich von Kabul besucht. - Bush kam aus Bagdad, wo er fünf Wochen vor Ende seiner Amtszeit ebenfalls einen Abschiedsbesuch absolvierte. Bush und der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki besiegelten symbolisch das Sicherheitsabkommen zwischen beiden Staaten, das den Abzug der US-Truppen bis 2011 vorsieht.

WASHINGTON: Die milliardenschweren Bemühungen der USA um den Wiederaufbau des Irak nach dem Sturz von Saddam Hussein sind laut einem Entwurf für einen Untersuchungsbericht unter anderem an schlechten Planungen gescheitert. Die US-Regierung sei für die Arbeit nach der Invasion in dem Golfstaat schlecht vorbereitet gewesen und habe nicht über die notwendige Ausrüstung verfügt, zitiert das Papier den Generalinspekteur für den Wiederaufbau im Irak, Stuart Bowen, aus dem 500 Seiten umfassenden Dokument. Das Außen- und das Verteidigungsministerium erklärten, der Text liege ihnen noch nicht vor, und sie wollten sich daher nicht dazu äußern.

BANGKOK: Nach Monaten der politischen Krise hat das Parlament in Thailand in einer Sondersitzung den Kandidaten der oppositionellen Demokratischen Partei, Abhisit Vejjajiva, zum neuen Regierungschef gewählt. 234 Abgeordnete stimmten für ihn, 197 gegen ihn. Die Demokratische Partei hatte sich mit mehreren kleineren Parteien zusammengeschlossen. Der bisherige Ministerpräsident Somchai Wongsawat war Anfang Dezember vom Verfassungsgericht zum Rücktritt gezwungen worden. Das Verfassungsgericht ordnete zudem die Auflösung seiner Partei der Volksmacht PPP wegen Wahlbetrugs an. Vorangegangen waren monatelange Proteste der Opposition, die zum Schluss auch tagelang die beiden Flughäfen in Bangkok besetzt hielt. Mehr als 300.000 Urlauber saßen fest.

JERUSALEM: Das Oberste Gericht Israels hat grünes Licht für die geplante Freilassung von etwa 230 palästinensischen Häftlingen gegeben. Der israelische Rundfunk meldet, das Gericht habe Anträge israelischer Terroropfer sowie eines Siedleranführers gegen die Freilassung abgelehnt. Sie ist als Geste des guten Willens an den Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas geplant. Bei den Häftlingen handelt es sich um Mitglieder seiner Fatah-Organisation. Keiner von ihnen war israelischen Angaben zufolge an tödlichen Anschlägen auf Israelis beteiligt.

ADDIS ABEBA: Die Afrikanische Union (AU) hat die Entlassung des somalischen Ministerpräsidenten, Nur Hassan Hussein, kritisiert und vor einer neuen politischen Krise gewarnt. AU-Kommissionspräsident Jean Ping sagte in Addis Abeba, die Entscheidung könnte die bereits geschwächten Bemühungen um Frieden und Stabilität weiter untergraben. Ministerpräsident Hussein erkennt seine Entlassung nicht an und kündigte an, sich an das Parlament zu wenden, um den Schritt rückgängig zu machen.

Peking: Als weiteres Zeichen der Annäherung sind zwischen China und Taiwan erstmals tägliche Direktflüge aufgenommen worden. Das erste Flugzeug startete in der südchinesischen Stadt Shenzhen nach Taiwan, wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldet. In den vergangenen Monaten hatte es Direktflüge nur am Wochenende gegeben. Der seit Februar amtierende taiwanesische Präsident Ma Ying-jeou vertritt einen gemäßigteren politischen Kurs als seine Vorgänger und bemüht sich um eine Annäherung an die Volksrepublik. Die chinesische Führung betrachtet Taiwan seit der Abspaltung 1949 als abtrünnige Provinz und strebt eine Wiedervereinigung zu ihren Bedingungen an.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden meist trüb und vereinzelt Regen. Sonst teils wolkig, teils freundlich bei Temperaturen zwischen null und acht Grad Celsius.

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