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Nachrichten

Montag, 14. Mai 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag

STUTTGART: DaimlerChrysler verkauft für 5,5 Milliarden Euro die Mehrheit an der verlustreichen US-Tochter Chrysler an den US-Finanzinvestor Cerberus. Cerberus übernehme 80,1 Prozent der Chrysler-Anteile, teilte der Autobauer in Stuttgart mit. DaimlerChrysler behalte 19,9 Prozent des Kapitals. Die milliardenschweren Verpflichtungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorge blieben bei dem US-Unternehmen Chrysler. Die Transaktion solle zum dritten Quartel 2007 abgeschlossen werden. Statt DaimlerChrysler AG werde das Unternehmen künftig nur noch Daimler AG heißen.

DARMSTADT: Im ersten Prozess um den Korruptionsskandal bei Siemens hat das Landgericht Darmstadt zwei ehemalige Manager des Konzerns zu Freiheitsstrafen auf Bewährung verurteilt. Gegen den früheren kaufmännischen Leiter der Kraftwerkssparte verhängte das Gericht wegen Bestechung und Untreue zwei Jahre Freiheitsstrafe auf Bewährung, gegen den zweiten Angeklagten lediglich neun Monate auf Bewährung. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Manager zwischen 1999 und 2002 Mitarbeiter des italienischen Energiekonzerns Enel mit sechs Millionen Euro bestochen haben. Siemens muss zudem 38 Millionen Euro an die Staatskasse zahlen. Der Konzern hat bereits Revision angekündigt.

BRÜSSEL: Vier Tage vor einem Gipfeltreffen von EU und Russland hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier die Situation als kompliziert bezeichnet. Am Rande eines EU-Außenministertreffens in Brüssel plädierte Steinmeier für eine Rückkehr zur Vernunft. Erschwert wird das für den 18. Mai geplante Treffen durch die Blockade eines geplanten Partnerschaftsabkommens zwischen der EU und Russland, von dem sich Europa mehr Versorgungssicherheit bei russischem Gas und Öl erhofft. Zudem verhindert Polen den Beginn wichtiger Verhandlungen zwischen der EU und Moskau wegen eines russischen Einfuhrstopps für polnisches Fleisch. Als EU-Ratsvorsitzender will sich Steinmeier dafür einsetzen, die Blockade um das Partnerschaftsabkommen zu lösen.

BRÜSSEL: Die Außenminister der 27 EU-Staaten suchen gemeinsam mit ihren Kollegen der Arabischen Liga nach einer Lösung im Nahostkonflikt. Unter Vorsitz von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier beraten sie in Brüssel mit Vertretern aus Ägypten, Jordanien, Katar und dem Libanon sowie Marokko, Saudi-Arabien und Syrien über Möglichkeiten einer Friedensregelung. Die EU unterstützt den im März in Riad wieder belebten Friedensplan der Arabischen Liga von 2002, der normale Beziehungen zu Israel im Gegenzug zu einem israelischen Abzug aus den seit 1967 besetzten Gebieten vorsieht. Die Vorbereitung des EU-Russland-Gipfels am 18. Mai in Samara ist das zweite Hauptthema des Treffens. Zeitgleich tagen in Brüssel die EU-Verteidigungsminister. Sie wollen unter anderem neue Polizeieinsätze der Union in Afghanistan und im Kosovo beschließen.

GAZA-STADT: Die Gewalt im Gazastreifen dauert an. Eine erst in der Nacht zum Montag unter ägyptischer Vermittlung ausgehandelte Waffenruhe für das Autonomiegebiet hat nur wenige Stunden gehalten. Bei den neuen Gefechten zwischen Anhängern der zerstrittenen Palästinensergruppierungen Hamas und Fatah wurden mindestens zwei Menschen getötet, weitere wurden verletzt. Beide Seiten wiesen sich wechselseitig die Schuld für die Kämpfe zu. Angesichts der innerpalästinensischen Gewalt im Gazastreifen trat Innenminister Hani al-Kawasmi zurück. Der Minister hatte seinen Rücktritt bereits vor zwei Wochen aus Protest gegen die sich verschlechternde Sicherheitslage eingereicht. Ministerpräsident Ismail Hanija hatte sich aber bemüht, den Minister zum Verbleib im Amt zu überreden. Heute nahm er den Rücktritt an.

MANILA: Auf den Philippinen sind die Parlaments- und Regionalwahlen zu Ende gegangen. Die Abstimmungen waren von zahlreichen blutigen Gewalttaten überschattet worden. Mehr als 100 Menschen wurden während des Wahlkampfes und am Wahltag getötet. Nach Polizeiangaben waren die Opfer Kandidaten oder deren Anhänger. Gewählt wurden zwölf Senatoren, alle 240 Volksvertreter im Parlament sowie 17.000 Lokalpolitiker. Mit dem Auszählungsergebnis wird in einigen Tagen gerechnet. Die Opposition betrachtet die Wahlen als ein Referendum gegen Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo, die wenig Rückhalt in der Bevölkerung hat. Ihr politisches Lager hält aber die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Arroyo überstand bereits mehrere Versuche der Opposition und des Militärs sie abzusetzen.

BREMEN: Die große Koalition in Bremen hat bei der Bürgerschaftswahl starke Verluste erlitten. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erreichte die SPD 36,8 Prozent, das ist ein Minus von 5,5 Prozentpunkten. Die CDU kam auf 25,6 Prozent, 4,1 Prozentpunkte weniger als 2003. Die Grünen erzielten 16,4, die Linke 8,4 und die FDP 5,9 Prozent. Auch die DVU zog mit einem Abgeordneten in die Bürgerschaft ein. Bremens SPD-Bürgermeister Jens Böhrnsen will Sondierungsgespräche ausschließlich mit CDU und Grünen führen. Die Bundesparteien wollen an diesem Montag auf ihren Gremiensitzungen in Berlin die Ergebnisse analysieren. Während sich CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla für eine Fortführung der SPD/CDU-Regierung in Bremen aussprach, sagte Grünen-Chefin Claudia Roth, die große Koalition sei abgewählt worden. SPD-Chef Kurt Beck wertete das Abschneiden seiner Partei als Erfolg.

BONN: Die Gewerkschaft Verdi hat ihre Streik-Aktionen bei der Deutschen Telekom ausgeweitet. Bundesweit seien rund 15.000 Beschäftigte im Ausstand, teilte Verdi in Bonn mit. Der Streik werde zu Beeinträchtigungen im Außendienst und in Callcentern führen. Besonders betroffen seien Berlin-Brandenburg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Der Protest richtet sich gegen die geplante Ausgliederung von 50.000 Beschäftigten in Service-Gesellschaften. Die Beschäftigten sollen dort neun Prozent weniger verdienen und 38 statt 34 Stunden arbeiten.

SAO PAULO: Papst Benedikt XVI. hat seinen Brasilien-Besuch beendet und ist nach Rom zurückgeflogen. Zum Abschluss seiner Reise hatte das Kirchenoberhaupt die lateinamerikanische Bischofskonferenz im Wallfahrtsort Aparecida eröffnet. In einer Grundsatzrede vor den Kardinälen und Bischöfen räumte er Fragen der sozialen Gerechtigkeit einen zentralen Stellenwert ein und prangerte die große Kluft zwischen Arm und Reich auf dem Subkontinent an. Der Kampf gegen die Armut sei eines der Grundanliegen seiner Kirche. Gleichzeitig warnte der Papst vor einem direkten politischen Engagement der römisch-katholischen Kirche. Angesichts der zunehmenden Abwendung der Menschen vom Katholizismus rief er zu einer Erneuerung der lateinamerikanischen Kirche auf. Ohne konkrete Staaten anzusprechen, äußerte sich Benedikt XVI. besorgt über den Fortbestand autoritärer Regierungen in Lateinamerika.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten und Südosten schwül warm, örtlich auch Gewitter, sonst wechselhaft mit Schauern. Die Tageshöchstwerte bewegen sich zwischen 17 und 21 Grad.

Zuletzt meldeten bei überwiegend wolkigem Himmel:

Hamburg: 19 Grad;
Berlin: 22 Grad;
Dresden: 23 Grad;
Köln/Bonn: 18 Grad;
Frankfurt am Main: 16 Grad und
München: 22 Grad, fast wolkenlos.

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