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Nachrichten

Montag, 14. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PARIS: Einen Tag nach der Gründung der Mittelmeerunion nehmen zahlreiche Staats- und Regierungschefs an der Feier des französischen Nationalfeiertags teil. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird sich die Militärparade auf den Champs-Élysées, an der auch ein UN-Kontingent teilnehmen soll, anschauen. Am Vortag hatten die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union, Nordafrikas und des Nahen Ostens eine stärkere Zusammenarbeit vereinbart, von der sie sich auch Impulse für den Friedensprozess im Nahen Osten erhoffen. Zwischen Syrien und Libanon sowie zwischen Israel und den Palästinensern wurden Friedensbotschaften ausgetauscht. Kanzlerin Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier indes äußerten sich skeptisch, ob die politische Symbolik des Treffens realen Fortschritt in Nahost nach sich ziehen wird.

KHARTUM: Die sudanesische Regierung hat vor einer Anklage gegen Präsident Omar el Baschir vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Völkermords in der Krisenregion Darfur gewarnt. Dies würde den Konflikt nur verschärfen, heißt es in einer Erklärung. Der Chefankläger des Strafgerichtshofs, Luis Moreno-Ocampo, will heute neue Beweise zu Gräueltaten in Darfur vorlegen. Ein Haftbefehl gegen el Baschir gilt als wahrscheinlich. Dieser traf sich am Sonntag mit Beratern zu einer Krisensitzung. Die Vereinten Nationen erhöhten die Sicherheitsstufe für ihre Mitarbeiter in Darfur. Dort greifen seit Jahren arabische Milizen die afrikanische Zivilbevölkerung an. Schätzungsweise 300.000 Menschen kamen ums Leben. Der Strafgerichtshof beschuldigt die Regierung des Sudan, diese Milizen mit Geld und Waffen zu unterstützen.

WASHINGTON: Um die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten einzudämmen, haben Regierung und Notenbank der USA den angeschlagenen Hypotheken-Giganten Fannie Mae und Freddie Mac Unterstützung angeboten. Finanzminister Henry Paulson teilte nach Krisengesprächen in Washington mit, zusätzliche Kredite zu günstigen Konditionen gewähren zu wollen. Falls nötig, wolle die Regierung auch Anteile der beiden Unternehmen kaufen. Die Maßnahmen müssen noch vom Kongress gebilligt werden. Die Rettung von Fannie Mae und Freddie Mac ist für die US-Regierung von größtem Interesse, da beide eine zentrale Rolle auf dem Wohungsmarkt spielen. Sie verwalten rund 40 Prozent aller privaten Immobilienkredite in einem Gesamtwert von 5,2 Billionen Dollar. Die Aktien beider Institute waren zum Wochenende an der New Yorker Börse zeitweise um mehr als 50 Prozent eingebrochen. Seit Anfang des Jahres haben Freddie Mac-Aktien 87 Prozent an Wert verloren, die Papiere von Fannie Mae gaben um bis zu 80 Prozent nach.

BRÜSSEL: Nach zähem Ringen hat der US-Brauereigigant Anheuser-Busch der Übernahme durch den belgisch-brasilianischen Konkurrenten Inbev zugestimmt. Dadurch entsteht der größte Brauereikonzern der Welt. Wie beide Unternehmen mitteilten, beträgt die Kaufsumme des für seine Marke Budweiser bekannten US-Konzerns 52 Milliarden Dollar (rund 32,7 Milliarden Euro) - deutlich mehr als ursprünglich vorgesehen. Inbev, der neben Beck's-Bier auch die Marken Franziskaner, Löwenbräu und Diebels vertreibt, wird damit zum Branchenführer mit einem Jahresumsatz von etwa 36 Milliarden Dollar.

TEHERAN: Der russische Energiekonzern Gazprom und der Iran wollen bei der Erschließung umfangreicher iranischer Gas- und Erdölvorkommen zusammenarbeiten. Beide Seiten hätten einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet, meldet die dem iranischen Ölministerium zugehörige Nachrichtenagentur Schana. Damit füllt Russland die Lücke, die westliche Konzerne im Iran hinterlassen haben. Erst vor wenigen Tagen hatte der französische Ölkonzern Total weitere Investitionen dort als politisch zu riskant abgelehnt. Hintergrund ist der Streit über das Nuklearprogramm des Iran. Westliche Staaten werfen der Islamischen Republik vor, nach Atomwaffen zu streben.

ANKARA: Wegen mutmaßlicher Beteiligung an Umsturzplänen sind in der Türkei 86 Personen angeklagt worden. In einer Erklärung der Staatsanwaltschaft heißt es, ihnen werde vorgeworfen, eine terroristische Organisation gebildet zu haben, um die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan zu stürzen. Zu den Beschuldigten gehören ehemalige Militärs, der Chef einer kleinen nationalistischen Partei und ein prominenter Journalist. Sie waren Anfang Juli im Zuge von Ermittlungen gegen ein nationalistisches und säkulares Netzwerk festgenommen worden. - Erdogans Regierungspartei AKP muss sich derzeit vor dem Verfassungsgericht gegen Vorwürfe verteidigen, sie betreibe eine Islamisierung des Landes. Der Generalstaatsanwalt hat deshalb ein Verbot der AKP gefordert.

ANKARA: Die drei deutschen Geiseln in der Osttürkei sind laut einer Erklärung der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK wohlauf. In der von der PKK-nahen Nachrichtenagentur Firat verbreiteten Stellungnahme heißt es weiter, die deutsche Bundesregierung solle die Türkei auffordern, ihre Kampfeinsätze gegen die kurdischen Rebellen zu stoppen. Dann werde sich die PKK-Führung für die Freilassung der Geiseln einsetzen. Die Entführung der deutschen Bergsteiger wurde den Angaben zufolge nicht von der Spitze der Rebellenorganisation initiiert, sondern geht auf das Konto einer lokalen Einheit, die auf eigene Faust gehandelt habe. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan vereinbarten am Rande des EU-Mittelmeer-Gipfels in Paris eine intensive Zusammenarbeit, um eine schnelle Freilassung der Deutschen zu erreichen.

BERLIN: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück will höhere Einkommen zusätzlich belasten, um milliardenschwere Steuerausfälle auszugleichen, die durch die künftig stärkere Absetzbarkeit von Krankenkassenbeiträgen entstehen. Der SPD-Politiker verwies in der 'Bild'-Zeitung auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das vorschreibt, dass die Beiträge ab 2010 zu einem größeren Teil abgesetzt werden können als bisher. Diese Änderung dürfe nicht nur Besserverdienern zugutekommen. Auch die unteren Einkommensgruppen müssten etwas davon haben, betonte Steinbrück.

HALLE: Die Leopoldina in Halle in Sachsen-Anhalt wird zur Stunde feierlich zur Nationalen Akademie der Wissenschaften ernannt. An dem Festakt nimmt auch Bundespräsident Horst Köhler als Schirmherr der neuen Einrichtung teil. Aufgabe der Nationalakademie wird es sein, Politiker zu beraten und die deutsche Wissenschaft im Ausland zu repräsentieren. Die Tradition der Leopoldina reicht mehr als 350 Jahre zurück. Ihr gehören zurzeit rund 1.300 Wissenschaftler aus aller Welt an, darunter mehrere Nobelpreisträger. Um die Einrichtung der Nationalakademie hatte es in Deutschland einen jahrelangen Streit gegeben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich der Donau meist bedeckt und immer wieder Regen, sonst wechselnd oder aufgelockert bewölkt und vielfach sonnig. Höchstwerte 16 bis 24 Grad.

Hamburg und Dresden: 16 Grad, wolkig;

Berlin: 18 Grad, leicht bewölkt;

Köln/Bonn: 14 Grad, wolkig;

Frankfurt am Main: 17 Grad, wolkenlos und

München: 13 Grad, leichter Regen.

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