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Nachrichten

Montag, 14. August 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag.

BEIRUT: Im Libanon-Konflikt ist die von den Vereinten Nationen ausgehandelte Waffenruhe in Kraft getreten. Damit sollen die Feindseligkeiten zwischen Israel und der radikalislamischen Hisbollah nach mehr als einem Monat enden. Angesichts der ausgebliebenen weiteren Kämpfe brachen zahlreiche Flüchtlinge mit schwer bepackten Fahrzeugen in Richtung Südlibanon auf. Die israelische Armee begann nach eigenen Angaben mit dem Abzug erster Truppenkontingente. Viele Soldaten sollen aber noch bis zur Stationierung libanesischer und internationaler Truppen im Südlibanon stationiert bleiben. So sieht es die Libanon-Resolution der UN vor.

BERLIN: Die Bundestagsparteien streiten weiter über eine Beteiligung deutscher Soldaten an einer Friedenstruppe im Nahen Osten. Nach Verteidigungsminister Franz Josef Jung sagte auch Innenminister Wolfgang Schäuble (beide CDU), Deutschland könne sich bei einem europäischen Einsatz nicht verweigern. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte erklärt, Israel sehe "offenbar in einer deutschen Beteiligung kein Problem". Innerhalb der Parteien gibt es jedoch starke Vorbehalte und insbesondere auch Sorgen, Bundeswehrsoldaten könnten in eine Konfrontation mit israelischen Soldaten hineingeraten. SPD-Präsidiumsmitglied und Fraktionsvize Ludwig Stiegler berichtete der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse", ein gutes Drittel der Fraktion werde sich mit einer militärischen Beteiligung sehr schwer tun.

LONDON: Die Sicherheitsbehörden in Großbritannien und den USA haben die Terrorwarnstufen wieder etwas gesenkt. Vier Tage nach dem Terroralarm von London gilt in Großbritannien jetzt die Warnstufe "ernst". In den vergangenen Tagen lag sie auf der höchsten Stufe bei "kritisch". In den USA gilt jetzt die Sicherheitsstufe "orange" statt "rot". Damit gehen die Behörden nicht mehr davon aus, dass ein Anschlag unmittelbar bevorsteht. Auf den britischen Flughäfen dürfen Fluggäste jetzt auch wieder Handgepäck mit in die Kabine nehmen. Flüssigkeiten und bestimmte Gegenstände bleiben aber verboten.

WIESBADEN: Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr so stark gewachsen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Im 2. Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um real 0,9 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Zahlen für das 1. Quartal wurden von 0,4 auf 0,7 Prozent nach oben korrigiert. Die Wachstumsimpulse kamen laut den Statistikern vor allem von Investitionen im Inland, während sich beim Außenhandel die Dynamik abgeschwächt habe. Im Gesamtjahr soll die deutsche Wirtschaft nach bisherigen Schätzungen mit 2,0 Prozent zulegen.

ROM: Papst Benedikt XVI. hat die Haltung der katholischen Kirche zu Ehe, Abtreibung und Verhütung verteidigt. Das Christentum und der Katholizismus seien keine Ansammlung von Verboten, sondern eine positive Option, sagte der Papst in einem Interview der Deutschen Welle, des Ersten und Zweiten Deutschen Fernsehens und von Radio Vatikan. Zugleich warnte er die Christen vor Resignation. Ihre Botschaft gehöre nicht in die Mottenkiste. Hoffnungen auf große Fortschritte bei der Ökumene mit der evangelischen Kirche erteilte er einen Dämpfer.

COLOMBO: Aus dem Norden Sri Lankas werden wieder schwere Gefechte zwischen Tamilen-Rebellen und Regierungstruppen gemeldet. Auf einer den Aufständischen nahe stehenden Website wird berichtet, bei einem Militärangriff auf ein Waisenhaus seien mehr als 40 Schülerinnen getötet und 60 weitere verletzt worden. In anderen ebenfalls den Rebellen zugerechneten Quellen ist von einem Angriff der Regierungstruppen auf eine Kirche die Rede. Eine unabhängige Bestätigung für diese Angaben gibt es nicht. Die Rebellen hatten am Samstag eine Offensive gestartet, um die Halbinsel Jaffna wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.

CANBERRA: Der australische Ministerpräsident John Howard hat seine umstrittenen Pläne für ein neues Einwanderungsgesetz fallen gelassen. Der Entwurf hätte eigentlich an diesem Montag im Senat zur Abstimmung kommen sollen. Howard erklärte jedoch, er habe dort keine Chance auf eine Mehrheit. Das neue Gesetz hätte die Bedingungen für Flüchtlinge drastisch verschärft. So war vorgesehen, dass alle vor Australien aufgegriffenen Bootsflüchtlinge grundsätzlich in Gefangenenlagern auf kleinen Inseln festgehalten werden sollten. Die faktisch erzwungene Rücknahme des Gesetzentwurfs gilt als schwere Niederlage für den Regierungschef vor der Parlamentswahl im kommenden Jahr.

MEXIKO-STADT: Die Proteste gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in Mexiko sollen nach dem Willen des unterlegenen Linkskandidaten Andres Manuel Lopez Obrador noch bis mindestens September fortgesetzt werden. Vor mehreren zehntausend Anhängern in Mexiko-Stadt forderte er erneut die Neuauszählung aller Stimmen. Am mexikanischen Unabhängigkeitstag am 16. September wolle er zudem eine "nationale demokratische Versammlung" einberufen, erklärte Lopez Obrador weiter. Dabei soll offenbar eine langfristig angelegte Protestbewegung gegen die Regierung ins Leben gerufen werden. Bei der Wahl Anfang Juni war Lopez Obrador dem konservativen Kandidaten Felipe Calderon knapp unterlegen.

TORONTO: Mit einem Aufruf zu verstärkter Forschung nach Mitteln, die eine HIV-Infektion verhindern, hat in Kanada die bislang größte internationale Aids-Konferenz begonnen. Ein entsprechendes Medikament könnte der nächste große Durchbruch im Kampf gegen die Krankheit sein, sagte Microsoft-Gründer Bill Gates in Toronto. - An der Tagung nehmen mehr als 20.000 Delegierte aus 132 Ländern teil.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Nordwesten her teils ergiebiger Regen. Sonst ein Mix aus Sonne und Wolken mit kurzen Schauern. Höchstens 18 bis 23 Grad.

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