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Nachrichten

Montag, 14. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TAIPEH: Taiwan und China wollen ihren vor fast zehn Jahren unterbrochenen offiziellen Dialog wieder aufnehmen. Das kündigte der designierte taiwanesische Vize-Präsident Vincent Siew an. Er hatte am Samstag am Rande eines Wirtschaftsforums auf der südchinesischen Insel Hainan mit Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao gesprochen. Es handelte sich um das ranghöchste Treffen seit der Abspaltung Taiwans von China 1949. Auch die bilateralen Handelsgespräche sollen wieder aufgenommen werden. Dafür soll der 75-jährige Wirtschaftsfachmann Chiang Pin-kung federführend zuständig sein. Die neue taiwanesische Führung tritt ihr Amt am 20. Mai an.

WASHINGTON: Mittelsmänner des Dalai Lama, des geistlichen Oberhaupts der Tibeter, stehen nach dessen Angaben in Kontakt mit China. Bei einer Pressekonferenz während eines USA-Aufenthalts sagte der Dalai Lama, es gebe über private Kanäle einige Bemühungen zur Entspannung der Lage. Details nannte er nicht. Mehrere westliche Staaten hatten die chinesische Führung nach dem gewaltsamen Vorgehen gegen tibetische Mönche aufgerufen, das Gespräch mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter zu suchen. China wirft ihm jedoch vor, Tibet abspalten zu wollen und die Unruhen angestachelt zu haben. Der Dalai Lama selbst drohte derweil damit, die Führung der in Indien beheimateten tibetischen Exilregierung niederzulegen, falls seine Landsleute ihre Ziele gewaltsam erreichen wollten.

ROM: In Italien ist die zweitägige Parlamentswahl fortgesetzt worden. Sie endet am Nachmittag Ortszeit. Die Bürger können darüber entscheiden, ob der konservative Oppositionsführer Silvio Berlusconi wieder an die Macht kommt oder ob Roms Ex-Bürgermeister Walter Veltroni aus dem Mitte-Links-Lager neuer Regierungschef wird. Am Sonntag war die Wahl eher schleppend angelaufen. Bis zum gestrigen Abend gaben etwa 63 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Erste Ergebnisprognosen sollen kurz nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht werden. Die Neuwahl war nach dem Scheitern der bisherigen Mitte-Links-Koalition von Ministerpräsident Romano Prodi notwendig geworden.

WASHINGTON: Angesichts der Preisexplosion bei Grundnahrungsmitteln haben Weltbank und Internationaler Währungsfonds an die Staatengemeinschaft appelliert, schnellstens eine Nothilfe von 500 Millionen Dollar zur Verfügung zu stellen. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen benötige das Geld umgehend, sagte Weltbank-Präsident Robert Zoellick zum Abschluss der Frühjahrstagung beider Organisationen in Washington. Vor allem in armen Ländern ist es wegen des Preisanstiegs bereits zu Gewalt, Demonstrationen und Plünderungen gekommen. In Haiti führten die Unruhen sogar zum Sturz der Regierung. - Als Grund für den Preisanstieg gilt unter anderem die verstärkte Produktion von Biokraftstoffen aus Getreide, das dadurch dem Nahrungsmittelkreislauf entzogen wird.

BERLIN: Die SPD-Führungsriege hat sich auf ein Modell für die umstrittene Teilprivatisierung der Deutschen Bahn verständigt. Parteichef Kurt Beck sagte nach einer fünfstündigen Sitzung in Berlin, es gebe nun einen Vorschlag der Parteiführung, den auch die Landes- und Bezirksvorsitzenden mittrügen. Aus Parteikreisen verlautete, das Modell sehe vor, dass private Investoren an der geplanten Holding für Fahrbetrieb und Logistik maximal 24,9 Prozent erwerben dürften. Das Schienennetz bleibe wie geplant zu 100 Prozent in Bundesbesitz. Die ursprünglich von Beck vorgeschlagene Abtrennung des Nahverkehrs von der Privatisierung sei damit vom Tisch. Führende Unions-Politiker hatten am Sonntag gefordert, den Fahrbetrieb und die Gütersparte zu 49,9 Prozent zu privatisieren. Der geplante Börsengang soll dem Konzern neue Investitionsmittel zugänglich machen.

FRANKFURT AM MAIN: Mit der Vernehmung des früheren Vorstandsvorsitzenden Ron Sommer wird an diesem Montag der Prozess um den dritten Börsengang der Deutschen Telekom fortgesetzt. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main muss klären, ob die Telekom wegen falscher Angaben im Börsenprospekt Schadenersatz zahlen muss. Rund 16.000 Kleinaktionäre haben geklagt. Nach ihrer Ansicht hatte das Unternehmen seine Immobilien im Börsenprospekt überbewertet und Informationen über die geplante Übernahme des US-Mobilfunkunternehmens Voicestream zurückgehalten. Die Telekom weist die Vorwürfe zurück und hat zum Auftakt des Prozesses vor einer Woche einen Vergleich abgelehnt.

BERLIN: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) befürchtet eine dramatisch zunehmende Altersarmut in Deutschland. DGB-Chef Michael Sommer sagte der "Bild"-Zeitung, in der jetzigen Rentner-Generation hätten die meisten noch ein auskömmliches Einkommen. Wenn nichts passiere, müssten aber in spätestens 15 Jahren Millionen Rentner von Sozialhilfe leben. Das Thema Altersarmut werde völlig unterschätzt. Sommer wies darauf hin, dass man für ein Jahr Bezug von Hartz IV-Leistungen später eine monatliche Rente von 2,19 Euro bekomme. Der DGB-Vorsitzende betonte, angesichts der Überalterung der Gesellschaft müsse geklärt werden, wie das System künftig bezahlbar bleiben solle und gleichzeitig eine anständige Sicherung im Alter garantiere.

ZAGREB: Bundespräsident Horst Köhler ist zu einem dreitägigen Besuch in Kroatien eingetroffen. Bei einem Gespräch mit seinem Kollegen Stjepan Mesic in Zagreb dürfte es vor allem um den Reformprozess in dem Balkanstaat gehen. Mitte der Woche will Köhler nach Mazedonien weiterreisen. Kroatien und Mazedonien gehörten zum ehemaligen Vielvölkerstaat Jugoslawien.

JERUSALEM: Der frühere US-Präsident Jimmy Carter hat seine Entscheidung, sich mit Hamas-Chef Khaled Mechaal in dessen syrischem Exil zu treffen, verteidigt. Der israelischen Zeitung 'Haaretz' sagte er, er reise nicht im offiziellen Auftrag der US-Regierung nach Damaskus. Er sei der Meinung, dass die militante Palästinenser-Organisation in die israelisch-palästinensischen Friedensgespräche mit einbezogen werde müsse. Carter will laut 'Haaretz' versuchen, Mechaal zur Auslieferung dreier israelischer Soldaten zu bewegen, die seit 2006 in den Händen militanter Palästinenser sind. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas konnte Israels Regierungschef Ehud Olmert bei einem Treffen am Sonntag nicht dazu bewegen, einem inoffiziellen Waffenstillstand mit der Hamas im Gazastreifen zuzustimmen.

MASKAT: Die olympische Fackel ist auf ihrem Weg um die Welt im arabischen Sultanat Oman eingetroffen. Der Sportminister des Landes, Ali bin Maussud al-Sunaidi, nahm sie entgegen. Wegen der starken Hitze am Tage soll die Fackel von den etwa 80 Sportlern erst am frühen Abend Ortszeit durch die Straßen der Hauptstadt Maskat getragen werden. Das olympische Feuer kam aus der tansanischen Wirtschaftsmetropole Daressalam, wo es anders als in San Francisco, Paris und London zu keinen anti-chinesischen Protesten kam. Nächste Station ist am Mittwoch die pakistanische Hauptstadt Islamabad.

ZUM SPORT: In der 1. Fußball-Bundesliga hat Spitzenreiter München mit einem 5:0-Sieg gegen Dortmund seinen Vorsprung an der Tabellenspitze auf zehn Punkte ausgebaut. Im zweiten Sonntagsspiel siegte Leverkusen 3:0 gegen Stuttgart. - Schalke trennte sich von Trainer Mirko Slomka. Der Verein reagierte damit auf die 1:5 Pleite gegen Bremen und das Ausscheiden aus der Champions League.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend bewölkt mit Schauern. An der Nordsee und in Schleswig-Holstein freundlich. Höchstwerte sieben bis zwölf Grad.

Am Morgen haben gemeldet:
HAMBURG: 7 Grad, wolkig;
DRESDEN: 13 Grad, wolkig;
BERLIN: 10 Grad, nach Regen;
KÖLN/BONN: 7 Grad, Regen;
FRANKFURT AM MAIN: 8 Grad, Schauer und
MÜNCHEN: 11 Grad, fast wolkenlos.

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