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Nachrichten

Montag, 13. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Die Spitzen der großen Koalition haben sich grundsätzlich auf einen Gesetzentwurf für einen Stabilisierungsfonds für die Finanzmärkte geeinigt. Danach kann das Finanzministerium für den Fonds bis Ende 2009 Garantien in Höhe von 400 Milliarden Euro für die Banken abgeben. Ziel sei es, Liquiditätsengpässe im Interbankenmarkt zu beheben und die Refinanzierung am Kapitalmarkt zu unterstützen, heißt es in dem vorab bekannt gewordenen Gesetzestext. Der Bundesfinanzminister kann den Geldinstituten dabei Auflagen machen, die unter anderem sowohl das Vergütungssystem als auch die geschäftspolitische Ausrichtung betreffen können. Das Rettungspaket soll noch an diesem Montag im Kabinett verabschiedet und bis zum Wochenende per Eilverfahren zum Gesetz werden. Die Koalition will trotz der Auswirkungen der Krise auf Wirtschaftswachstum und Steuereinnahmen am Ziel festhalten, bis 2011 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück schloss allerdings nicht aus, dass dieses Vorhaben ein wenig länger dauern könnte.

FRANKFURT AM MAIN: Mit einem Kursfeuerwerk haben die Börsen in Europa auf die am Wochenende verabschiedeten Rettungspläne für die schwer angeschlagenen Finanzmärkte reagiert. Der deutsche Aktienindex DAX schnellte um fast sieben Prozent nach oben, und auch in London, Paris und Zürich gab es nach Handelsbeginn kräftige Kursgewinne. In Russland öffneten die Börsen erstmals, nachdem der Handel in der vergangenen Woche ausgesetzt worden war. Auch die Börsen in Sydney, Singapur und Seoul lagen im Plus. Weiter abwärts ging es in Hongkong, Schanghai und Jakarta. Die Börse in Tokio blieb wegen eines Feiertages geschlossen. Die Europäische Zentralbank kündigte unterdessen an, gemeinsam mit anderen Notenbanken weitere Milliarden Dollar in die Geldmärkte zu pumpen. Die britische Regierung stellte drei angeschlagenen Großbanken Kapital in Höhe von umgerechnet 47 Milliarden Euro zur Verfügung.

WASHINGTON: Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds, IWF, haben den Entwicklungsländern Unterstützung im Kampf gegen die Finanzkrise zugesichert. Weltbank-Präsident Robert Zoellick sagte in Washington, sein Institut könne den armen Staaten etwa bei der Rekapitalisierung angeschlagener Banken helfen. Zugleich forderte Zoellick die reichen Staaten auf, trotz der Belastungen durch die Finanzkrise, ihre Hilfszusagen an die Entwicklungsländer einzuhalten. IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn rief dazu auf, die andere Krise nicht zu vergessen, die durch die gestiegenen Lebensmittel- und Energiepreise ausgelöst worden sei.

VILNIUS: In Litauen hat die konservative Vaterlandsunion nach Teilergebnissen die Parlamentswahl gewonnen und steht vor schwierigen Koalitionsverhandlungen. Parteichef Andrius Kubilius sagte, er erwarte den Auftrag des Präsidenten zur Bildung eines neuen Kabinetts. Nach Auszählung von drei Vierteln der Stimmen kommt die Vaterlandsunion auf fast 18 Prozent. Die Partei Für Ordnung und Gerechtigkeit, geführt von Expräsident Roland Paksas, kommt auf mehr als 13 Prozent. Danach folgen die Sozialdemokratische Partei des bisherigen Ministerpräsidenten Gediminas Kirkilas mit 12 Prozent und die Arbeitspartei mit 10 Prozent. Die vier bisherigen Koalitionspartner der Sozialdemokraten scheitern alle an der Fünf-Prozent-Hürde. - Parallel zur Parlamentswahl gab es eine Volksabstimmung über die Laufzeit des Atomkraftwerks Ignalina. In Umfragen hatte sich eine klare Mehrheit dafür ausgesprochen, die für Dezember 2009 geplante Abschaltung zu verschieben.

LUXEMBURG: Die Außenminister der Europäischen Union beraten über das angespannte Verhältnis zu Russland. Bei dem Treffen in Luxemburg ist umstritten, ob die Verhandlungen über ein Partnerschaftsabkommen der EU mit Moskau wieder aufgenommen werden sollen. Sie waren wegen des Kaukasus-Krieges unterbrochen worden. Einige Mitgliedstaaten sehen trotz des Abzugs der russischen Truppen aus den so genannten Pufferzonen zwischen Georgien und den abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien noch nicht alle Bedingungen erfüllt. Das angestrebte Partnerschaftsabkommen soll für mehr Investitionssicherheit in Russland und zuverlässige Energielieferungen nach Europa sorgen.

JERUSALEM: Angesichts befürchteter Anschläge radikaler Palästinenser während des jüdischen Laubhüttenfests hat Israel das Westjordanland abgeriegelt. Dort lebenden Palästinensern werde es in den kommenden sieben Tagen nur aus humanitären oder medizinischen Gründen erlaubt, nach Israel einzureisen, sagte eine Sprecherin der israelischen Armee. Das Militär sei während des siebentägigen Festes in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden.

KABUL: Der Kommandeur der Isaf-Truppe in Afghanistan, David McKiernan, hat pessimistische Einschätzungen über die militärische Lage in dem Land zurückgewiesen. Es gehe nicht so schnell voran wie gewünscht, sagte der US-General in Kabul. Aber der Westen sei nicht dabei, Afghanistan zu verlieren. McKiernan forderte erneut eine Aufstockung der internationalen Truppen, um den Kampf gegen die Aufständischen zu intensivieren. - Der Kommandeur der britischen Truppen in Afghanistan, Mark Carleton-Smith, hatte vor kurzem einen Sieg gegen die Taliban ausgeschlossen. - Bei Kämpfen zwischen Taliban und Sicherheitskräften im Süden Afghanistans wurden nach offiziellen Angaben am Sonntag mehr als hundert Rebellen getötet.

ANKARA: Die türkische Luftwaffe hat erneut mutmaßliche Stellungen kurdischer Rebellen im Norden des Irak angegriffen. Wie die Armeeführung mitteilte, griffen Kampfflugzeuge unter anderem eine Stellung an, in der ranghohe Mitglieder der Kurdischen Arbeiterpartei PKK vermutet worden waren. - Es war der siebte türkische Luftangriff auf Ziele im Nordirak seit einem Überfall kurdischer Kämpfer Anfang Oktober, bei dem 17 Soldaten getötet worden waren. Die PKK nutzt die Bergregion im Nordirak als Rückzugsraum.

BERLIN: Die Partner des Ausbildungspaktes legen an diesem Montag die Bilanz über die Lage am Ausbildungsmarkt vor. Beteiligt sind neben der Bundesregierung und der Bundesagentur für Arbeit auch die Spitzenverbände der Wirtschaft. Wie vorab aus dem Wirtschaftsministerium verlautete, wird ein Rekord bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen erwartet. Zu rechnen sei mit 640.000 Neuverträgen bis Ende des Jahres. Dies würde bedeuten, dass es erstmals seit sieben Jahren keine Lehrstellenlücke gebe. Zwar seien noch knapp 15.000 Jugendliche ohne Vertrag, dagegen stünden aber noch fast 20.000 offene Lehrstellen, etwa im Handwerk.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Küstenbereich meist wolkig, sonst teils Nebel oder Hochnebel, teils heiter. Höchstwerte zwischen 15 Grad bei Nebel und 25 Grad im Südwesten.

Am Morgen meldeten:

Hamburg und Frankfurt am Main: 9°, Nebel;
Berlin: 7°, Nebel;
Dresden: 9°, nach Nebel;
Köln/Bonn: 12°, wolkig, sowie;
München: 9°, leicht bewölkt.

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