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Nachrichten

Montag, 13. März 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag.

BELGRAD: Zwei Tage nach dem Tod von Slobodan Milosevic sorgt ein Streit über den Ort, an dem der jugoslawische Ex-Präsident beigesetzt werden soll, für Spannungen. Die serbische Regierung schließt ein Staatsbegräbnis -wie von den Sozialisten gefordert- aus. Präsident Boris Tadic teilte mit, er werde der mit internationalem Haftbefehl gesuchten Witwe Milosevics, Mirjana Markovic, auch nicht die Rückkehr in ihre Heimat erlauben. In einem Zeitungsinterview hatte sich die in Russland untergetauchte Witwe für eine Beisetzung in Pozarevac, der Heimatstadt ihres Mannes ausgesprochen. Laut dem vorläufigen Autopsiebericht starb Milosevic an einem Herzinfarkt. Eine endgültige Beurteilung könne aber erst nach einer toxikologischen Untersuchung erfolgen, deren Ergebnis in den kommenden Tagen erwartet wird, teilte das UN-Tribunal mit.

BERLIN: Der Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL), Hartmut Möllring, hat Kritik über sein Verhalten bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst zurückgewiesen. Im ZDF sagte er, zehn von 14 Vertretern der TdL hätten bei einer Abstimmung hinter ihm gestanden. Er warf dagegen seinem scheidenden Stellvertreter Ralf Stegner von der SPD vor, mit aller Gewalt einen Abschluss noch in seiner Amtszeit erreichen zu wollen. Möllring forderte die Gewerkschaft Verdi auf, ein verhandlungsfähiges Angebot bei der umstrittenen Erhöhung der Wochenarbeitszeit zu machen. In Baden-Württembergs Kommunen ist der Streik in die sechste Woche gegangen. Gleichzeitig rief die Ärztegewerkschaft Marburger Bund ihre Mitglieder für diesen Montag zu einer Urabstimmung über einen Streik auf.

MAINZ: Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier hat die Bedingungen für eine deutsche Beteiligung an einer Kongo-Schutztruppe bekräftigt. Nur wenn das Risiko militärisch kalkulierbar und der Einsatz zeitlich und örtlich begrenzt sei, werde die Bundeswehr sich beteiligen, sagte Steinmeier nach Angaben der 'Mainzer Zeitung' bei einer SPD-Veranstaltung. Nach derzeitiger Planung werde die Schutztruppe der EU zur Absicherung der Wahl im Kongo etwa 1.000 Mann umfassen; die eine Hälfte würden Deutschland und Frankreich aufbringen, die andere die übrigen EU-Staaten. Auch Kanzlerin Angela Merkel hatte eine Beteiligung zuvor von mehreren Bedingungen abhängig gemacht.

KABUL: Die radikal-islamischen Taliban haben mit der Ermordung einer deutschen Geisel in Afghanistan gedroht. Ein Taliban-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der untergetauchte Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar habe die Tötung von vier ausländischen Geiseln angeordnet. Es handele sich um drei Albaner und einen Deutschen. Die Männer waren am Wochenende in der Provinz Helmand von bewaffneten Taliban-Anhängern verschleppt worden. Die Männer arbeiten für die deutsche Firma Ecolog, die unter anderem mit der Entsorgung von Abwässern betraut ist.

BOGOTA: Bei der Parlamentswahl in Kolumbien ist ersten Ergebnissen zufolge Präsident Alvaro Uribe gestärkt worden. Die Auszählung von mehr als 80 Prozent der Stimmen deutete darauf hin, dass die dem Präsidenten loyalen Parteien in beiden Kammern des Parlaments die Mehrheit erreicht haben. Neben Uribes Konservativer Partei zählen vier weitere, kleinere Parteien dazu. Der 53 Jahre alte Staatspräsident selbst will sich Ende Mai dem Votum der Wähler stellen. In dem von jahrzehntelangem Bürgerkrieg zerrissenen Land will er politische Reformen vorantreiben und den Kampf gegen linksgerichtete Guerilla-Gruppen forcieren.

QUITO: Ein Streik in der ecuadorianischen Ölindustrie ist nach knapp einer Woche beigelegt. Die Streikenden hätten sich bereit erklärt, die Arbeit wieder aufzunehmen, teilte die Regierung mit. Zuvor hatte ihnen die staatliche Ölgesellschaft die Nachzahlung rückständiger Löhne aus den vergangenen Monaten zugesagt. Rund 4.000 Arbeiter in den Amazonas-Provinzen Orellana, Sucumbios und Napo waren am 6. März in den Ausstand getreten. Ihr Streik führte zu einem drastischen Rückgang der Ölproduktion und Verlusten in Millionenhöhe.

RANGUN: Die Vogelgrippe ist offenbar zum ersten Mal in Birma ausgebrochen. Die Militärregierung des asiatischen Landes habe eine Infektion von Geflügel mit dem aggressiven Virusstrang H5N1 nachgewiesen, teilte die Welternährungsorganisation -FAO- mit. Die Proben aus einem Zuchtbetrieb in Mandalay im Zentrum des Landes seien zur Bestätigung an ein Labor in Australien geschickt worden. Seit 2003 starben mehr als 90 Menschen an dem besonders aggressiven Vogelgrippe-Virus H5N1, fast alle von ihnen in Ostasien. Die Militärregierung in Birma ist seit einem Putsch im Jahr 1962 an der Macht. Ihre werden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Experten hatten befürchtet, dass das abgeschottete Land Infektionen verschweigen würde.

PARIS: Ungeachtet von Protesten und Kritik hält der französische Premierminister Dominique de Villepin an seinem umstrittenen Gesetz zur Lockerung des Kündigungsschutzes fest. Das Gesetz, von dem sich die Regierung einen Rückgang der Arbeitslosigkeit erhofft, sei verabschiedet und werde auch umgesetzt, sagte Villepin in einem Fernsehinterview. Gemeinsam mit den Sozialpartnern wolle er jedoch zusätzliche Sozialgarantien für junge Arbeitnehmer ausarbeiten. Für sie herrscht nach dem neuen Gesetz faktisch keinerlei Kündigungsschutz. Aus Protest dagegen hatten sich mehrere hundert Studenten der Pariser Sorbonne tagelang in dem Gebäude verbarrikadiert. Am Wochenende löste die Polizei die Aktion gewaltsam auf.

DARMSTADT: Der Pharma- und Chemiekonzern Merck will seinen Konkurrenten Schering übernehmen. Das Darmstädter Unternehmen bietet 77 Euro pro Aktie, was einem Börsenwert von 15 Milliarden Euro entsprechen würde. Aufsichtsratschef Wilhem Simson sagte, vor allem in der Krebsforschung würden sich beide Unternehmen sehr gut ergänzen. Er wies Spekulationen zurück, das Chemiegeschäft solle verkauft werden. Schering hatte das Angebot zuvor als zu niedrig abgelehnt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten und in Bayern noch Schnee, sonst viel Sonne und trocken. Kalt bei Tageswerten zwischen minus ein und plus fünf Grad.