1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 13. Februar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag

BERLIN: Der Streik im öffentlichen Dienst ist auf insgesamt zehn Bundesländer ausgeweitet worden. Mit Beginn der Frühschicht legten im sächsischen Zwickau die Mitarbeiter von sieben Straßenmeistereien die Arbeit nieder. Auch sechs Unikliniken in Nordrhein-Westfalen werden bestreikt. In Baden-Württemberg und Sachsen ging der Streik in die zweite Woche. Verdi-Chef Frank Bsirske drohte den Arbeitgebern mit einem langen Arbeitskampf. Die Streikkasse der Gewerkschaft sei gut gefüllt. Verdi rechnet damit, dass sich in dieser Woche rund 40.000 Beschäftigte an den Streiks beteiligen. Protestiert wird vor allem gegen die geplante Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich.

JERUSALEM: Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist mit dem amtierenden israelischen Regierungschef Ehud Olmert zusammengetroffen. Wichtigstes Thema dürfte der Sieg der radikal-islamischen Hamas bei der jüngsten Wahl zum Palästinenser-Parlament sein. Auch der Streit um das iranische Atomprogramm sowie die angespannte Lage wegen der Karikaturen des Propheten Mohammed sollen besprochen werden. Steinmeier will unter anderen auch noch mit Außenministerin Zippi Livni, sowie den Vorsitzenden der Arbeitspartei und des Likud-Blocks zusammenkommen. Ein Treffen mit Hamas-Vertretern ist nicht vorgesehen.

LONDON: Nach neuen Misshandlungs-Vorwürfen gegen im Irak stationierte britische Soldaten hat Premierminister Tony Blair volle Aufklärung zugesichert. Blair sagte, man nehme die Anschuldigungen sehr ernst. Auf einem Videoband ist eine Gruppe Soldaten zu sehen, die irakische Jugendliche mit Schlägen und Tritten traktiert. Der Film soll vor zwei Jahren in der südirakischen Stadt Basra aufgenommen worden sein. Die britische Militärpolizei hält das Video nach Erkenntnissen der Zeitung "The Guardian" für echt. Mögliche Täter könnten aus der 20. Panzerbrigade kommen, die in Deutschland stationiert ist.

BAGDAD: Im Irak reißt die Welle der Gewalt nicht ab. In Bagdad wurden bei einem Selbstmordanschlag mindestens sieben Menschen getötet und mehr als 40 verletzt. Der Attentäter zündete seinen Sprengstoffgürtel inmitten einer Gruppe von Wartenden, die vor einer Bank um Lebensmittelgutscheine der Regierung anstanden. Bei zwei weiteren Anschlägen wurden sechs Menschen getötet. Am Sonntag hatte die regierende Schiiten-Allianz Übergangs-Ministerpräsident Ibrahim Al-Dschafari zum neuen Regierungschef bestimmt.

TEHERAN: Der Iran will die Urananreicherung in industriellem Maßstab noch vor der nächsten Sitzung der Internationalen Atomenergiebehörde am 6. März wiederaufnehmen. Ein Regierungssprecher in Teheran sagte, man werde die Sitzung nicht mehr abwarten. Die Atombehörde hatte den Atomstreit mit dem Iran Anfang Februar an den Weltsicherheitsrat überwiesen, eine formelle Entscheidung jedoch bis zur Sitzung am 6. März vertagt. Die iranische Regierung teilte außerdem mit, dass die für Donnerstag geplanten Atomgespräche mit Russland abgesagt worden seien. Ein neuer Termin stehe noch nicht fest. Bei dem Treffen sollte über den russischen Kompromissvorschlag gesprochen werden, Uran für iranische Atomkraftwerke in Russland anzureichern.

KOPENHAGEN: UN-Generalsekretär Kofi Annan hat im Konflikt um die Mohammed-Karikaturen zur Mäßigung aufgerufen. Annan sagte im dänischen Fernsehen, es sei an der Zeit, die Megafone auszuschalten und in Ruhe miteinander zu reden. Die Karikaturen seien beleidigend, weil sie den Eindruck vermittelten, dass der gesamte Islam gewalttätig sei. Gewaltsame Proteste seien jedoch nicht gerechtfertigt. Der EU-Außenbeauftrage Javier Solana beginnt an diesem Montag eine Vermittlungsreise in den Nahen Osten. Dabei will er zum Dialog zwischen der islamischen Welt und Europa aufrufen. In der pakistanischen Stadt Peshawar ging die Polizei mit Tränengas gegen 7.000 randalierende Studenten vor, die gegen die Karikaturen demonstrierten.

PORT-AU-PRINCE: Fast eine Woche nach der Präsidentenwahl in Haiti ist der Ausgang der Abstimmung noch immer ungewiss. Tausende Demonstranten forderten in Port-au-Prince den Provisorischen Wahlrat auf, Ex-Präsident René Preval zum Sieger der Wahl vom vergangenen Dienstag zu erklären. Nach Auszählung von etwa drei Vierteln der rund zwei Millionen Stimmzettel liegt Preval, ein früherer Vertrauter des 2004 gestürzten Staatschefs Jean-Bertrand Aristide, mit 49 Prozent klar in Führung. Für einen Sieg im ersten Wahlgang sind jedoch mehr als 50 Prozent erforderlich. Prevals schärfster Konkurrent, Leslie Manigat, folgt weit abgeschlagen mit unter 12 Prozent.

WASHINGTON: Eine Untersuchungskommission des US-Repräsentantenhauses hat eine vernichtende Bilanz der behördlichen Reaktion auf den Hurrikan "Katrina" gezogen. In dem Entwurf des Untersuchungsberichts heißt es, es habe von Präsident George W. Bush bis zu den örtlichen Einsatzkräften schweres Versagen gegeben. Besonders hart geht die Kommission mit Heimatschutzminister Michael Chertoff ins Gericht. Er habe seine Pflichten zu spät, unwirksam oder überhaupt nicht erfüllt. Das Weiße Haus wies die Anschuldigungen zurück. Nach dem Hurrikan "Katrina" waren weite Teile von New Orleans überflutet worden.

MÜNCHEN: Die Menschen in den von der Schneekatastrophe betroffenen Gebieten Ostbayerns können vorerst aufatmen. Durch den Einsatz tausender Helfer und nachlassenden Schneefall entspannte sich die Lage deutlich. In zwei Landkreisen wurde der Katastrophenalarm aufgehoben; in vier weiteren bleibt er jedoch bestehen. Dennoch bleiben die meisten Schulen an diesem Montag noch geschlossen. Tausende Helfer setzten derweil die Schneeräumung einsturzgefährdeter Dächer fort.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten stark bewölkt mit örtlichem Schneeregen oder Schnee, sonst überwiegend heiter und trocken. Tageswerte zwischen minus zwei und plus sechs Grad.