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Nachrichten

Montag, 13. August 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag

KABUL: In Afghanistan haben die radikal-islamischen Taliban angekündigt, zwei weibliche südkoreanische Geiseln noch an diesem Montag freizulassen. Die beiden Frauen würden in wenigen Stunden dem Roten Kreuz übergeben, so ein Taliban-Sprecher am Vormittag. Mehrere Nachrichtenagenturen berichten, Kontakt mit dem ebenfalls in Afghanistan entführten deutschen Bauingenieur gehabt zu haben. Dieser sei nach eigener Aussage schwer krank. Seine Kidnapper wollten mit der Regierung in Kabul über ein Ende seiner Gefangenschaft verhandeln. Sie seien aber auch bereit, ihn zu töten. Der 62-Jährige wurde am 18. Juli zusammen mit einem zweiten Deutschen in der afghanischen Provinz Wardak verschleppt. Die zweite Geisel wurde laut Obduktionsbericht von den Geiselnehmern erschossen.

BERLIN: Das in Magdeburg entdeckte Stasi-Dokument über einen gezielten Schießbefehl auf Frauen und Kinder an der DDR-Grenze sorgt weiter für Diskussionen. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke -CDU-, sagte im ZDF, dies sei ein Beleg für einen flächendeckenden Schießbefehl an der DDR-Grenze. Der Direktor der Stasi-Opfer-Gedenkstätte-Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, forderte die sogenannte Birthler-Behörde auf, die Namen der Stasi-Mitarbeiter mitzuteilen, die auch auf Frauen und Kinder schießen sollten. Nach dem Stasi-Unterlagen-Gesetz dürften Akten über Stasi- Mitarbeiter nicht anonymisiert werden. Dies sei aber in dem jetzt entdeckten Papier der Fall gewesen. Knabe forderte die Stasi-Unterlagen-Behörde auf, nach weiteren Schießbefehlen zu suchen und die Staatsanwaltschaft über Funde zu informieren.

FRANKFURT AM MAIN: Im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführer-Gewerkschaft GDL findet an diesem Montag ein erstes Vermittlungsgespräch statt. Die als Vermittler bestellten CDU-Politiker Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler kommen in Frankfurt mit Bahnchef Hartmut Mehdorn und der GDL-Spitze zusammen. Die Gewerkschaft verlangt einen eigenen Tarifvertrag für Lokführer und Zugbegleiter, was das Unternehmen jedoch ablehnt. Bei ihrer Forderung nach Lohnerhöhungen um 31 Prozent hat die GDL bereits Kompromissbereitschaft signalisiert.

MÜNCHEN: In der Korruptionssaffäre bei Siemens sind interne Ermittler nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" auf neue verdächtige Zahlungsströme gestoßen. Insgesamt seien "fragwürdige Zahlungen" von weit mehr als einer Milliarde Euro entdeckt worden, berichtet das Blatt. Zu dem Bericht wollte der Konzern bisher noch keine Stellung nehmen.

MÜNCHEN: Der Chef des Bezahlsenders Premiere, Georg Kofler, verlässt überraschend das Unternehmen. Er gehe bereits zum 31. August, teilte Premiere mit. Kofler habe den Aufsichtsrat um die vorzeitige Auflösung seines Dienstvertrags gebeten, hieß es. Neuer Chef werde Finanzvorstand Michael Börnicke. Kofler begründete den Schritt mit seiner 'persönlichen Lebensplanung'.

WASHINGTON: Der Spitzenberater von US-Präsident George W. Bush, Karl Rove, will Ende August zurücktreten. Das kündigte Rove in einem Interview der Zeitung 'Wall Street Journal' an. Rove hatte Bush in seinen beiden Wahlkämpfen beraten und war zuletzt stellvertretender Stabschef im Weißen Haus. Er begründete seinen Schritt mit familiären Gründen. Vor Kurzem war Rove in einer Justizaffäre um die Entlassung von acht Bundesanwälten durch das Justizministerium unter Druck geraten.

WARSCHAU: Zwei Tage nach der Ankündigung von Neuwahlen hat Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski je zwei Minister seiner bisherigen Koalitionspartner entlassen und durch Kandidaten seiner eigenen Partei Recht und Gerechtigkeit ersetzt. Es handelt sich um Politiker der nationalistischen Liga Polnischer Familien und der radikalen Bauerpartei. Am Wochenende hatte Kaczysnki Neuwahlen noch in diesem Herbst angekündigt. Damit Staatspräsident Lech Kaczynski Wahlen ansetzen kann, muss das Parlament zuerst voraussichtlich Anfang September seine Selbstauflösung beschließen. Polen ist zwar wirtschaftlich erfolgreich. Die Kaczynskis waren aber nicht in der Lage, die Streitigkeiten innerhalb der Koalition zu beenden. Mit seinen meisten Partnern in der Europäischen Union liegt der größte EU-Neuling ebenfalls im Streit.

FRANKFURT AM MAIN: Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten infolge der US-Immobilienkrise hat die Europäische Zentralbank erneut am Geldmarkt eingegriffen. Sie bot den Banken wiederum einen so genannten Schnelltender zum Zinssatz von vier Prozent an. Die EZB hatte bereits Ende der vergangenen Woche fast 160 Milliarden Euro in den Markt gepumpt, um einen Liquiditätsengpass bei den Banken zu vermeiden. Laut EZB normalisieren sich die Bedingungen am Geldmarkt aber. Es war bei der Zentralbank das erste Eingreifen dieser Art seit den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001. Zuvor hatte bereits die japanische Zentralbank den Geschäftsbanken des Landes Liquiditätshilfen in Milliardenhöhe zur Verfügung gestellt.

HOUSTON: Das US-Space-Shuttle 'Endeavour' wird drei Tage länger an der Internationalen Raumstation ISS angedockt bleiben, als bisher geplant. Dies teilte die US-Weltraumbehörde NASA nach dem erfolgreichen Test eines neuen Systems zur Energieversorgung mit. Die Raumfähre erhält dabei Strom von der ISS. Die 'Endeavour' werde nun am 22. August zur Erde zurückkehren, so die NASA. - Am Sonntag untersuchten die US-Astronauten den Hitzeschild des Shuttles auf mögliche Schäden. Vor einer Entscheidung über Reparaturen an den Hitzeschutzkacheln seien noch weitere Überprüfungen nötig, sagte ein NASA-Sprecher.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Heiter bis wolkig, im Osten Schauer oder Gewitter. Höchsttemperaturen 20 bis 27 Grad Celsius.

Am Mittag meldeten bei überwiegend leicht bewölktem Himmel:

Hamburg und Frankfurt am Main: 21°;
Berlin: 22°;
Köln/Bonn: 20° sowie
Dresden und München: 23°.

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