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Nachrichten

Montag, 12. Mai 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PEKING: Bei einem schweren Erdbeben im Südwesten Chinas sind vier Kinder getötet und rund 100 Menschen verletzt worden. Dies berichtete soeben die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Danach starben die Kinder beim Einsturz von zwei Grundschulen in der Stadt Chongqing. Das Epizentrum des Bebens mit einer Stärke von 7,8 lag in der Provinz Sichuan. In Peking und Shanghai brachten die Erschütterungen Bürogebäude zum Schwanken. Auch auf Taiwan und in der thailändischen Hauptstadt Bangkok war das Beben zu spüren.

RANGUN: In Birma ist ein Flugzeug mit Hilfsgütern von 'Ärzte ohne Grenzen' gelandet. Die Verteilung der Mittel für die Überlebenden des Zyklons "Nargis" werde vor Ort von einheimischen Mitarbeitern organisiert, sagte eine Mitarbeiterin. Eine Frachtmaschine der US-Luftwaffe mit Trinkwasser, Decken und Moskitonetzen startete gleichzeitig von Thailand aus. Die US-Regierung beugte sich den Auflagen der Militärjunta und erklärte sich bereit, das Material durch die Armee verteilen zu lassen. Die regierenden Militärs in Birma betrachten die USA als Erzfeind. Die Staatspresse hat wiederholt Ängste vor einer US-Invasion geschürt. Internationale Hilfsorganisationen warnten unterdessen nochmals vor Seuchen nach dem Zyklon. Es fehle überall an Trinkwasser und Sanitäranlagen. Die Militärregierung gibt die Zahl der Toten nun mit rund 28.000 an. Die Vereinten Nationen gehen von etwa 100.000 Toten nach dem Zyklon aus.

ISLAMABAD: In Pakistan droht ein Bruch des Regierungsbündnisses aus Gegnern von Präsident Pervez Musharraf. Die beiden Koalitionsparteien konnten sich bei Gesprächen in London nicht auf einen Plan für die Wiedereinsetzung der Verfassungsrichter einigen, die Musharraf Ende 2007 abgesetzt hatte. Die Muslimliga des ehemaligen Ministerpräsidenten Nawaz Sharif erklärte, sie werde noch an diesem Montag über einen Verbleib in der Regierung mit der Volkspartei entscheiden. Sharif fordert eine sofortige Wiedereinsetzung der Richter, weil er sich davon mehr Druck auf Musharraf verspricht. Die Volkspartei möchte die Wiedereinsetzung der Richter mit einer Justizreform verbinden. Die Entlassung der Richter, die Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit von Musharrafs Wiederwahl als Präsident geäußert hatten, hatte wochenlange Proteste in Pakistan ausgelöst.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Konfliktparteien im Libanon zur sofortigen Aufnahme eines Dialogs mit Hilfe der Arabischen Liga aufgerufen. Ziel müsse es sein, die Demokratie, Unabhängigkeit und Einheit des Libanon zu sichern, sagte Merkel in Berlin. Sie reagierte damit auf die Absicht der Arabischen Liga, eine hochrangige Vermittlungsdelegation nach Beirut zu entsenden. Sie soll unter anderem an einem Treffen von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah mit Ministerpräsident Fuad Siniora und weiteren Oppositions- und Regierungsvertretern teilnehmen. Der genaue Zeitpunkt für die Mission ist aber noch nicht bekannt. Bei den tagelangen Gefechten zwischen Anhängern der prosyrischen Hisbollah und dem anti-syrischen Regierungslager wurden mehr als 40 Menschen getötet. Es waren die heftigsten Kämpfe seit Ende des libanesischen Bürgerkrieges vor 18 Jahren.

BERLIN: Kurz nach dem Amtsantritt des neuen russischen Präsidenten Dimitri Medwedew reist Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier an diesem Pfingstmontag für fünf Tage nach Russland. Dabei will der Minister Moskau, St. Petersburg und zunächst Jekaterinburg besuchen. Dort ist ein Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow geplant. Termine für Treffen mit Medwedew oder dem neuen Ministerpräsidenten Wladimir Putin stehen bisher noch nicht endgültig fest. Steinmeier will mit seinem Besuch so kurz nach dem Antritt Medwedews die Bedeutung der Beziehungen zu Russland unterstreichen.

BELGRAD: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Serbien zeichnet sich entgegen aller Vorhersagen ein Sieg der pro-europäischen Kräfte ab. Wie es in Medienberichten aus Belgrad übereinstimend heißt, kommt der Europa-Block von Staatspräsident Boris Tadic auf etwa 38 Prozent. Für die ultranationalistische Radikale Partei von Tomislav Nikolic ergibt sich ein Stimmenanteil von etwa 28 Prozent. Dennoch hat das Pro-Europa-Lager keine Mehrheit. Es wird vermutlich etwa 120 der insgesamt 250 Abgeordneten im neuen Belgrader Parlament stellen. Wie die nächste Regierung aussehen wird, ist daher noch unklar. Präsident Tadic betonte aber, der Sieg seiner Partei zeige, dass die Mehrheit der Serben den EU-Beitritt wünsche. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 60 Prozent. Die EU-Ratspräsidentschaft begrüßte den Wahlausgang. In Serbien hatte zuletzt die Anerkennung des Kosovo durch die EU-Staaten für Unmut gesorgt.

KHARTUM: Der Sudan hat nach eigenen Angaben Beweise dafür, dass der Nachbarstaat Tschad in den Angriff von Rebellen auf die Hauptstadt Khartum verstrickt ist. Gefangen genommene Rebellen hätten die Leiche eines tschadischen Offiziers identifiziert, der bei den Kämpfen am Wochenende getötet worden sei, sagte Sudans UN-Botschafter Abdalmahmud Abdalhalim dem britischen Rundfunksender BBC. Der Sudan hat die diplomatischen Beziehungen zum Tschad abgebrochen und dies mit der Unterstützung des Nachbarlandes für Rebellen in der westsudanesischen Krisenprovinz Darfur begründet. Die Rebellen selbst erklärten, es werde weitere Angriffe auf Sudans Hauptstadt Khartum geben. Ziel sei es, die Regierung zu stürzen.

CARACAS: Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hat Bundeskanzlerin Angela Merkel indirekt als politische Nachfahrin Adolf Hitlers bezeichnet. Sie gehöre der deutschen Rechten an, die auch Hitler unterstützt habe, sagte der linke Staatschef wenige Tage vor dem EU-Lateinamerikagipfel in Peru. Merkel hatte lateinamerikanische Staats- und Regierungschefs vor dem Gipfel aufgefordert, sich von Chavez zu distanzieren. Chavez hat bereits mehrfach mit rüden verbalen Attacken auf ausländische Staatschefs für diplomatische Verstimmungen gesorgt. Kanzlerin Merkel besucht nach dem Gipfel in Peru auch Kolumbien und Mexiko.

BONN: Eine Konferenz der Vereinten Nationen zu Risiken der Gentechnik im Agrarsektor beginnt an diesem Montag in Bonn. Bei den fünftägigen Verhandlungen geht es um internationale Schutzregelungen bei der grenzüberschreitenden Weitergabe von genmanipulierten Pflanzen wie etwa Reis oder Soja. Erwartet werden rund 2.000 Vertreter von Regierungen und regierungsunabhängigen Organisationen aus aller Welt. Parallel dazu beginnt eine Gegenkonferenz gegen den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wieder viel Sonnenschein, später auch Quellwolken. Nur am Alpenrand und in Schwarzwaldnähe örtlich Schauer. Höchsttemperaturen zwischen 21 und 27 Grad Celsius.

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