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Nachrichten

Montag, 12. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BRÜSSEL: Das EU-Abkommen zur Überwachung russischer Gaslieferungen durch die Ukraine kann nach zwischenzeitlicher Verzögerung nun doch in Kraft treten. Wie der russische Energieversorger Gazprom mitteilte, hat die Ukraine ihre umstrittenen Ergänzungen zurückgezogen und den ursprünglichen Text unterzeichnet. Vertreter des Konzerns und der Regierung in Moskau seien unterwegs zu weiteren Verhandlungen in Brüssel. Eine Bestätigung aus Kiew liegt aber noch nicht vor. Die EU rief Russland umgehend zur sofortigen Wiederaufnahme seiner Gaslieferungen auf. Alle russischen Bedingungen seien nun erfüllt, erklärte die tschechische Ratspräsidentschaft. Russland hatte die ukrainischen Zusätze strikt abgelehnt, wodurch das mühsam ausgehandelte Abkommen wieder ungültig wurde. Es sieht vor, dass russische und ukrainische Experten zusammen mit Vertretern der EU die Pipelines in der Ukraine kontrollieren. Russland hatte dem Land vorgeworfen, Gas abgezweigt zu haben, und will erst dann wieder Gas durch die Ukraine befördern, wenn ein gültiges Abkommen unter Dach und Fach ist.

GAZA-STADT: Auch am 17. Tag der israelischen Offensive hat Israel seine Angriffe im Gazastreifen fortgesetzt. Ein israelischer Militärsprecher sagte, die Luftwaffe habe seit Mitternacht zwölf Ziele attackiert. Es seien Waffenlager und Schmugglertunnel an der Grenze zu Ägypten bombardiert worden. Im gesamten Gazastreifen lieferten sich Bodentruppen Gefechte mit bewaffneten Palästinensern. Am Sonntag hatte Israel erstmals Reservisten ins Kampfgebiet geschickt. Israel will die Offensive ausweiten, sollte es bei Verhandlungen in Ägypten zu keiner Einigung über eine Waffenruhe kommen. Am Sonntag abend entschied die israelische Regierungsspitze Medienberichten zufolge, den Druck auf die Hamas zu erhöhen.

JERUSALEM: Die Chancen für eine Feuerpause im Gaza-Streifen sind nach Einschätzung von Außenminister Frank-Walter Steinmeier gestiegen. Für eine humanitäre Waffenruhe gebe es konkrete Chancen, sagte Steinmeier auf dem Rückflug von einer dreitägigen Nahostreise. Für eine effektive Bekämpfung des Waffenschmuggels durch Tunnel zwischen Ägypten und dem Gazastreifen gebe es jetzt eine konkrete Perspektive. Damit spielte Steinmeier auf seine von Ägypten und Israel akzeptierten Vorschläge zur Unterstützung des ägyptischen Grenzmanagements durch Deutschland an.

STUTTGART: Zehntausende Beschäftigte beim deutschen Autobauer Daimler starten ab heute mit Kurzarbeit. Neben dem Stammwerk Stuttgart und dem Betrieb in Sindelfingen sind unter anderem die Werke in Rastatt, Berlin sowie dem brandenburgischen Ludwigsfelde betroffen. Allein in Stuttgart und Sindelfingen werden insgesamt 30.000 Angestellte bis Ende März vier und zeitweise nur drei Tage pro Woche arbeiten. Grund ist der dramatische Rückgang der Autoverkäufe weltweit. Auch bei VW ist Kurzarbeit nicht ausgeschlossen. Entsprechend äußerte sich VW-Chef Martin Winterkorn bei der Autoschau in Detroit. Die deutsche GM-Tochter Opel verhandelt mit ihrer Belegschaftsvertretung über ein neues Sparprogramm, bei dem es auch um kürzere Arbeitszeiten geht.

BERLIN: Vor der heutigen Koalitionsrunde zum zweiten Konjunkturpaket zur Ankurbelung der Wirtschaft haben sich die Spitzen von Union und SPD entschlossen gezeigt, eine Einigung zu finden. Auf die Grundzüge des Programms mit einem Volumen von 50 Milliarden hatten sich beide Seiten bereits Ende vergangener Woche geeinigt. Geplant ist, das Geld für Investitionen in Straßen, Schulen und andere öffentliche Gebäude einzusetzen. Außerdem sollen Steuern und Abgaben gesenkt werden. Umstritten ist aber, auf welchem Weg dies erreicht werden soll. Die Union strebt eine Abflachung der Steuerprogression an. Die SPD dagegen verlangt, den Eingangssteuersatz zu senken.

SEOUL: Südkorea und Japan wollen bei den Bemühungen um ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms eng mit der Regierung des nächsten US-Präsidenten Barack Obama zusammenarbeiten. Zugleich wollen beide Nachbarländer wirtschaftlich effektiver kooperieren, um die weltweite Finanzkrise besser zu bewältigen. Darauf verständigten sich der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak und Japans Ministerpräsident Taro Aso in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Beide sprachen auch über eine engere Zusammenarbeit beim Wiederaufbau Afghanistans und bei der Weltraumtechnik. Lee war am Sonntag zu einem zweitägigen Besuch in Südkorea eingetroffen.

NEU DELHI: Der afghanische Präsident Hamid Karsai ist in Neu Delhi mit dem indischen Premierminister Manmohan Singh zusammengekommen. Bei dem Gespräch dürfte es vor allem um die Bekämpfung des Terrorismus und die regionale Sicherheit gehen. Karsais Büro teilte mit, der Präsident werde Mitgefühl und Solidarität mit Indien wegen der Terrorangriffe von Bombay Ende November mit mehr als 170 Toten zum Ausdruck bringen. Indien ist ein wichtiges Geberland für den zivilen Wiederaufbau, engagiert sich aber nicht militärisch in Afghanistan. Bei dem Treffen zwischen Karsai und Singh soll auch die Sicherheit der rund 2.000 Inder in Afghanistan zur Sprache kommen, die dort zum großen Teil beim Wiederaufbau helfen.

SUVA: Die Regierung der Fidschi-Inseln im Südpazifik hat nach heftigen Tropenstürmen und Überschwemmungen den Notstand ausgerufen. Bei den Unwettern kamen nach Behördenangaben mindestens sieben Menschen ums Leben. Etwa 6.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In einigen Städten des südpazifischen Inselstaates wurde eine Ausgangssperre verhängt. Die Behörden fürchten wegen der Verschmutzung der Trinkwasserreservoire einen Ausbruch von Typhus. Sie riefen die Bevölkerung auf, zum Trinken Regenwasser aufzufangen. Der Wetterdienst kündigte weitere Stürme mit starken Regenfällen an.

LOS ANGELES: Das einfühlsame Kinodrama "Slumdog Millionaire" ist der große Gewinner bei den Golden Globes. Der Film des Briten Danny Boyle über einen armen indischen Waisenjungen wurde in Los Angeles als bester Film ausgezeichnet und erhielt auch die begehrten Preise für die beste Regie und das beste Drehbuch. Zweimal geehrt wurde die britische Schauspielerin Kate Winslet für ihre Rolle in der Verfilmung des deutschen Bestsellerromans "Der Vorleser" von Bernhard Schlink und in dem Ehedrama "Zeiten des Aufruhrs". Der deutsche Film "Der Baader Meinhof Komplex" ging leer aus, stattdessen vergab der Verein der Hollywood-Auslandspresse den Preis für den besten ausländischen Film an den dokumentarischen Trickfilm "Waltz With Bashir" aus Israel.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Außerhalb von Nebelzonen sonnig oder heiter und trocken. Die Temperaturen bewegen sich zwischen minus vier und plus sechs Grad Celsius.

Audio und Video zum Thema