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Nachrichten

Montag, 12. Dezember 2005

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag.

BEIRUT: Bei einem Autobombenanschlag in einem christlichen Vorort von Beirut ist der syrienkritische Abgeordnete und Journalist Gibran Tueni getötet worden. Nach Polizeiangaben wurden bei der heftigen Explosion im Vorort Mkalles insgesamt mindestens vier Menschen getötet, zehn weitere Menschen wurden verletzt. Seit der Ermordung des früheren libanesischen Regierungschefs Rafik Hariri am 14. Februar erschütterte eine Serie von Sprengstoffanschlägen das Land, für die viele Libanesen das Nachbarland Syrien verantwortlich machen.

ATHEN: Eine starke Explosion hat das Zentrum Athens erschüttert. Nach ersten Informationen des griechischen Fernsehens handelt es sich um einen Terroranschlag. Mehrere Gasflaschen seien vor dem Gebäude des Wirtschaftsministeriums am zentralen Syntagmaplatz explodiert. Es sei schwerer Schaden am Gebäude angerichtet worden. Einige Menschen seien leicht verletzt worden. Kurz vor der Explosion gab es einen Warnanruf bei einer Athener Zeitung.

LONDON: Nach der verheerenden Explosion eines Treibstofflagers nordwestlich von London hat die Feuerwehr in der Nacht zum Montag mit den eigentlichen Löscharbeiten begonnen. Nach Angaben einer Polizeisprecherin soll mit riesigen Mengen eines Wasser-Schaum-Gemisches ein Schaumteppich gelegt werden, der die Flammen ersticken soll. Die mit Öl, Benzin und Kerosin gefüllten Tanks brennen noch lichterloh. Die Polizei geht weiterhin von einem Unfall aus.

BERLIN: Immer mehr führende SPD-Politiker gehen auf Distanz zu den Manager-Plänen von Altkanzler Gerhard Schröder im Zusammenhang mit der Ostsee-Pipeline. Er hätte eine solche Entscheidung nicht getroffen, sagte Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse im deutschen Fernsehen. Zuvor hatten bereits der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck und Thüringens Parteichef Christoph Matschie den Schritt Schröders kritisiert. Er soll Aufsichtsratschef bei der deutsch-russischen Betreibergesellschaft der Ostsee-Gaspipeline werden. Als Kanzler hatte Schröder das Projekt mit Russlands Präsident Wladimir Putin eingefädelt und vorangetrieben. - Thierse forderte zugleich feste Regeln für den Wechsel von Politikern in die Wirtschaft wie etwa Karenzzeiten. Generell gelte aber auch für Politiker das Recht auf freie Berufswahl.

BONN: Der Aufsichtsrat der Telekom berät an diesem Montag über den vom Vorstand vorgeschlagenen Abbau von 32.000 Arbeitsplätzen bis 2008. Die Gewerkschaft Verdi hat parallel zu der Sitzung zu bundesweiten Protesten aufgerufen. Schwerpunkte sollen Berlin und Bonn sein. Insgesamt erwartet Verdi rund 25.000 Telekom-Mitarbeiter zu den Demonstrationen. Sollte der Aufsichtsrat des Konzerns die geplanten Stellenstreichungen mittragen, will die Gewerkschaft dagegen auch mit Streiks vorgehen.

BERLIN: Die Bundesregierung will im kommenden Jahr weniger ausländische Saisonarbeiter nach Deutschland lassen. Wie die 'Berliner Zeitung' unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, sollen 2006 mehr als 32.000 Saisonarbeiter durch inländische Arbeitskräfte ersetzt werden. Dies wären rund zehn Prozent aller Saisonbeschäftigten. Vor allem landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als zehn Mitarbeitern sollen laut 'Berliner Zeitung' angehalten werden, einen Teil ihrer Saisonkräfte über die Bundesagentur für Arbeit zu engagieren. - Dabei strebe die große Koalition keine Ein-Euro-Jobs, sondern sozialversicherungspflichtige Stellen an.

BAGDAD: Im Irak hat die Parlamentswahl begonnen. Vor dem allgemeinen Wahltermin am Donnerstag dürfen bereits Soldaten, Polizisten, Klinikpatienten und noch nicht verurteilte Gefängnisinsassen wählen. Am Dienstag können die etwa 1,5 Millionen im Ausland lebenden Iraker mit der Stimmabgabe beginnen. Für sie stehen zwei Tage lang Wahllokale in 15 Ländern offen - unter anderem in den USA, Kanada, Deutschland und Australien.

SANTIAGO: Bei der Präsidentenwahl in Chile hat Regierungskandidatin Michelle Bachelet die meisten Stimmen erhalten. Im ersten Wahlgang verfehlte sie nach Auszählung von gut der Hälfte aller Stimmen jedoch die erforderliche absolute Mehrheit, um erste Präsidentin des Landes zu werden. In der Stichwahl, die für Januar geplant ist, muss sie gegen den Kandidaten des rechten Lagers, Sebastian Pinera, antreten. Bei der gleichzeitigen Parlaments- und Senatswahl zeichnete sich ebenfalls ein Sieg der Mitte-Links-Koalition ab, deren Kandidatin Bachelet ist. Nach Auszählung der meisten Stimmen lag Bachelet bei rund 46 Prozent - deutlich vor den beiden Bewerbern des rechten Flügels, Pinera und Joaquin Lavin mit 25 und 23 Prozent.

DEN HAAG: Fünf Tage nach seiner Festnahme muss sich der frühere kroatische General Ante Gotovina erstmals dem UN-Kriegsverbrecher- Tribunal stellen. Am Sonntag gingen in Kroatien Zehntausende für Gotovina auf die Straße und priesen ihn als Kriegsheld. Der 50-Jährige wird unter anderem verantwortlich gemacht für die Ermordung von mindestens 150 Serben.

SYDNEY: Bei rassistischen Ausschreitungen in Australien sind rund 30 Menschen verletzt worden. Am Sonntag hatten sich an einem Strand im Süden von Sydney mehr als 5.000 Jugendliche versammelt, um gegen einen angeblichen Angriff von Libanesen auf zwei australische Rettungsschwimmer zu protestieren. Die Menge schwenkte nach Polizeiangaben am Strand von Cronulla australische Fahnen und sang rassistische Lieder. Anschließend habe sie Menschen arabischer Herkunft angegriffen. Bei Vergeltungsakten von Jugendlichen in benachbarten Vororten wurden in der Nacht zum Montag Menschen durch Messerstiche verletzt und mehrere Fahrzeuge beschädigt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich der Donau und im Norden freundlich und etwas Sonne. Sonst meist bedeckt und trüb. Höchstwerte zwischen null und fünf Grad, im Norden bis zu neun Grad.

  • Datum 12.12.2005
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  • Permalink http://p.dw.com/p/4rRA
  • Datum 12.12.2005
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