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Nachrichten

Montag, 11. Dezember 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag.

SANTIAGO: Der verstorbene chilenische Ex-Diktator Augusto Pinochet wird kein Staatsbegräbnis erhalten. Das ordnete Präsidentin Michelle Bachelet an, deren Familie zu den Folteropfern seiner Diktatur gehörte. Pinochet war am Sonntag 91-jährig in einem Militärkrankenhaus Santiagos an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Nach Bekanntwerden seines Todes kam es in der Hauptstadt und anderen Städten des Landes zu Ausschreitungen zwischen der Polizei sowie Anhängern und Gegnern des Ex-Diktators. Seine Anhänger sehen ihn als Retter vor dem Kommunismus; seine Gegner machen ihn für Mord, Folter und Verhaftungen während seiner Amtszeit von 1973 bis '90 verantwortlich.

BRÜSSEL: Die Außenminister der EU beraten in Brüssel über das künftige Vorgehen im Zollstreit mit der Türkei. Auf dem Tisch liegt ein Vorschlag der EU-Kommission, die laufenden Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei in acht von 35 Punkten auszusetzen. Einige EU-Staaten sehen das als eine zu harte, andere als eine zu weiche Reaktion an. Die Türkei hatte zuletzt angeboten, nicht alle, sondern nur einen See- und einen Flughafen für Transporte aus dem EU-Mitgliedsland Zypern zu öffnen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier geht davon aus, dass erst beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag eine Entscheidung fallen wird, da die Positionen einiger EU-Staaten noch zu weit auseinanderlägen.

WASHINGTON: Die beiden Vorsitzenden der so genannten Baker-Kommission haben ihren Bericht zur künftigen US-Strategie im Irak gegen Kritik verteidigt. Der Bericht stelle einen Mittelweg zwischen Extrempositionen dar, sagten der frühere demokratische Abgeordnete Lee Hamilton und Ex-Außenminister James Baker in Interviews. Baker zeigte sich enttäuscht über die Ablehnung durch Iraks Präsidenten Dschalal Talabani vom Sonntag. Die Zukunft des Irak hänge unter anderem von einer Zusammenarbeit der ethnischen und religiösen Gruppen ab. Talabani hatte den Bericht mit der Begründung abgelehnt, er sei von einer Kolonialmentalität getragen und verletze die Souveränität des Irak.

BEIRUT: Angesichs der anhaltenden Massenproteste gegen die libanesische Regierung hat Ministerpräsident Fuad Siniora seine Kritiker zu einem politischen Dialog aufgerufen. Die Demonstranten sollten ihre Proteste beenden und die verfassungsmäßigen Institutionen nutzen, um dort die Streitfragen zu diskutieren, heißt es in einer Erklärung Sinioras. Am Sonntag hatten erneut mehrere hunderttausend Anhänger der schiitischen Hisbollah den Amtssitz des libanesischen Regierungschefs in Beirut belagert. Seit Anfang Dezember fordern die pro-syrischen Demonstranten auf diese Weise den Rücktritt Sinioras. - Dessen Kabinett besteht nach dem Rücktritt von sechs schiitischen Ministern nur noch aus Syrien-kritischen Ressortchefs.

TEHERAN: Im Iran ist eine international umstrittene Holocaust- Konferenz eröffnet worden. Nach offiziellen Angaben sind Wissenschaftler aus 30 Ländern zu dem zweitägigen Treffen nach Teheran gekommen. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte in den vergangenen Monaten mehrfach öffentlich die Ermordung von Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs in Frage gestellt. Die deutsche Bundesregierung und die US-Regierung übten scharfe Kritik an der Konferenz. In Berlin war bereits am Freitag der Vertreter der iranischen Botschaft ins Außenministerium einbestellt worden.

HAMBURG: Nach dem Fund der radioaktiven Substanz Polonium in Deutschland hat Kanzlerin Angela Merkel eine schnelle Aufklärung des Mordfalles Litwinenko angemahnt. Merkel rief die russischen Behörden auf, die Ermittlungen zum Tod des ehemaligen Agenten intensiv zu unterstützen. Dies sei auch für das Ansehen Russlands wichtig. Am Sonntag hatte die Polizei bestätigt, dass in einer Hamburger Wohnung Spuren von Polonium 210 nachgewiesen wurden. Sie stammen vermutlich von Litwinenkos Kontaktmann Dimitri Kowtun, der sich mit dem Kreml-Kritiker Anfang November in London getroffen hatte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kommt Kowtun nun auch als möglicher Täter in Frage.

AUGSBURG: Vor dem Landgericht Augsburg hat die Neuauflage des Steuer-Strafprozesses gegen Max Strauß begonnen. Dem Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß wird vorgeworfen, vom Rüstungslobbyisten Karlheinz Schreiber mehr als 2,6 Millionen Euro kassiert und nicht versteuert zu haben. In einem ersten Prozess war Max Strauß bereits zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Wegen Zweifeln an der Beweisführung hatte der Bundesgerichtshof das Urteil jedoch aufgehoben.

DRESDEN: In einigen Regionen Deutschlands wird von heute an eine neue elektronische Gesundheitskarte getestet. Auf der mit einem Foto versehenen Karte sollen unter anderem Rezepte und Notfalldaten der Versicherten gespeichert werden. Ziel ist die Erstellung einer elektronischen Patienten-Akte. 2008 sollen alle gesetzlich und privat Versicherten mit der neuen Karte ausgestattet sein.

KÖLN: Anlässlich des 60. Jahrestages seines Bestehens hat das Kinderhilfswerk UNICEF verstärkte Anstrengungen zum Schutz von Mädchen und Frauen gefordert. Die 'weibliche Hälfte der Menschheit' werde bis heute in allen Regionen der Welt benachteiligt, kritisiert UNICEF in seinem Jahresbericht. Mädchen würden von klein auf schlechter ernährt, erhielten seltener medizinische Hilfe als Jungen und dürften oft nicht zur Schule gehen. - Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen beschäftigt derzeit rund 7.000 Mitarbeiter in 160 Ländern.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Osten nach Nebelauflösung überwiegend freundlich, von Nordwesten her zunehmend regnerisch und windig. Höchsttemperaturen zwei bis zehn Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 14.12.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/9VaS
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