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Nachrichten

Montag, 10. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

HANNOVER: Massive Proteste von Kernkraftgegnern haben den Atommüll-Transport in das Zwischenlager Gorleben erheblich verzögert. Mit halbtägiger Verspätung traf der Zug mit dem hochradioaktiven Müll im niedersächsischen Dannenberg ein. Demonstranten hatten immer wieder Gleise besetzt, um den Zug zu stoppen. Die Polizei ging mit Schlagstöcken und Wasserwerfern gegen die zumeist jungen Leute vor. Auf beiden Seiten gab es Verletzte. Mehrere Personen wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen. In Dannenberg werden die Behälter mit dem Atommüll, der aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague kommt, auf spezielle Lastwagen verladen und auf der Straße in das Zwischenlager Gorleben transportiert.

PEKING: Die jüngsten Verhandlungen zwischen China und Gesandten des Dalai Lama über die Zukunft Tibets sind nach Angaben Pekings gescheitert. Der Dalai Lama wolle eine Abspaltung Tibets erreichen, sagte der chinesische Delegierte Zhu Weiqun zur Begründung. Doch könnten künftige Gespräche nur dann zu einem Erfolg führen, wenn das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten die Versuche aufgebe, die Volksrepublik zu spalten. Der Dalai Lama hatte dagegen immer betont, lediglich eine Autonomie Tibets anzustreben, die den Erhalt der buddhistischen Kultur garantiere. Nach Auskunft des 73-Jährigen werden nun führende Exil-Tibeter bei einem Treffen am 17. November darüber entscheiden, ob der Dialog mit China weiter fortgesetzt werden soll.

KIGALI: Nach der Festnahme der ruandischen Spitzenpolitikerin Rose Kabuye in Frankfurt am Main hat die Regierung in Kigali den deutschen Botschafter einbestellt. Rose Kabuye sei in offizieller Mission unterwegs gewesen und hätte deshalb diplomatische Immunität genießen müssen, sagte eine Regierungssprecherin. Grundlage für die Festnahme am Sonntag war nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin ein europäischer Haftbefehl, der von Frankreich erwirkt worden sei. Gegen die Politikerin wird wegen der mutmaßlichen Verwicklung in einen Mordanschlag auf den damaligen ruandischen Präsidenten Juvénal Habyarimana ermittelt.

BRÜSSEL: Die Europäische Union will an diesem Montag den Einsatz von Kriegsschiffen gegen die Piraten vor der somalischen Küste beschließen. Dazu kommen die Außen- und Verteidigungsminister der 27 Mitgliedstaaten in Brüssel zusammen. Vor Beginn forderte der deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Jung, gefangengenommene Piraten auch vor Gericht zu stellen. Es müsse ein Weg gefunden werden, der deutlich mache, dass eine Festnahme auch Konsequenzen habe, sagte Jung. Für solche Gerichtsverfahren sind nach internationalem Recht jene Staaten zuständig, von deren Schiffen aus Piraten festgenommen werden. Deutschland will sich mit einer Fregatte an der EU-Mission vor Somalia beteiligen.

ABUJA: Bundespräsident Horst Köhler hat seinen Staatsbesuch in Nigeria begonnen. Zum Auftakt wurde er von Präsident Umaru Yar'Adua mit militärischen Ehren empfangen. Im Mittelpunkt des Programms steht eine angestrebte Energiepartnerschaft. Nach den Worten Köhlers interessiert sich Nigeria für deutsche Technik zum Elektrizitätsausbau. Deutschland brauche Öl und Gas. Während seines dreitägigen Besuches will Köhler auch die Millionen-Stadt Lagos im Süden des Landes sowie Kano im Norden besuchen. Der Bundespräsident hält sich bereits seit Freitag in Abuja auf, wo er an einem von ihm initiierten Afrika-Forum teilnahm.

BAGDAD: In der irakischen Hauptstadt sind bei zwei, fast zeitgleich ausgeführten Selbstmordanschlägen mindestens 25 Menschen getötet und rund 50 verletzt worden. Nach Angaben der Polizei war auf einem Markt im Sunniten-Viertel Adhamija zunächst eine Autobombe explodiert. Als Passanten herbeigelaufen seien, um den Verletzten zu helfen, hätte sich in der Menge noch ein Attentäter in die Luft gesprengt.

SAO PAULO: Die führenden Industrie- und Schwellenländer haben koordinierte Maßnahmen gegen die internationale Finanzkrise gefordert. Die Situation verlange weltweites Handeln, sagte Brasiliens Finanzminister Guido Mantega zum Abschluss der Jahreskonferenz der G20-Staaten in Sao Paulo. Erforderlich seien daher Institutionen, die für ein gemeinsames Vorgehen geeignet seien. Die G20 sei hierfür ein starker Anwärter, betonte Mantega. In einer Erklärung sprach sich die Staatengruppe für die Regulierung und Kontrolle aller Bereiche des Finanzsystems aus. Auf konkrete Vorschläge konnten sich die G20-Länder aber nicht verständigen.

WASHINGTON: In den USA sorgen umstrittene Vorhaben von Präsident George W. Bush für Wirbel, die dieser noch in seinen letzten Regierungstagen verwirklichen will. Der künftige Präsident Barack Obama werde entsprechende Beschlüsse umgehend nach Amtsantritt am 20. Januar korrigieren, teilte sein Chefberater John Podesta mit. Nach dessen Angaben will die Bush-Regierung beispielsweise in einem ökologisch sensiblen Gebiet im Bundesstaat Utah nach Öl und Gas bohren lassen. Auch Beschränkungen bei der Stammzellenforschung werde Obama wieder rückgängig machen, sagte Podesta. - An diesem Montag wird Bush seinen Nachfolger im Weißen Haus empfangen. Sie wollen Vorbereitungen für die Amtsübergabe treffen und auch über aktuelle Fragen der Weltpolitik beraten.

ROM: Im Alter von 76 Jahren ist die südafrikanische Sängerin Miriam Makeba gestorben. Sie erlitt während eines Konzerts im süditalienischen Castel Volturno einen Herzinfarkt und verstarb kurze Zeit später in einer Klinik. Makeba galt als die Stimme von Afrika. Die im Jazz der 50er Jahre groß gewordene Künstlerin startete ihre Weltkarriere in den USA, weil sie als Anti-Apartheid-Aktivistin mehr als 30 Jahre nicht in Südafrika leben durfte. Erst in den 90er Jahren kehrte Makeba - auch 'Mama Afrika' genannt - in ihre Heimat zurück. Zu ihren berühmtesten Liedern zählt 'Pata Pata'.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Südbaden über Bayern bis zur Lausitz gebietsweise heitere Abschnitte und meist trocken. Sonst wolkig bis stark bewölkt und gelegentlich Regen. Temperaturen zwischen zehn und 16 Grad Celsius.

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