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Nachrichten

Montag, 10. April 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag.

BERLIN: SPD-Chef Matthias Platzeck will sein Amt aus Gesundheitsgründen nach nur fünf Monaten wieder aufgeben. Das melden die Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Parteikreise. Platzeck, der auch brandenburgischer Ministerpräsident ist, hatte vor zwei Wochen einen Hörsturz erlitten. Als möglicher Nachfolger wird der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, gehandelt. Der 52-jährige Platzeck war am 15. November 2005 mit einem der besten Ergebisse zum Parteichef gewählt worden, nachdem der damalige Vorsitzende Franz Müntefering überraschend zurückgetreten war.

BERLIN: Der Krisenstab im Auswärtigen Amt berät an diesem Montag über die neue Videobotschaft der beiden im Irak entführten Deutschen. Experten den Bundeskriminalamtes und des Bundesnachrichtendienstes hatten zuvor die Inhalte des nunmehr vierten Videos ausgewertet. Darin bitten die beiden Ingenieure René Bräunlich und Thomas Nitzschke eindringlich um Hilfe. In einer mit dem Video veröffentlichten Erklärung drohen die Entführer in einem letzten Ultimatum mit der Ermordung der Beiden, sollten nicht alle irakischen Gefangenen der US-Streitkräfte freikonmmen. Außerdem solle die Bundesregierung ihre Zusammenarbeit mit den irakischen Behörden einstellen. Die beiden Deutschen waren Ende Januar im Irak verschleppt worden.

HANNOVER: Die Lage in den Hochwassergebieten an der Elbe in Norddeutschland hat sich noch nicht entspannt. In vielen Teilen Niedersachsens wird der Scheitelpunkt des Hochwassers erst an diesem Montag erwartet, im schleswig-holsteinischen Kreis Lauenburg am Dienstag. Tausende Helfer sind im Einsatz, um Deiche zu sichern. Vielerorts gilt weiterhin Katastrophenalarm. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Sonntag bei einem Besuch im niedersächsischen Hitzacker schnelle und unbürokratische Hilfe zugesagt. Sie sei bereit, in Abstimmung mit dem Land Niedersachsen über Steuerstundungen oder einen Steuererlass zu reden, sagte Merkel.

ROM: In Italien hat der zweite Tag der Parlamentswahl begonnen. Bereits am Sonntag gaben rund 67 Prozent der knapp 50 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Da es bei der Stimmabgabe vor fünf Jahren zu langen Warteschlangen gekommen war, sind die Wahllokale auch noch an diesem Montag bis zum Nachmittag geöffnet. Beobachter rechnen mit einem knappen Ergebnis zwischen der Mitte-Rechts-Allianz von Ministerpräsident Silvio Berlusconi und dem oppositionellen Mitte-Links-Bündnis des früheren EU-Kommissionspräsidenten Romano Prodi. Die beiden Lager hatten sich einen erbitterten Wahlkampf um die Stimmen der Italiener geliefert.

BUDAPEST: Die regierende links-liberale Koalition in Ungarn liegt nach der Parlamentswahl vom Sonntag in Führung. Endgültige Klarheit über die künftigen Machtverhältnisse in Budapest wird es aber erst nach Stichwahlen am 23. April geben. In mehr als 170 Wahlkreisen wurde eine zweite Wahlrunde notwendig, da im ersten Durchgang keiner der Direktkandidaten die absolute Mehrheit erreichte. Derzeit kommen die Sozialisten von Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany auf gut 43 Prozent und ihr liberaler Koalitionspartner auf mehr als sechs Prozent. Die Konservativen des früheren Regierungschefs Viktor Orban gewannen etwas mehr als 42 Prozent der Stimmen. Die Abstimmung war die erste Parlamentswahl in Ungarn seit dem Beitritt zur Europäischen Union.

GAZA-STADT: Die neue palästinensische Hamas-Regierung hat die Europäische Union aufgefordert, ihren vorläufigen Stopp direkter Finanzhilfen für die Autonomiebehörde zurückzunehmen. Das Einfrieren der Gelder komme einer Kollektivstrafe für das palästinensische Volk gleich, heißt es in einer Petition an die EU-Kommission. Diese fordert ähnlich wie die US-Regierung als Voraussetzung für weitere Unterstützung, dass die Hamas das Existenzrecht Israels anerkennt, der Gewalt abschwört und bestehende Abkommen respektiert. Die Außenminister der 25 EU-Staaten wollen heute in Luxemburg über das künftige Verhältnis zur neuen Palästinenserregierung beraten. Dabei geht es auch um die künftige Finanzhilfe. Die EU ist bisher mit rund 500 Millionen Euro im Jahr der größte Geldgeber der Palästinenser.

DALLAS: Im texanischen Dallas haben mehrere hunderttausend Menschen für eine Reform des Einwanderunggesetzes in den USA demonstriert. Sie apppellierten an die Politiker in Washington, ihren Streit zu beenden und dem Gesetzentwurf zuzustimmen, durch den der Aufenthalt von Millionen Ausländern, die meisten von ihnen Latinos, legalisiert werden könnte. Kundgebungen mit zehntausenden Teilnehmern gab es auch in sieben weiteren US-Bundesstaaten. - Für diesen Montag haben Einwandererorganisationen in mehr als 120 Städten zu Kundgebungen aufgerufen. Republikaner und Demokraten im Kongress hatten sich in der vergangenen Woche nicht auf den Gesetzentwurf einigen können.

GABORONE: Bundespräsident Horst Köhler setzt an diesem Montag seinen Staatsbesuch in Botswana fort. Im Mittelpunkt des Programms stehen Gespräche mit dem Präsidenten des Landes, Festus Mogae, und Vertretern des Parlaments. Außerdem will Köhler sich in einem Krankenhaus der Hauptstadt Gaborone über die Aids-Problematik informieren. In Botswana ist etwa ein Dritel der Bevölkerung infiziert. Botswana ist die letzte Station von Köhlers zehntägiger Afrika-Reise. Zuvor hatte er Mosambik und Madagaskar besucht.

BERLIN: Der Streit der Ärzte an den Universitätskliniken und psychiatrischen Landeskrankenhäusern geht in die vierte Woche. Ein Ende ist noch nicht abzusehen. An diesem Montag sind nach Angaben der Ärztevereinigung Marburger Bund die Universitätskliniken Leipzig, München, Heidelberg, Freiburg, Tübingen, Ulm und Düsseldorf betroffen. Für Dienstag ist eine zentrale Demonstration in Köln geplant. Der Marburger Bund fordert 30 Prozent mehr Gehalt, bessere Arbeitsbedingungen und die Bezahlung aller Überstunden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden teils kräftiger Niederschlag und im Tagesverlauf sinkende Schneefallgrenze. Sonst meist freundlich und trocken, im Nordwesten einige Schauer. Höchtwerte vier bis zwölf Grad.

Am Vormittag meldeten bei bedecktem Himmel:

Hamburg, Berlin, Dresden und Köln/Bonn: 5°

Frankfurt am Main: 7°, und etwas etwas Regen

sowie München: 6°