1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 1. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

FRANKFURT AM MAIN: Im deutschen Bankensektor steht die größte Übernahme seit Jahren bevor. Für rund 10 Milliarden Euro kauft die Commerzbank die Allianz-Tochter Dresdner Bank. Durch den Zusammenschluss werden 9.000 Arbeitsstellen wegfallen, allein 6.500 davon in Deutschland. Auch die Zahl der Filialen beider Institute in Deutschland wird verringert. Gewerkschafter kritisierten den Schritt. Aktionärsschützer dagegen begrüßten die Übernahme. Damit habe Deutschland neben der Deutschen Bank ein zweites international wettbewerbsfähiges Kreditinstitut. Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück begrüßte die Übernahme. Damit werde der Finanzplatz Deutschland gestärkt, sagte der SPD-Politiker.

NEW ORLEANS: Erste Ausläufer des Hurrikans 'Gustav' haben die US-Golfküste erreicht. Regen und heftiger Wind kamen auf. Die Meteorologen rechnen damit, dass der Hurrikan mit Windstärken von bis zu 200 Stundenkilometern über die Küstenregion hinwegfegt. Fast zwei Millionen Menschen haben die Küstenstädte im Bundesstaat Louisiana inzwischen verlassen. New Orleans gleicht einer Geisterstadt. Dort patrouillieren Polizisten und Nationalgardisten, um Plünderungen zu verhindern. Bürgermeister Ray Nagin hatte eine Zwangsevakuierung und eine nächtliche Ausgangssperre angeordnet. Die Republikaner wollen ihren in St. Paul in Minnesota geplanten Parteitag an diesem Montag zwar formell eröffnen, alle weiteren Veranstaltungen aber verschieben.

BRÜSSEL: Bei ihrem Sondergipfel zur Kaukasuskrise wollen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union über Konsequenzen des russischen Vorgehens in Georgien beraten. Während Russland die abtrünnigen Gebiete Südossetien und Abchasien als Staaten anerkannt hat, besteht die EU auf der territorialen Einheit Georgiens. Dabei sind die 27 EU-Mitglieder um ein gemeinsames Vorgehen bemüht. Forderungen osteuropäischer Länder nach Sanktionen gegen die Führung in Moskau lehnten der amtierende EU-Ratspräsident Frankreich und Deutschland ab. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier warnte vor einer Isolation Russlands und einem Rückfall in den Kalten Krieg. Der britische Premierminister Gordon Brown forderte eine radikale Überprüfung der Beziehungen. Wenn Russland in internationalen Organisationen wie der OECD, der WTO oder der G8-Runde willkommen sein wolle, müsse es auch seine Verpflichtungen erfüllen, so Brown.

KABUL: Wenige Tage nach dem tödlichen Anschlag auf eine Bundeswehr- Patrouille im Norden Afghanistans sind in der Region erneut deutsche Soldaten attackiert worden. Durch die Explosion einer Sprengladung in der Nähe der Stadt Kundus entstanden allerdings lediglich Schäden an den Fahrzeugen der Soldaten. Sie selbst blieben unverletzt. Erst am vergangenen Mittwoch war in Afghanistan ein deutscher Hauptfeldwebel getötet worden, als seine Patrouille in eine Sprengfalle geriet. Für den 29-Jährigen findet an diesem Montag eine Trauerfeier im rheinland-pfälzischen Zweibrücken statt, an der auch Verteidigungsminister Franz Josef Jung teilnehmen wird.

BERLIN: Ausländer, die die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben wollen, müssen ab sofort einen Einbürgerungstest bestehen. Dieser besteht aus Fragen zur Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie zu den Lebensverhältnissen in Deutschland. Kritik von Ausländer-Organisationen wies die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, zurück. Wer Deutscher werden wolle, müsse über seine Rechte und Pflichten informiert sein und Grundwissen über die deutsche Geschichte, Kultur und Lebensweise besitzen. Nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge werden in Deutschland pro Jahr mehr als 100.000 Ausländer eingebürgert. Die meisten von ihnen stammen aus der Türkei.

BAGDAD: Das US-Militär hat die Sicherheitsverantwortung in der west-irakischen Provinz Anbar an die einheimischen Sicherheitskräfte übergeben. Die strategisch wichtige Provinz an der Grenze zu Syrien, Saudi Arabien und Jordanien war lange Zeit Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen dem US-Militär und radikal-islamischen Milizen. In der Stadt Falludscha gab es 2004 zwei der schwersten Anschläge auf die amerikanischen Truppen während des Irak-Kriegs. Die US-Armee hat nun noch die Kontrolle in sieben der insgesamt 18 irakischen Provinzen.

BANGKOK: In Thailand hält der Machtkampf zwischen Regierungschef Samak Sundaravej und der Opposition an. Tausende Anhänger der "Volksallianz für Demokratie" (PAD) halten weiter das Regierungsgelände in Bangkok besetzt. Das Parlament, das von Samak am Sonntag zu einer Sondersitzung einberufen worden war, konnte sich nicht auf eine Lösung der Staatskrise einigen. Der Regierungschef lehnte den Vorschlag der Opposition ab, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen auszurufen. Wenige Stunden nach Ende der Sitzung explodierte in einer Polizeiwache nahe dem Regierungsgelände eine Bombe. Sie richtete nur geringen Sachschaden an. Während die Flughäfen wieder öffneten, ist etwa die Hälfte des Eisenbahnverkehrs wegen eines Solidaritätsstreiks von PAD-Anhängern weiter lahmgelegt.

PEKING: Ein Gericht in der chinesischen Stadt Shanghai hat einen 28-jährigen Mann zum Tode verurteilt, der sechs Polizisten erstochen hatte. Die Richter befanden den Mann des vorsätzlichen Mordes für schuldig. Publikum und ausländische Journalisten waren von der Gerichtsverhandlung ausgeschlossen worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend wolkig und örtlich Schauer oder Gewitter. Anfangs im Osten, später auch im Westen Aufheiterungen. Temperaturen zwischen 18 und 26 Grad Celsius.

Audio und Video zum Thema