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Nachrichten

Montag, 1. Oktober 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundespräsident Horst Köhler hat dazu aufgerufen, die Vorteile der Globalisierung zu nutzen und möglichst alle Menschen daran teilhaben zu lassen. Deutschland müsse vor allem im Wettbewerb der Wissensgesellschaften um Erkenntnisfortschritt und Innovation bestehen, um von den Möglichkeiten des globalen Wandels profitieren zu können, sagte Köhler in seiner zweiten "Berliner Rede". Die Globalisierung bewirke auch in den Entwicklungsländern große Fortschritte, wenngleich dort in Sachen Lebensstandard und Menschenrechte noch viel zu tun bleibe. Nur wenn es eine faire Konkurrenz zwischen den Nationen gebe, könnten weltweit Armut, Gewalt und Umweltzerstörung zurückgedrängt werden, betonte das Staatsoberhaupt. - Die Tradition der "Berliner Reden" hatte vor zehn Jahren der damalige Bundespräsident Roman Herzog begründet.


FRANKFURT AM MAIN: Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn hat die Gewerkschaft der Lokführer -GDL- für diesen Freitag zu einem bundesweiten Streik aufgerufen. Zur Begründung sagte der GDL-Vorsitzende Manfred Schell in Frankfurt am Main, das Unternehmen habe sich geweigert, mit den Lokführern über einen eigenständigen Tarifvertrag zu verhandeln. Schell gab der Bahn die Schuld am Scheitern des Vermittlungsverfahrens. Die GDL kehre nun zu ihren ursprünglichen Tarifforderungen zurück: kürzere Arbeitszeiten und bis zu 31 Prozent mehr Geld. Die Deutsche Bahn will rechtliche Schritte gegen den drohenden Arbeitskampf prüfen. Außerdem soll mit einem Notfallplan sichergestellt werden, dass mehr als 50 Prozent der Züge fahren.


KIEW: Bei der vorgezogenen Parlamentswahi in der Ukraine zeichnet sich nach Hochrechnungen ein Regierungswechsel zugunsten der pro-westlichen Kräfte ab. Nach der Auszählung von 50 Prozent der Stimmen kommt der Oppositionsblock von Julia Timoschenko auf gut 33 Prozent der Stimmen, wie die Wahlleitung in Kiew mitteilte. Timoschenko kündigte eine Neuauflage des 'orangenen' Bundnisses mit der Partei Unsere Ukraine von Staatspräsident Viktor Juschtschenko an, die knapp 16 Prozent erreichte. Auf die pro-russische Partei der Regionen von Regierungschef Viktor Janukowitsch entfielen danach rund 31 Prozent. Janukowitsch warnte den politischen Gegner davor, den eigenen Sieg vor der Verkündung des Endergebnisses zu feiern.


RANGUN: In Birma setzt der UN-Sondergesandte Ibrahim Gambari seine Vermittlungsbemühungen zwischen der Militärregierung und den pro-demokratischen Kräften fort. Juntachef Than Shwe werde Gambari am Dienstag zu einem Gespräch empfangen, meldet die Nachrichtenagtentur AFP unter Berufung auf das Informationsministerium. Am Sonntag war Gambari in Rangun überraschend mit Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zusammengekommen. Unterdessen blieb die Lage in der Hauptstadt Rangun nach Augenzeugenberichten ruhig. Das Miltär habe die Absperrungen um den wichtigsten Tempel der Stadt wieder aufgehoben. Auf vielen Straßen patroullierten jedoch Soldaten, um mögliche Demonstrationen im Keim zu ersticken. Nach offiziellen Angaben wurden seit Mittwoch 13 Demonstranten getötet. Die tatsächliche Opferzahl ist weiter unbekannt. Menschenrechtsorganisationen zufolge wurden in Birma in den vergangenen Tagen 1.200 Menschen festgenommen, die meisten von ihnen buddhistische Mönche, die die Proteste angeführt hatten.


ISLAMABAD: In Pakistan hat die Regierung den Polizeichef der Hauptstadt Islamabad, Syed Marwat Ali Shah, sowie zwei weitere hohe Polizeibeamte mit sofortiger Wirkung suspendiert. Sie sollen für die Übergriffe auf eine Demonstration von oppositionellen Anwälten und Gegnern von Präsident Pervez Musharraf verantwortlich sein, bei denen am Samstag rund 60 Menschen verletzt worden waren. Der oberste Verfassungsrichter des Landes, Iftikhar Chaudrhry, hatte deshalb die Suspendierung angeordnet. Die Proteste gegen Musharraf gingen auch an diesem Montag weiter, In Islamabad und anderen Städten demonstierten wieder Tausende gegen eine erneute Kandidatur des Generals. Sie kritisieren vor allem, dass Musharraf erst nach einer möglichen Wiederwahl sein Amt als Armeechef abgeben will. Das Verfassungsgericht Pakistans hatte am Freitag in der Ämterdopplung kein Hindernis für eine Kandidatur Musharrafs gesehen. Der General hattte sich 1999 unblutig an die Macht geputscht.


PESHAWAR: Bei einem Selbstmordanschlag im Nordwesten Pakistans sind nach Polizeiangaben mindestens 15 Menschen getötet worden. Der Attentäter habe sich in der Garnisionsstadt Bannu in der Nähe einer Polizeiwache in die Luft gesprengt und dabei mindestens 14 Menschen mit in den Tod gerissen. Mehr als 20 weitere seien verletzt worden. Der Polizeichef des Distrikts sagte, der Attentäter habe eine Burka getragen und die Bombe unter dem Vollschleier versteckt. Der Sprengsatz sei in einer Rikscha versteckt gewesen, die von Sicherheitskräften überprüft werden sollte. Bannu liegt in Nordwaziristan an der Grenze zu Afghanistan. Dort kämpfen Armee und Polizei gegen Anhänger des Terror-Netzwerks El Kaida und der radikalislamischen Taliban.


JERUSALEM: Zwei Tage vor einem neuerlichen Treffen zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat Israel wie vereinbart damit begonnen, 87 palästinensische Häftlinge freizulassen. Die Regierung in Jerusalem sprach von einer Geste zum Ende des Fastenmonats Ramadan. Keiner der Häftlinge sei in Anschläge gegen Israel verwickelt, hieß es weiter. Olmert und Abbas wollen am Mittwoch in Olmerts Residenz in Jerusalem zusammenkommen. Ziel der Gespräche ist es nach offiziellen Angaben, Differenzen im Vorfeld der von den USA für den November geplanten internationalen Nahost-Konferenz auszuräumen.


NEW YORK: Der Überfall auf ein Lager der Friedenstruppe der Afrikanischen Union in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur ist international verurteilt worden. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, forderte eine Bestrafung der Täter. Die Afrikanische Union sprach von einem "abscheulichen" Angriff. Ähnlich äußerten sich die Außenminister Frankreichs und Großbritanniens. Die sudanesische Armee und die Rebellen in Darfur machen sich gegenseitig für den Überfall verantwortlich. Dabei waren mindestens zehn Blauhelm-Soldaten getötet worden. Nach neuesten Angaben der Afrikanischen Union wurden zudem acht Soldaten verletzt, von weiteren 40 fehle jede Spur. Sie wurden möglicherweise verschleppt.


QUITO: Der linksgerichtete ecuadorianische Präsident Rafael Correa hat sich nach der Wahl einer verfassunggebenden Versammlung als Sieger präsentiert. Wenn die Hochrechnungen stimmten, habe sein Lager etwa 80 der insgesamt 130 Sitze in dem Gremium erhalten, sagte er in Quito. Mit dem offiziellen Ergebnis wird erst in drei Wochen gerechnet. Der Präsident erwartet von der verfassunggebenden Versammlung, dass sie das von ihm als korrupt bezeichnete Parlament auflöst. Zudem soll sie innerhalb eines halben Jahres eine neue Verfassung ausarbeiten, über die dann in einem Referendum abgestimmt wird.


HANNOVER: Der Autobauer Karmann will bis Ende kommenden Jahres 1.770 Stellen abbauen. Betroffen seien das Werk in Rheine und der Stammsitz in Osnabrück, teilte das Unternehmen mit. Zur Begründung wurde die schlechte Auftragslage genannt. Karmann beschäftigt weltweit rund 7.000 Mitarbeiter, davon 5.000 in Deutschland.


DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Am Nachmittag von Westen zunehmende Bewölkung und gebietsweise Regen. Im Süden und Osten etwas freundlicher und weitgehend trocken. Höchstwerte 15 bis 24 Grad.

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