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Nachrichten

Montag, 06. März 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag.

STUTTGART: Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes will die Dienstleistungsgewerkschaft verdi den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Streiks gehen heute in die fünfte Woche. Sie werden nach Angaben des verdi-Verhandlungsführers Kurt Martin zunehmen, da sich die Gewerkschaft nicht weiter von den Arbeitgebern provozieren lassen wolle. Martin warf den Ländern vor, an 'diktatorischen Positionen' festzuhalten. - In Stuttgart ist an diesem Montag eine Großdemonstration der Gewerkschaft geplant. Rund 15.000 Teilnehmer werden erwartet. Sie wollen gegen die von den Arbeitgebern geplante Verlängerung der Arbeitszeit protestieren.

NÜRNBERG: Die rund 1.700 Beschäftigten des vor dem Aus stehenden Nürnberger AEG-Werkes entscheiden an diesem Montag mit einer Urabstimmung über die Annahme des ausgehandelten Sozialtarifvertrages. Für die Annahme des Vertrages müssen mindestens 25 Prozent der im Werk organisierten IG-Metall-Mitglieder stimmen. Der Vertrag sieht unter anderem eine Abfindung in Höhe von 1,8 Monatsgehältern pro Jahr der Beschäftigung sowie Maßnahmen zur Qualifizierung der von der Werksschließung Betroffenen vor. Der schwedische Mutterkonzern Electrolux will die Produktion Ende 2007 nach Italien und Polen verlegen.- Der Einigung war ein sechswöchiger Streik der Belegschaft gegen die Werksschließung vorausgegangen.

WIESBADEN: Der Linde-Konzern will den britischen Industriegase-Konkurrenten BOC für rund 12 Milliarden Euro übernehmen. Darauf hätten sich beide Seiten geeinigt, gab Linde in Wiesbaden bekannt. Mit dem Kauf wird der deutsche Gase- und Gabelstaplerhersteller Weltmarktführer bei Industriegasen. Das Angebot stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden.

MÜNCHEN: Nach dem Schneechaos hat sich die Lage im Süden Deutschlands etwas entspannt. Die Autobahnen in Bayern und Baden-Württemberg sind nach Polizeiangaben wieder befahrbar. Dennoch behindern die Schneemassen noch vielerorts das öffentliche Leben. Die Deutsche Bahn rechnet damit, dass auch am Montag nicht alle Strecken in Südbayern befahren werden können. In mehreren bayerischen Landkreisen sowie im baden-württembergischen Zollernalbkreis fällt an diesem Montag die Schule aus. - Ähnlich chaotische Zustände wurden aus Teilen der Schweiz und Ostfrankreich gemeldet. In den Alpen gilt erhöhte Lawinengefahr.

LONDON: Auch nach dem US-Folterskandal im irakischen Gefängnis Abu Ghraib werden nach Angaben von Amnesty International in dem Land Häftlinge misshandelt. In einem in London veröffentlichten Bericht der Menschenrechts-Organisation heißt es, Gefangene würden etwa mit Plastikkabeln geschlagen oder mit Elektroschocks gequält. Amnesty bezieht sich auf ehemalige Häftlinge, Verwandte derzeitiger Insassen sowie Anwälte. Nach Erkenntnissen der Organisation sitzen derzeit 14.000 Menschen im Irak in Gefängnissen, ohne dass ein Strafverfahren gegen sie eröffnet wurde. Eine Sprecherin der US-Streitkräfte sagte dagegen, alle Gefangenen würden entsprechend den internationalen und irakischen Gesetzen behandelt.

WIEN: Die Internationale Atomenergiebehörde IAEO beginnt an diesem Montag mehrtägige Beratungen unter anderem über das iranische Atomprogramm. Der Gouverneursrat, das höchste Entscheidungsgremium der Behörde, soll darüber entscheiden, ob und wann der Weltsicherheitsrat sich mit dem Fall befasst. Am Freitag waren neue Gespräche zwischen Vertretern des Iran und der so genannten EU-Troika aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien über einen Stopp der Urananreicherung auf iranischem Boden erfolglos geblieben. Irans Chefunterhändler Ali Laridschani hatte am Sonntag bekräftigt, sein Land wolle das Atomprogramm auf alle Fälle fortsetzen.

JERUSALEM: Die Kadima-Partei des amtierenden israelischen Regierungschefs Ehud Olmert ist bei einem weiteren Abzug aus Gebieten im Westjordanland gespalten. Während Olmerts Sicherheitsberater Avi Dichter einen Abzug nach der Parlamentswahl Ende März andeutete, sprachen sich mit dem früheren Regierungschef Schimon Peres und Erziehungsminister Meir Scheetrit zwei führende Parteimitglieder gegen einen einseitigen Abzug ohne Verhandlungen aus. In Israel wird am 28. März gewählt.

TRIPOLIS: Der reformorientierte libysche Regierungschef Schukri Ghanem ist nach drei Jahren im Amt ausgewechselt worden. Zum neuen Ministerpräsidenten wählte der Allgemeine Volkskongress, der als Parlament fungiert, Ghanems Stellvertreter, den konservativen Politiker Baghdadi el Mahmudi. Ghanem selbst soll die staatliche Ölgesellschaft leiten. Der in den USA ausgebildete bisherige Regierungschef hatte versucht, die sozialistische Wirtschaft Libyens zu öffnen und zu liberalisieren. Dabei stieß er nach Angaben von Diplomaten in Tripolis auf heftigen Widerstand der konservativen Kräfte im Volkskongress. Ausgewechselt wurden auch andere Minister, die als Reformer galten.

HOLLYWOOD: Zum 78. Mal sind in Hollywood die Oscars vergeben worden. Zum besten Film wählte die Filmkunst-Akademie das Rassismusdrama 'L.A. Crash'. Als beste Hauptdarsteller wurden der US-Schauspieler Philip Seymour Hoffman in dem Film 'Capote' über eine Phase im Leben des exzentrischen Schriftstellers Truman Capote ausgezeichnet sowie Reese Witherspoon in dem Film 'Walk the Line' über das Leben des Musikers Johnny Cash. Je einen Oscar für den besten Nebendarsteller bekamen George Clooney und seine britische Kollegin Rachel Weisz. Als bester Regisseur wurde Ang Lee für 'Brokeback Mountain' ausgezeichnet. Die südafrikanische Produktion 'Tsotsi' setzte sich gegen den deutschen Film 'Sophie Scholl' durch und wurde zum besten fremdsprachigen Film gewählt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Stark bewölkt. Verbreitet Schnee- und Graupelschauer. Höchsttemperaturen minus ein bis plus vier Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: minus zwei Grad, Schneefall

Berlin: minus fünf Grad, wolkig

Dresden: minus drei Grad, wolkig

Köln/Bonn: plus ein Grad, fast wolkenlos

Frankfurt am Main: minus ein Grad, bewölkt München: minus drei Grad, etwas Schnee