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Wirtschaft

Monsanto-Aktionäre geben grünes Licht

Die Anteilseigner des Saatgutherstellers Monsanto haben der Übernahme durch den Pharmariesen Bayer zugestimmt. Doch der muss sich noch gedulden, denn das letzte Wort haben die Kartellbehörden.

Das Übernahmeangebot ist gigantisch: 66 Milliarden US-Dollar will der Pharmakonzern Bayer für den Saatguthersteller Monsanto auf den Tisch legen. Auch die Aktionäre von Monsanto hat der Geldregen überzeugt. Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmten sie der Übernahme zu. Das Votum fiel mit 99 Prozent deutlich aus. Kein Wunder, schließlich werden die Aktionäre je Anteilsschein rund 128 Dollar in bar erhalten - derzeit notieren die Papiere bei gut 105 Dollar. 

"Wir freuen uns, dass wir von unseren Aktionären so viel Unterstützung bekommen haben", sagte Monsanto-Chef Hugh Grant. Das sei ein wichtiger Meilenstein beim Zusammenschluss der beiden Unternehmen. Bayer-Chef Werner Baumann zeigte sich zuversichtlich, den Deal abschließen zu können. Man werde eng mit Monsanto zusammen arbeiten, "um eine erfolgreiche Integration sicherzustellen".

Heftige Kritik an wachsender Marktmacht

Die Führung des US-Konzerns hatte den Deal bereits im September nach einem monatelangen Übernahmepoker gebilligt. Bayer wird mit dem Zukauf zum weltgrößten Anbieter von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln. Es wäre nicht nur die größte Übernahme in der mehr als 150-jährigen Firmengeschichte von Bayer, sondern auch die bislang teuerste eines deutschen Unternehmens.

Doch etliche Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen. Und die Kritiker sind laut: So forderten etwa Umweltschützer und Hilfsorganisationen die Kartellbehörden auf, die Hochzeit der beiden Giganten zu verhindern. Sie stört, dass die Marktmacht der Agrarriesen immer weiter zunimmt.

Monsanto, Syngenta, Bayer, Dupont, Dow Chemical und BASF kontrollierten schon heute 75 Prozent des globalen Agrarchemiemarktes und mehr als 60 Prozent des Saatgutmarktes, so die Begründung der Kritiker. Monsanto steht außerdem wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte und wegen des umstrittenen Pestizids Glyphosat immer wieder in der Kritik. Experten gehen dennoch von einem Abschluss der Transaktion gegen Ende 2017 aus.

Die Luft wird dünner

Bayer und Monsanto sind mit ihrem Mega-Deal nicht allein: Der chinesische Staatskonzern ChemChina will den Agrarchemiekonzern Syngenta aus der Schweiz schlucken. Vor einem Jahr brachten Dow Chemical und Dupont ihre Fusion auf den Weg. Sie würden damit erst einmal den Branchenprimus BASF vom Thron stoßen.

Kombo-Bild Bayer-Monsanto (icture-alliance/dpa/O. Berg/AP Photo/S. Perlman)

Elefantenhochzeit in der Agrarchemie: Es wäre die bislang teuerste Übernahme eines deutschen Unternehmens

Der Handlungsdruck in der Branche ist angesichts des Preisverfalls wichtiger Agrargüter wie etwa Weizen und dem Spardruck der Landwirte enorm. Gleichzeitig steht die Branche angesichts des anhaltenden Bevölkerungswachstums und des Klimawandels vor großen Herausforderungen. So wächst die Zahl der Menschen auf der Erde bis zum Jahr 2050 laut Experten um rund drei auf zehn Milliarden. Dabei nimmt die bebaubare Fläche kaum noch zu. Der Markt verspräche demnach ein langfristiges Wachstum.

nm/dk (dpa, rtr)