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Asien

Mongolei: e-Learning in der Praxis

Lehrer des Press Institute of Mongolia werden Investigativen Journalismus bald auch mit e-Learning unterrichten - landesweit und standortunabhängig. Auf einer virtuellen Plattform der DW Akademie testen sie die Methode.

Mongolei e-Learning

Lehrer am Mongolia Press Institute im Workshop für Investigaten Journalismus

In den ländlichen Provinzen der Mongolei ist der Umgang mit Computern nicht selbstverständlich. Journalisten sind weniger digital vernetzt – ein Nachteil gegenüber den Journalisten in der Hauptstadt Ulan Bator. Das möchte die NGO Press Institute of Mongolia (PIM) ändern: Künftig werden Journalisten in Medienhäusern landesweit an Fortbildungen teilnehmen und sich austauschen können, mithilfe von e-Learning. Damit das Realität wird, rüsten sich die Lehrer des PIM mit technischem, journalistischem und didaktischem Know-how.

Mongolei e-Learning

Gemeinsames Lernen online sowie im Seminarraum

Für Tamiraa Tsiknibvaatar ist e-Learning ein neues Tool. Der Lehrer ist einer von 12 Teilnehmern, der im Projekt "Investigativer Journalismus" mit der DW Akademie den Umgang mit "DW Akademie Connect" lernt. Die Online-Plattform basiert auf der Software Moodle und wird von der DW Akademie auf mongolisch bereitgestellt. Sie ermöglicht Trainings in geschlossenen Gruppen, die Entwicklung von Lehrmodulen und Curricula-Bausteinen. "E-Learning eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Wir können damit sehr viele Teilnehmer landesweit auf einmal erreichen." Ein wichtiges Kriterium für die NRO, die neben Journalismus-Studiengängen auch Fortbildungen für arbeitende Journalisten anbietet.

Neue Lehrmethoden

Seit Mai 2015 werden Tamiraa und seine Kollegen in den Methoden des Investigativen Journalismus ausgebildet – in Präsenzworkshops mit Trainern der DW Akademie sowie virtuell auf DW Akademie Connect. Parallel dazu führen die mongolischen Lehrer eigene investigative Recherchen im ganzen Land durch. Die Ergebnisse werden auf der e-Learning Plattform eingestellt und von den Trainern der DW Akademie kommentiert und bewertet. "E-Learning erlaubt uns, die Lehrer jenseits der Trainings in Ulan Bator über einen langen Zeitraum hinweg zu betreuen und ihnen bei Fragen beiseite zu stehen", sagt Eva Mehl, Ländermanagerin Mongolei der DW Akademie. Außerdem bleibe die Gruppe so in engem Kontakt – das stärke das Lehrer-Netzwerk in der Mongolei.

Mongolei e-Learning

Erfahrungsaustausch zur Lernmethode

"Das PIM und unser Projekt für Investigativen Journalismus profitieren enorm von der e-Learning Komponente", so Myangmar Munkhmandakh, Direktorin am PIM. "In der Mongolei sind Lehrmethoden traditionell frontal und auf Disziplin ausgerichtet, es bleibt wenig Raum für Selbstverwirklichung oder Ausprobieren." E-Learning bringe neue Anreize in die Ausbildung und fördere auch die Entwicklung der Persönlichkeit. "Das Tool bietet eine gewisse Flexibilität, was die Arbeitszeiten betrifft. Das bedeutet, dass die Teilnehmer lernen müssen, unabhängig und selbständig zu arbeiten und ihre Zeit einzuteilen", so Munkhmandakh.

Sobald die Lehrer das Training der DW Akademie durchlaufen habe, können sie e-Learning auch in ihrem eigenen Unterricht – sei es Magister, Diplom oder Fortbildungen für arbeitende Journalisten – einsetzen. Als nächstes werden PIM und DW Akademie in der Mongolei mit Schülern und arbeitenden Journalisten zusammenarbeiten. Das Projekt ist auf weitere zwei Jahre angelegt.

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