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Fokus Südosteuropa

Moldau - Militärstützpunkt gegen billiges Gas?

Die USA, die EU und Rumänien würden sich in die inneren Angelegenheiten der Republik Moldau einmischen, sagte der russische Botschafter in der Republik Moldau. Chisinau wies dies weit von sich.

Blitze erhellen den Nachthimmel(Foto: dpa)

Gewitterstimmung zwischen Moskau und Chisinau

Empörte Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. "Die Würde der Moldauer lässt sich nicht am russischen Gas messen!“ Mit diesen Worten kommentierte der moldauische Wirtschaftsminister Valeriu Lazar die Empfehlungen des russischen Botschafters Valeri Kusmin. Dieser hatte erklärt, die Republik Moldau "solle sich überlegen, was sie Russland anbieten könne, um verbilligtes Erdgas zu bekommen". Der russische Diplomat hatte durchblicken lassen, dass Moskau ein seriöses politisches Angebot von Chisinau erwarte und hatte in diesem Kontext das Beispiel der Ukraine genannt: "Es gibt noch politische Möglichkeiten, das Gas zu günstigen Preisen zu bekommen. Politische Vereinbarungen können sich günstig auf die Handelsbeziehungen auswirken, wie der Fall der Ukraine zeigt. Wir warten auf einen Vorschlag seitens der Republik Moldau."

Militärstützpunkt gegen Gas?

Ein Russe mit russischer Flagge in der Hand steht gegenüber einem Mädchen in Marine-Paradeuniform in der russischen Basis Sevastopol in der Ukraine (Foto: AP)

Ein Sevastopol in Moldova?

Laut moldauischem Wirtschaftsminister Lazar hat sein Land die größten Schwierigkeiten wegen des erhöhten Gaspreises überwunden. Chisinau sei entschlossen,den europäischen Durchschnittstarif zu bezahlen und keinen "übertriebenen politischen Kompromiss" einzugehen. "Entweder verfolgen wir die bisherige Strategie und gehen unseren Weg weiter - oder folgen dem ukrainischen Beispiel. Wollen wir das? Wir müssen unsere Schulden begleichen und unsere Würde bewahren", sagte Lazar. Der ehemalige moldauische Botschafter in Moskau, Anatol Taranu, sieht in der Erwähnung des ukrainischen Beispiels durch den russischen Botschafter die Andeutung, Russland wolle auf dem Gebiet der Republik Moldau einen eigenen Militärstützpunkt errichten: "Meines Erachtens könnte sich das russische Gas um die äquivalente Summe verbilligen, die einer Pacht für einen russischen Militärstützpunkt auf dem Gebiet der Republik Moldau entspricht. Obwohl er dies nicht direkt erwähnte, machte der russische Botschafter dennoch Andeutungen auf die bestehende russische Basis in Sevastopol, die Moskau von der Ukraine angemietet hat."

"Unhöfliche Geste"

Flaggen USA, Russland EU (Grafik: DW)

Russland Verärgerung vorgeworfen über das Engagement des Westens in Moldova

Für Verstimmung hat auch eine weitere Aussage des russischen Botschafters Kusmin gesorgt: "Wir haben zahlreiche Versuche der USA, der EU und des Nachbars Rumänien beobachtet", sagte der russische Diplomat auf der Pressekonferenz in Chisinau , "Druck auf die politischen Prozesse in der Republik Moldau auszuüben. Russland hat sich so etwas nicht erlaubt." Für den moldauischen Diplomaten Anatol Taranu ist diese Aussage ein Beleg dafür, dass Russland über die effizientere Politik des Westens in der Republik Moldau verärgert ist: "Es war eine unhöfliche Geste eines russischen Diplomaten dem Westen gegenüber".

Autor: Vitalie Calugareanu

Redaktion: Mirjana Dikic / Gero Rueter

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