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Fußball

Modric schießt Kroatien zum Sieg

Kroatien sichert sich einen knappen, aber verdienten Auftaktsieg in der schweren Gruppe D. Ein Traumtor bringt die Kroaten vorübergehend die Spitzenposition - dabei steht nicht nur Torschütze Modric im Mittelpunkt.

Es gibt Spieler, die einen richtig guten Tag brauchen, um ein Tor zu schießen. Dann gibt es solche, die einen guten Tag brauchen, um ein schönes zu schießen. Und es gibt Luka Modric. Als sich der Ball in der 42. Minute nach einer Abwehraktion gut 23 Meter vor dem Tor auf den Fuß des kroatischen Mittelfeldstars senkte, zog er mühelos volley mit Vollspann ab. Bogenlampe, Aufsetzer, Tor! Ein fast schon typisches Traumtor des Zehners von Kroatien - bei Real Madrid wird er dafür regelmäßig zum Torschützen des Monats ausgezeichnet.

Es war das verdiente Siegtor zum 1:0 (1:0) gegen die Türken, und es sorgte naturgemäß für großen Jubel bei den Fans. Einem gelang es sogar - trotz massivster Sicherheitsvorkehrungen im Stadion - auf den Platz zu stürmen und sein Idol, den Torschützen Modric, zu herzen und zu küssen. "Das war keine gefährliche Situation. Ich bin sehr glücklich über mein Tor, aber noch glücklicher über unseren Auftritt", erklärte Modric später. "Wir haben gespielt wie ein großes Team und ich denke: Wir sind ein großes Team. Wir dürfen jetzt nur nicht in zu große Euphorie verfallen." Die Kroaten haben bereits beste Chancen auf das Erreichen der K.o.-Runde, während der Türkei bei einer weiteren Niederlage gegen Titelverteidiger Spanien schon fast das EM-Aus droht.

Kroaten zeigen Türken die Grenzen auf

Die Türken, die 1998 an Ort und Stelle im Pariser Prinzenpark-Stadion Platz drei bei der WM erspielt hatten, gingen im kroatischen Angriffswirbel fast unter. Eine einzige Chance in der ersten Halbzeit hatte Ozan Tufan, der per Kopfball in der 29. Minute Torwart Danijel Subasic ernsthaft prüfte.

Torschütze Luka Modric jubelt nach seinem Tor (Foto: Reuters/J. Sibley livepic)

Topstar Luka Modric sorgt mit einem Zaubertor für die Entscheidung

Doch die Kroaten bestimmten auch in der zweiten Halbzeit die Partie und setzten ihre Gegner immer mehr unter Druck: Dario Srna schoss in der 52. Minute einen Freistoß an die Latte. Der in knallpink gekleidete türkische Tormann Volkan Babacan konnte da nur noch bangend hinterher schauen. Drei Minuten später war es wieder der kroatische Kapitän Srna, der freistehend mit links das leere Tor um mehrere Meter verfehlte. Das hätte bereits die Entscheidung sein können.

Auch die schöne Direktabnahme von Marcelo Brozovic in der 61. Minute hätte ein Tor verdient gehabt, doch der Ball strich knapp über den Kasten des teilweise überfordert wirkenden Bobacan. Allein Brozovic kam in der Folge zu gleich mehreren Torgelegenheiten.

Mit Leidenschaft und Kampf zum Sieg

Den Titel der Kämpfernatur des Tages ging eindeutig an den kroatischen Rechtsverteidiger Vedran Corluka, der sich schon in der 32. Minute eine stark blutende Kopfwunde zugezogen hatte. Daraufhin musste er wiederholt behandelt werden, sein "Turban" wurde gleich viermal nachgebessert.

In der Nachspielzeit warf sich Corluka wagemutig im eigenen Strafraum in einen Zweikampf und sicherte den Sieg - danach blutete die Wunde wieder, so dass er erneut draußen behandelt werden musste - und zum zigsten Mal wieder auf den Platz zurückkehrte.

Auf türkischer Seite gab der 18-jährige Bald-Dortmunder Emre Mor sein EM-Debüt und ließ in einigen Szenen erahnen, warum sich BVB-Trainer Thomas Tuchel bereits vor der EURO seine Dienste sicherte. Doch auch er konnte die Niederlage der Türken nicht verhindern.

Lesen Sie hier noch einmal das Spiel in seiner Chronologie nach:

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