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Kultur

Moderne afrikanische Kunst

In Afrika hat sich eine Szene im Bereich der modernen Kunst entwickelt, die weltweit immer mehr Beachtung findet. Ein Sammler aus Deutschland besitzt mittlerweile über 1000 Werke: Die Sammlung Péus.

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Aus der Sammlung Péus

Trotz der gewaltigen politischen und wirtschaftlichen Probleme auf den schwarzen Kontinent, begann sich in der Endphase des Kolonialismus und zu Beginn der Unabhängigkeit der afrikanischen Staaten eine Kunstszene zu entwickeln, die aufhorchen ließ. Die Arbeiten aus dem westnigerianischen Oshogbo galten sogar als Sensation. Die Bilder von einem der einflussreichsten Künstler Twins Seven Seven erzielen auf den westlichen Kunstmärkten fünf- bis sechsstellige Preise in Dollar oder Euro. Aber auch in Ostafrika entstanden Bilder der Quadratmaler wie etwa von Tinga Tinga, die für Aufsehen sorgten und dazu beitrugen, die weit verbreitete Meinung, Afrika sei ein geschichts- und kulturloser Kontinent, ad absurdum zu führen.

Kreativität afrikanischer Künstler erkannt

Der frühere Fernsehkorrespondent Gunter Péus baute Ende der sechziger Jahre das ZDF-Studio in der kenianischen Hauptstadt Nairobi auf. Er erkannte als kunstsinniger Mensch sehr schnell die Kreativität afrikanischer Künstler. Und er begann schon bald, ein Auge für Besonderheiten zu entwickeln und systematisch moderne afrikanische Kunst zu sammeln. Dabei kam ihm seine ausgedehnte Reisetätigkeit zu Gute, die ihn in fast alle der mehr als 50 afrikanischen Staaten führte. Gunter Péus sieht besondere Charakteristika moderner afrikanischer Kunst. "Nach meinem Empfinden war es besonders die Stärke des Ausdrucks, hervorgerufen eigentlich durch unverbildete Künstler, also Autodidakten, die nicht durch irgendwelche Vorbilder beeinflusst worden sind."

Sammlung mit 1000 Werken

In der Spätphase des Kolonialismus war die Kunstausbildung in Afrika an einen von der Kolonialmacht engen vorgegebenen Rahmen gebunden. Doch entwickelte sich außerhalb dieser formalen Ausbildung eine Subkultur von Malern. Sie beinflussten die Künstler, die dem engen Rahmen der kolonial geprägten Ausbildung erst während der Übergangsphase zur politischen Unabhängigkeit entfliehen konnten.

Die Sammlung Péus umfasst etwa 1000 Stücke. Die meisten Arbeiten sind Bilder, aber die umfangreiche Sammlung enthält auch kunstvoll gearbeitete Plastiken der Makonde-Kunst aus Tansania und Shona-Skulpturen aus Simbawe. Die Bilder der hoch gehandelten Kunstwerke des Nigerianers Twins Seven Seven, der Mosambikaner Valente Malangatana und seines Sohnes Valente sind eindrucksvoll. Aber die in sehr eigenwilliger Form dargestellten Porträts von berühmten afrikanischen Persönlichkeiten wie Jerry Rawlings, Kwama Nkrumah und Thomas Sankara und die Darstellung politischer Ereignisse die Frauenprotest im Uhuru Park in Nairobi ziehen die Aufmerksamkeit des Beobachters besonders an.

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