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Afrika

Mode als Ausdruck eines neuen Selbstbewusstseins

Junge Modedesigner aus Südafrika sorgen mit ihren Kollektionen auf internationalen Laufstegen für Furore. Acht Designer haben Kreationen für den diesjährigen Mercedes Benz Award South African Fashion Design entworfen.

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Moderne afrikanische Mode vom Black Coffee Lable

Fünf überlebensgroße Stoffgestalten schauen gesichtslos auf den Betrachter hinab. In weichen Falten fließt ein ockerfarbener Stoff an den grazilen Körpern entlang. Die aus demselben Material gearbeiteten Formen und Schmuckelemente erlauben viele Vermutungen über die möglichen Inspirationsquellen der Designer vom Johannesburger Black Coffee Lable. Fasziniert von den im Norden Namibias lebenden Himba, die ihre Haut mit Ockerfarbe einreiben, entschieden sie sich für die einfarbige Installation. Andere Formen seien von den in Afrika allgegenwärtigen Haarzöpfen inspiriert. Auf kunstvolle Weise vermischen die Modedesigner traditionelle Elemente mit modernen Accessoires wie einem schlicht gearbeiteten Rucksack in Form eines auf den Rücken gebundenen Babys. Die Gewinnerinstallation zeigt, dass sich Tradition und Moderne – fern des Ethnokitschs – auf höchstem Niveau treffen können.

Modeschau South African Fashion

Eine praktische Kombination aus Tradition und Moderne: die Mode von Craig Native

Everybody can be a designer

Einige Stilelemente haben die Designer von Black Coffee Lable aus ihrer aktuellen Kollektion "Everybody can be a designer" entnommen. Die von Afrikanerinnen kunstvoll um Hüften und Schultern drapierten Stofftücher brachten Jaques van der Watt und Daniça Lepen auf die Idee, vielfältig wandelbare Kleidungsstücke zu entwerfen – und damit jeden zu seinem eigenen Designer zu machen. "Je nachdem wie man sie wickelt, können sie ein Rock, ein Oberteil oder ein Kleid sein. Fährt man weg, muss man nur ein paar Teile davon in seinen Koffer packen und kann trotzdem jeden Tag neu entscheiden, wie man aussehen möchte", erklärt Daniça Lepen.

Sportkleidung zwischen Tradition und Moderne

Alltagstauglichkeit ist auch bei dem zweiten Preisträger Craig Native groß geschrieben. Denn wer will schon morgens früh stundenlang damit beschäftigt sein, seine Kleidung mit komplizierten Verschlusssystemen am Körper zu drapieren, stellt der 32-Jährige grinsend fest - die Hände leger in den Taschen seines Sweatshirts, auf dem die stilisierte Silhouette einer Puppe gedruckt ist. Die Ndebele-Puppe mit Skype-Kopfhörern war sein erstes Modell und zeigt, dass man traditionell gekleidet sein und gleichzeitig mit jemandem in Berlin sprechen kann. "Denn ich verschmelze gerne Altes mit Neuem, kulturell Eigenes mit Internationalem, Afrikanisches mit einer modernen Weise, die Kleidung zu tragen", erklärt Craig Native. Der ehemalige Leistungssportler kreiert Sport- und Freizeitmode, die unverkennbar auf afrikanische Traditionen verweist und dennoch problemlos im urbanen Leben zu tragen ist. So ließ er sich etwa vom traditionellen Umhang der östlich von Johannesburg lebenden Ndebele inspirieren und entwarf eine moderne Version der Middleburg Blanket aus Sweatshirt-Stoff.

Cotton made in Africa

Modeschau South African Fashion

Afrikanisch, aber kein Ethnokitsch

Der junge Modedesigner versteht sich als Botschafter Afrikas und arbeitet daran, eine eigene südafrikanische Sportmarke aufzubauen. In Zusammenarbeit mit dem Projekt "Cotton made in Africa" will er vermehrt in Afrika produzierte Baumwolle einsetzen. Craig Native möchte dazu beitragen, das Leben von über 150 000 Baumwollbauern zu verbessern. Doch gleichzeitig ist ihm bewusst, dass auch ihm das helfen wird, seine Marke bekannter zu machen: "Da ich und meine Arbeit so stark von Afrika beeinflusst sind, denke ich, dass es das perfekte Zusammenspiel ist, afrikanische Baumwolle zu benutzen, afrikanische Mode in Afrika zu produzieren und diese dann der Welt zu präsentieren."

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