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Kunst

Moco: Neues Museum in Amsterdam eröffnet mit Banksy und Warhol

In Amsterdam hat ein neues Museum seine Türen geöffnet. Das Moco – die Abkürzung für Modern Contemporary - will zeitgenössische Kunst zeigen und setzt auf große Namen. Das Besondere ist aber etwas anderes.

Schon zum Start hat das Moco viele Gesichter. Das Schönste ist wohl sein günstiger Standort: Die Villa Alsberg wurde 1906 zur Blütezeit des Jugendstil errichtet. Sie steht stolz am Amsterdamer Museumplein - in Sichtweite von Stedelijk Museum, Van Gogh Museum, Diamanten-Museum und Rijks-Museum. In bester Museumslage also. Kein Wunder, dass das Auktionshaus Christie's die Villa noch vor gar nicht langer Zeit in seiner Immobiliensparte für 26 Millionen Euro anpries.

Andy Warhol buntes Porträt von Marylin Monroe. Foto: Moco Museum, Amstedam

"Marylin Monroe" von Andy Warhol

Jetzt residiert das Moco am Museumplein, ein von dem Galeristenpaar Lionel und Kim Logchies privat initiiertes Museum. Als Museumschefin fungiert Kim Logchies. Beide Kunsthändler betreiben die – ebenfalls in Amsterdam ansässige - Lionel Gallery. Im Galerieprogramm der letzten Jahre finden sich prominente Künstlernamen wie Keith Haring, Andy Warhol, Jean Michel Basquiat, Damien Hirst, Jeff Koons, Picasso and Salvador Dali. Ob das Moco als "Galeriemuseum" gedacht ist, als museales Schaufenster ihres kommerziellen Kunsthandels? Oder ob das Moco als Ausstellungshalle funktioniert, ohne eigene Sammlung? Das muss sich noch herausstellen.

Jugendstilvilla in Amsterdam, (c) Moca Museum Amsterdam

Die Jugendstilvilla wird zum Moca, einem Privatmuseum in Amsterdam

Noch hält sich das Moco in seiner Öffentlichkeitsarbeit etwas zurück. Dagegen wirkt der inhaltliche Akzent, mit dem das Museum startet, wie ein Paukenschlag: Die Eröffnungsausstellung zeigt 50 Arbeiten des Street-Art-Stars Banksy zusammen mit 40 Werken des Pop-Art-Künstlers Andy Warhol. Moderne und zeitgenössische Kunst soll das Ausstellungsprogramm prägen. Das Moca möchte die "Rockstars der Kunst" zeigen, kuratiert jeweils von profilierten Kuratoren. Im Blick hat man die Sehlust eines "großen Publikums".

Paukenschlag zur Eröffnung

"Banksy kommt nach Amsterdam" jubelte denn auch eine niederländische Zeitung. Mit seinen Schablonengraffiti sorgt der britische Streetart-Künstler zuverlässig für Aufsehen. Frech wandelt er bekannte Bildmotive ab, versieht sie mit eigenen Kommentaren und ironisiert so unser Weltgeschehen.

Graffiti von Banksy zeigt Jeanne d'Arc

Banksy kommentiert auf politische Ereignisse. Hier ist Jeanne d'Arc zu sehen.

Der Künstler platziert seine Werke auch schon mal heimlich in Museen. Einmal besprühte er die Mauer in der West Bank, die Israel und Palästina voneinander trennt und nannte sie "das ultimative Urlaubsziel für Graffiti-Künstler". Banksys jüngstes Werk spielte auf die gewaltsame Räumung des Flüchtlingslagers im französischen Calais an. Sein scharfzüngiger Humor lässt Banksys Fangemeinde stetig wachsen. Identität und Herkunft hält der Brite indes geheim.

Auch dieses Gesicht gehört zum neuen Moco in Amsterdam: Wer am Computer die Website des Museums ansteuert, landet bei Bildschirm füllenden Fotografien. Manche zeigen Andy Warhol vor einem seiner zu Ikonen der Pop Art geronnenen Marylin Monroe-Portraits. Andere geben einen Vorgeschmack auf Banksys Kunst: Ein mit schwarzer Farbe auf die Wand gemaltes Mädchen lässt einen roten, herzförmigen Luftballon steigen. Daneben steht: "There ist always hope" ("Es gibt immer Hoffnung").

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