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Afrika

Mobutus Millionen fließen an Mobutu

Die Erben des ehemaligen kongolesischen Diktators Mobutu Sese Seko können frohlocken: Aus der Schweiz wird wohl ein warmer Geldregen auf sie niedergehen. Ein Sperrkonto dort wird bald freigegeben.

Mobutu (Foto: AP)

Krimineller Staatschef: Mobutu

Von 1965 bis 1997 war er Präsident des damaligen Zaire, der heutigen DR Kongo. Dann wurde Mobutu Sese Seko gestürzt, seine Konten wurden weltweit gesperrt und in der Schweiz wurde auch seine Villa im Bergdorf Savigny zwangsverkauft. Der Erlös brachte zusammen mit weiteren Geldern die stattliche Summe von etwa acht Millionen Franken. Das Geld wurde auf einem Sperrkonto geparkt, die Sperre 2006, 2008 und zuletzt im Februar 2009 verlängert.

Endlich reagiert die Regierung - doch zu spät

Ruine (Foto: dpa)

Desolater Zustand, aber acht Millionen verschenkt: DR Kongo

Doch auch eine im Januar 2009 endlich eingereichte Strafanzeige der Regierung der DR Kongo gegen den Mobutu-Clan kann die weitere Blockade der Gelder nicht mehr rechtfertigen. Denn die Schweizer Bundesanwaltschaft erklärte jetzt, dass die zur Last gelegten Straftaten - unter anderem Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung - verjährt sind. Ein Verfahren wurde daher abgelehnt.

Acht Millionen waren zu wenig für Mobutus Nachfolger

Warum die Regierung des Kongo erst so spät und nach mehrfacher Aufforderung seitens der Schweiz reagierte, liegt offenbar an der Summe - die in den Augen der Regierung zu klein ist, um besondere Aufmerksamkeit zu verdienen. So ließ es Präsident Kabila bei einem Besuch einer Schweizer Delegation 2007 durchblicken.

Das Vermögen wird also nicht eingezogen und kommt auch nicht der Staatskasse des Kongo zu Gute. Stattdessen können sich die Erben freuen. Allen voran: Nzanga Mobutu, ältester Sohn des verstorbenen Diktators Mobutu Sese Seko und heute Vize-Premierminister der DR Kongo.

Autor: Dirk Bathe

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