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Kultur

Mobilfunk-Wirrwarr verprellt Kunden

Droht der Handy-Branche nach dem WAP-Flop mit UMTS ein weiteres Debakel? Die Kunden sind verwirrt und stehen der neuen Technologie skeptisch gegenüber.

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Die Zeiten des Handy-Booms sind vorbei

Das Fehlen einheitlicher Mobilfunkstandards verwirrt die Kunden und behindert damit die Verbreitung neuer Technologien. Nur gut jeder dritte Mobilfunknutzer sei bereit auf den neuen UMTS-Standard umzusteigen, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung Mummert + Partner. Zudem lehne die Mehrheit der Kunden höhere Ausgaben für Mobilfunk ab.

Wirrwarr verprellt Kunden

Die Verwirrung der Kunden ist nach Angaben der Experten auf die Mobilfunkgerätehersteller- und Netzbetreiber zurückzuführen: Während der führende Handyproduzent Nokia auf MMS (Multimedia Message Service) als Nachfolger des beliebten Kurzmitteilungsdienstes SMS setze, werde diese Anwendung von den neuen Philips-Handys nicht unterstützt. Auch über die Einführung des neuen Übertragungsstandards Bluetooth herrsche Uneinigkeit: Zwar wollten die meisten Handyhersteller ihre Geräte mit der drahtlosen Datenübertragungstechnik ausrüsten. Der koreanische Hersteller Samsung hält das Format nach Angaben von Mummert + Partner jedoch für unausgereift und will lieber abwarten. Und der niederländische Netzbetreiber E-Plus geht einen ganz anderen Weg: Er setzt auf den i-Mode-Standard des japanischen Konzerns NTT DoCoMo, der in Japan bereits seit Jahren erfolgreich angewendet wird.

Keine Mehrkosten

Da die Kunden nicht abschätzen könnten, welcher technologische Standard sich durchsetzen werde und ihnen konkrete Vorteile bringe, seien sie auch nicht bereit, für ihre Handy-Rechnung mehr auszugeben. Zwei Drittel der befragten Kunden lehnen es der Studie zufolge ab, mehr als 50 Euro für Mobilfunk-Dienste monatlich zu bezahlen. Nur zehn Prozent der Befragten würden für ihre Handy-Rechnung auch mehr als 100 Euro im Monat ausgeben. "Die Mobilfunk-Kunden warten ab, welche Standards sich in der Telekommunikation durchsetzen und dabei bezahlbar bleiben", sagte Wilhelm Alms, Vorstandschef von Mummert + Partner. "Die Telekommunikationsbranche sollte sich deshalb rasch auf einheitliche Standards und Anwendungen einigen."

UMTS-Start verschoben

Unterdessen deutet sich nach dem Flop mit den WAP-Diensten bereits ein weiterer Mobilfunk-Mißerfolg an: T-Mobile und Viag Interkom haben den UMTS-Start auf die zweite Hälfte 2003 verschoben. Der Grund: Im Testlabor funktioniert die neue Technologie nach Angaben der Unternehmensberatung mehr schlecht als recht. Erst vor wenigen Tagen hatte auch MobilCom seinen UMTS-Start auf Ende des Jahres verschoben. Im Gegensatz zum UMTS-Standard sind WAP-Dienste schon seit langem möglich, werden aber von den Handy-Nutzern kaum nachgefragt, da sie als zu langsam und unattraktiv gelten. Deswegen nutzten weniger als 30 Prozent aller Kunden WAP-Angebote.

Trotz der Probleme, verhalten sich die Telekommunikations-Konzerne nach Angaben von Mummert + Partner weiter zögerlich: Weniger als die Hälfte (46 Prozent) habe UMTS bis 2004 überhaupt auf ihrem Investitionsplan. Ob der neue UMTS-Standard jemals die hohen Investitionskosten ausgleichen wird, ist fraglich. Nur 56 Prozent der Experten rechneten innerhalb der nächsten fünf Jahre mit Profiten beim mobilen Internet.

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  • Datum 08.02.2002
  • Autorin/Autor Michael Knigge
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1po2
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