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Wirtschaft

Mobile World Congress: 5 Zukunftstrends

Schon seit Beginn des Jahres streuen Tech-Firmen Gerüchte über ihre großen Handy-Neuheiten. Beim Gipfeltreffen der Mobilfunk-Branche in Barcelona geht am Montag der Vorhang hoch. Das wird uns erwarten.

Hunderttausende Besucher werden ab dem 27. Februar in Barcelona auf den Mobile World Congress (MWC) strömen, um das Neueste vom Neuesten aus der Handywelt zu sehen. Zuletzt sind Verkäufe von Smartphones insgesamt aber eher zurückgegangen. Auch ähneln sich die Geräte immer mehr. Die spannendsten Highlights sind folglich nicht die Smartphones selbst.

1. Retro - Back to the Buttons

Es gibt Momente (mist, Akku wieder leer!), da wünschen wir uns unser altes knochiges Handy wieder. Irgendwo liegt es wahrscheinlich noch rum. Samsung hat im Herbst mit dem Galaxy Folder 2 in China das Klapphandy wiederbelebt. Nokia - heute im Besitz der Firma HMD - holt nun die alten Blöcke wieder aus der Schublade holen, twittert Phone-Leaker Evan Blass.

Die Firma mit den Rechten an der Nokia-Marke bestätigte in Barcelona, dass es eine Wiedergeburt des quasi unkaputtbaren Nokia 3310 geben wird. Es wäre ein cleverer Schachzug, um alte Fans auch auf die neuen Modelle von HMD aufmerksam zu machen. Ob die es aber auch kaufen, wenn das Kultspiel "Snake" nicht mit installiert sein sollte? 

2. Mobilfunknetz 5G

Eigentlich ist 5G noch weit weg, aber immerhin hat der Mobilfunk-Standard jetzt seineigenes Logo. Doch was kann die 5. Netzgeneration denn noch? Von der Vernetzung unserer gesamten Umwelt im Internet der Dinge bis zu unfassbar schnellen Downloadraten und Datenübertragung auch bei hohen Geschwindigkeiten (im Flugzeug oder schnellen Zügen) soll eigentlich alles möglich sein - angeblich. "Alles gleichzeitig an allen Punkten im Netz wird aber zunächst nicht gehen", schätzt Thomas Magedanz die Lage ein. Der Leiter für softwarebasierte Netzwerke am Fraunhofer- Institut Fokus glaubt, dass der 5G-Standard an unterschiedlichen Orten je nach Anwendung zunächst entweder viele Geräte in einem Netz unterstützt - wie beim Internet der Dinge, oder weniger Geräte mit hohen Geschwindigkeiten, wie beim autonomen Fahren entlang von Autobahnen. "Mischformen an Bahnhöfen oder Veranstaltungsorten, sind dabei aber auch denkbar", so Magedanz.

LG hat sich vor wenigen Tagen mit Qualcomm zusammengetan, um den Zukunftsstandard in Autos zu bringen. Schon 2018 soll 5G bei den Olympischen Winterspielen in Seoul getestet werden. Da kommt das "Gigabit Phone" von ZTE gelegen, das der chinesische Konzern auf dem MWC vorstellen will. Es soll nicht nur "5G ready" sein, sondern mit 360-Grad-VR und 4K-Möglichkeiten auch ein Schwergewicht in der Video-Ecke werden.

3. Virtual Reality & 360°

Barcelona Mobile World Kongress Samsung Gear VR (Reuters/A. Gea)

Virtual Reality - schon auf dem letzten Mobile World Congress ein Thema

2016 war das Jahr der Virtual-Reality (VR)-Brillen. Nun geht es mobil weiter. "Mobiles VR wird endlich den Durchbruch für VR bringen, weil die Leute es sich leisten können", glaubt Sarah Hill von StoryUp. In ihrem Unternehmen beschäftigt sie sich seit rund 15 Jahren mit der Technik. Gerüchten zufolge soll das iPhone 8 mit integriertem 360-Grad-Kamera-System zum VR-Werkzeug werden können. Auch andere gehen diesen Weg: So bringt LG sein neues G6 zum MWC mit und bleibt der Dual-Kamera treu  - auch wenn das noch nicht ganz für 360 Grad reicht. Samsung hat bereits im vergangenen Jahr mit dem Gear 360 den ersten Schritt gemacht und will auf der MWC eine VR-Brille vorstellen.

4. Virtuelle Assistenten

Die Stimme feiert ein Comeback! Nicht nur Sprachnachrichten, die das Beste aus Telefon (ach, eine menschliche Stimme) und E-Mail (keine Zeit jetzt, lieber später antworten!) kombinieren, sorgen dafür. Auch sprechende digitale Assistenten sind auf dem Vormarsch. Google Assistant (Alphabet), Siri (Apple) und Cortana (Microsoft) bekommen nun Gesellschaft von Alexa (Amazon, bald auch auf Huawei in den USA) und aus den Häusern LG, Sony und Samsung. Die stärksten Anwendungsbereiche waren 2016 laut Statista: Wecker stellen, Musik abspielen, Licht an- und ausschalten - da ist noch Luft nach oben. Auf dem MWC könnten deshalb spannende Anwendungen folgen.

5. Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (Fotolia/Mopic)

Intelligente Maschinen lernen wie der Mensch dazu

Oft werden die Assistenten automatisch mit Künstlicher Intelligenz in Verbindung gebracht. Aber ein bisschen Musik abspielen können, macht noch keinen klugen Roboter. Dazu benötigt es Verhaltensanalysen und selbstständiges Lernen der Maschine ("deep learning").

So will etwa das neue Huawei Mate 9 Smartphone die Rechenleistung konstant halten. HTC plant ein Künstliches-Intelligenz-System in den Modellen U Play und U Ultra - aber wohl noch nicht in der Version, die der Hersteller zum MWC mitbringt. Ohne Verbindung zum Netz geht eh nichts, denn die Künstliche Intelligenz sitzt (auch mangels Rechenleistung) nicht im Gerät selbst, sondern wird in die Cloud ausgelagert. Google & Co hören laufend mit. Nichts für Leute, die ihre Daten gerne bei sich behalten!

Was fehlt?

Apple spielte nie beim Handy-Klassentreffen mit - so ist das Fehlen der Kalifornier keine Überraschung. Aber auch andere größere Namen lassen den MWC aus oder halten nur private Treffen ab. Der chinesische Handyproduzent Xiaomi ist komplett raus. Auch für OnePlus und HTC steht das MWC nicht ganz oben auf der Liste. Große Würfe sind von diesen beiden Unternehmen nicht zu erwarten. Und Samsung hat die Vorstellung des Galaxy S8 verschoben. Das Unternehmen gibt sich damit noch etwas Zeit, um nach dem brennenden Note7 mit einem neuen Top-Smartphone aufzutreten.

Noch was?

Gibt es einen Trend, den ihr vermisst? Könntet ihr euch mit Künstlicher Intelligenz auf dem Handy anfreunden? Schreibt uns in die Kommentare, was ihr am spannendsten findet!

Wir sind vor Ort in Barcelona und berichten live auf Twitter und Facebook über die Trends, die uns dort begegnen.

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