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Muslimischer Gebetsraum verwüstet

26. Dezember 2015

Eine Gruppe radikaler Demonstranten hat auf Korsika einen Gebetsraum für Muslime verwüstet. Frankreichs Premierminister Valls verurteilte die Attacke.

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Schon 2012 gab es in Ajaccio einen Angriff auf einen muslimischen Gebetsraum (Foto: AFP/GettyImages)
Schon 2012 gab es in Ajaccio einen Angriff auf einen muslimischen GebetsraumBild: Getty Images/AFP

Die Gewaltaktion entwickelte sich aus einer antiislamischen Kundgebung in einem sogenannten Problemviertel in Ajaccio heraus, der Hauptstadt der französischen Mittelmeerinsel Korsika.

Anlass für die Versammlung war ein Zwischenfall am Donnerstagabend. Polizei und Feuerwehr waren nach einem Notruf in die Siedlung gefahren und dort von einer Gruppe Jugendlicher angegriffen worden. Ein Polizist und zwei Feuerwehrleute erlitten Verletzungen. Wie eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur AFP meldete, heizte sich die Stimmung bei der Kundgebung deutlich auf.

Randalierer im Gebetsraum

Immer wieder wurden Rufe wie "Araber raus" und "wir sind hier Zuhause" laut. Viele Bewohner der Siedlung trauten sich nicht mehr auf die Straße, behaupteten die Demonstranten. Kurz darauf scherte eine kleine Gruppe von Kundgebungsteilnehmern aus, warf die gläserne Eingangstür zu dem nahe gelegenen Gebetsraum ein und verwüstete den Raum.

Die Randalierer warfen Bücher auf die Straße und versuchten, mehrere Bücher in Brand zu stecken, darunter auch Ausgaben des Koran. Schon 2012 hatte es in Ajaccio einen Angriff auf einen muslimischen Gebetsraum gegeben (Artikelbild).

Valls verurteilt Angriffe

Frankreichs Premierminister Manuel Valls verurteilte beide Angriffe. "Nach der unannehmbaren Attacke auf Feuerwehrleute eine unannehmbare Schändung eines muslimischen Gebetsorts", schrieb der sozialistische Politiker auf Twitter. Innenminister Bernard Cazeneuve sprach von "ausländerfeindlichen und rassistischen" Ausschreitungen, die nicht ungestraft bleiben dürften. Der Präfekt von Korsika, Christophe Mirmand, kündigte an, die Urheber beider Gewaltaktionen ausfindig zu machen und zur Verantwortung zu ziehen.

Seit den islamistischen Anschlägen von Paris, bei denen am 13. November 130 Menschen getötet und mehr als 350 weitere verletzt worden waren, sehen sich Muslime in Frankreich vermehrt Anfeindungen ausgesetzt.

wl/se (afp,ape)