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Afrika

Mo-Ibrahim-Preis geht an die Kapverden

Die Auszeichnung ist fünf Millionen US-Dollar wert: Der frühere Präsident der Kapverden, Pedro Pires, erhält den diesjährigen Mo-Ibrahim-Preis für gute Regierungsführung in Afrika.

Kapverdes ehemaliger Präsident Pedro Pires (Foto: AP)

Pedro Pires darf sich über die hochdotierte Auszeichnung freuen

Noch vor kurzem versprach Pedro Verona Rodrigues Pires seine Memoiren zu schreiben, sobald seine Präsidentschaft zu Ende ginge. Nun muss er seiner Geschichte ein weiteres Kapitel hinzufügen: An diesem Montag (10.10.2011) bekam der ehemalige Präsident des westafrikanischen Archipels den renommierten Preis der Mo-Ibrahim-Stiftung.

"Belohnung für Lebensengagement"

Insel Sao Vicente, Kapverde (Foto: AP)

Pires hat dem Inselstaat den Wohlstand gebracht

Die Entscheidung der Jury war einstimmig: Der heute 77-Jährige "habe die Kapverden in ein Modell für Demokratie, Stabilität und zunehmenden Wohlstand verwandelt", so Salim Ahmed Salim, Jurypräsident und früherer Ministerpräsident Tansanias. Laut dem Dokument, in dem die Entscheidung begründet wird, ist Pires Land unter seiner 10-jährigen Führung aus der Kategorie "ärmste Länder der UNO" aufgestiegen. In dieser Zeit bekamen die Kapverden internationale Anerkennung für den Schutz von Menschenrechten und gute Regierungsführung.

Schon Ende letzen Jahres hatte das "East African Magazine" Pires zum zweitbesten Präsidenten Afrikas nach Navinchandra Ramgoolam aus Mauritius gekürt. Einer der Gründe: Die Kapverden gehörten zu den wenigen afrikanischen Staaten, die auf dem richtigen Weg sind, die Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu erfüllen. Der Mo-Ibrahim-Preis ist nun die Krönung seiner Karriere. "Es ist die Belohnung meines Lebensengagements", freut sich Pires. Denn seitdem er vor 50 Jahren begann, sich der Politik zu widmen, habe er "nur Politik gemacht".

Ein Kämpfer – für die Unabhängigkeit und die Demokratie

Geboren am 29. April 1934 verließ Pedro Pires zum ersten Mal die Kapverden – damals eine Überseeprovinz Portugals – um in Lissabon zu studieren. Doch schon bald musste er der portugiesischen Luftwaffe beitreten. Als 1961 in Angola der Unabhängigkeitskampf begann, ließ er sich durch die Freiheitsbewegung inspirieren. Er verließ Portugal, um sich in Guinea-Bissau der PAIGC anzuschließen, der Afrikanischen Partei für die Unabhängigkeit Guinea-Bissaus und der Kapverden.

Als 1975 die Inseln schließlich unabhängig wurden, wurde Pires zum Ministerpräsidenten des jungen Landes nominiert. In diesem Amt blieb er bis 1991, als das Mehrparteiensystem eingeführt wurde. Nach zehn Jahren in der Opposition war er schließlich zurück auf der politischen Bühne: diesmal als Präsidentschaftskandidat. In dieser Zeit hatte er, so sagt er selbst, immer "das Gute als Ziel: das Gute für meine Landsleute, das Gute für die Afrikaner und für die Menschheit."

Arbeit, Aufrichtigkeit und Loyalität

Mo Ibrahim (Foto: dpa)

Der britisch-sudanesische Mobilfunkunternehmer Mo Ibrahim rief den Preis ins Leben

Der Mo-Ibrahim-Preis wird jährlich von der gleichnamigen Stiftung mit Sitz in London "an einen ehemaligen afrikanischen Präsidenten oder Ministerpräsidenten , der demokratisch gewählt wurde und nicht länger im Amt blieb, als die jeweilige Verfassung erlaubt" verliehen. Der Prämierte muss außerdem in den drei Jahren vor der Verleihung das Amt verlassen haben und Exzellenz in seiner Führung gezeigt haben. Dafür bekommt er fünf Millionen US-Dollar über 10 Jahre und 200.000 US-Dollar jährlich bis zum Lebensende.

Als die Auszeichnung 2007 eingeführt wurde, ging sie an Mosambiks Ex-Präsidenten Joaquim Chissano, zusätzlich ging in dem Jahr ein Ehrenpreis an Nelson Mandela in Südafrika. 2008 wurde Festus Gontebanye Mogae aus Botswana prämiert. Doch schon die zwei Folgejahre waren "schlechte Jahre für die Regierungsführung Afrikas", so Geschäftsmann und Philanthrop Mo Ibrahim, Gründer der Mo-Ibrahim-Foundation, die den Preis verleiht – dann nämlich gab es keinen Gewinner.

Nun durchbricht Pedro Pires die Tendenz. Die Tatsache, dass er dieses Jahr nicht wieder kandidiert hat, hat die Jury in London gelobt. Früher gab es Gerüchte darüber, dass die Verfassung dafür hätte geändert werden können. Seit rund einem Monat ist Jorge Carlos Fonseca neues Staatsoberhaupt der Kapverden. Und seitdem ist Pedro Pires offen für neue Projekte, für die er sich jetzt engagieren kann. Angetrieben wird er nach eigenen Worten von der "Arbeit, der Aufrichtigkeit und der Loyalität zu meinen Zielen".

Autorin: Marta Barroso
Redaktion: Katrin Ogunsade

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