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London 2017

Mo Farah auf Gold-Kurs

Großbritanniens Laufheld Mo Farah hat den nächsten Schritt zu seinem angestrebten Triple-Double gemacht. Auch über die 5000 Meter präsentiert er sich als Topfavorit. Und ein Norweger kann sein Glück kaum fassen.

Das berühmte "M" über dem Kopf durfte natürlich nicht fehlen. Die Geste ist schließlich sein Markenzeichen. Mo Farah ist der britische Star bei der Heim-WM in London. Als Flüchtling ins Land gekommen, ist er inzwischen hochdekoriert: Mehrfacher Weltmeister und Olympiasieger. Und natürlich erwarten die sportbegeisterten Briten nach seinem Sieg über 10.000 Meter nun nicht weniger als Gold über 5000 Meter. Den ersten Schritt dorthin hat er bereits geschafft.

Der 34-Jährige qualifizierte sich nach 13:30,18 Minuten als Zweiter in seinem Vorlauf ziemlich locker für das Finale über 5000 Meter (Samstag, 21.20 Uhr MESZ). Auf den letzten Metern ließ es der Topstar langsam angehen und trudelte aus, während er sich zu den Konkurrenten auffordernd umsah. "Ich will defintiv noch eine weitere Goldmedaille", sagte Farah nach dem Rennen. Der äthiopische Hallen-Weltmeister Yomif Kejelcha lag in 13:30,07 hauchdünn vor Farah, der allerdings nicht ernsthaft um den Sieg sprintete. 2013 und 2015 holte Farah jeweils Doppel-Gold über beide Langstrecken. Über die 5000 m kann er sogar seinen vierten WM-Titel in Serie gewinnen und das Triple-Double perfekt machen. Nach den Titelkämpfen will er sich auf den Marathon konzentrieren.

Gesa Krause weckt Medaillen-Hoffnungen

16th IAAF World Athletics Championships London 2017 - Gesa Felicitas Krause (Getty Images/M. Steele)

Gesa Krause mit Fingerzeig: Kann sie nun im Finale eine Medaille holen?

Ebenfalls eine Runde weiter ist Gesa Krause, die problemlos in das Finale über 3000 Meter Hindernis einzog. Im strömenden Regen gewann die Dritte der WM in Peking 2015 ihren stark besetzten ersten Vorlauf in 9:39,86 Minuten und zog damit direkt in den Endlauf am Samstag (22.25 Uhr MESZ/ARD und Eurosport) ein. "Es ging darum, einen kühlen Kopf zu bewahren. Die Konstellation und die Bedingungen waren sehr hart, es war sehr kalt", sagte Krause, die sich nach dem Lauf sofort eine Decke um die Schultern wickelte: "Jetzt muss ich mich schnell aufwärmen und pflegen, dann hoffe ich für das Finale auf besseres Wetter. Das wird das schwerste Rennen meines Lebens. Ich will mich so weit wie möglich nach vorne kämpfen."

Auch die weiteren Favoritinnen schafften den Einzug ins Finale. Den zweiten und mit Abstand schnellsten Vorlauf gewann die Kenianerin Beatrice Chepkoech in 9:19,03 Minuten vor Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Ruth Jebet (Bahrain/9:19,52). Im dritten Vorlauf lag die Jahresweltbeste Celliphine Chespol (Kenia/9:27,35) vor der Olympiadritten Emma Coburn (USA/9:27,42).

Goldstoß im strömenden Regen

16th IAAF World Athletics Championships London 2017 - Lijiao Gong (Getty Images for IAAF/A. Hassenstein)

In einer eigenen Liga: die Chinesin Gong.

Das berühmte Londoner Wetter machte ihr nichts aus: Die Chinesin Gong Lijiao hat in Abwesenheit von Titelverteidigerin Christina Schwanitz Gold im Kugelstoßen gewonnen. Die von Dieter Kollark, dem früheren Coach der dreimaligen Weltmeisterin Astrid Kumbernuss, trainierte Gong setzte sich mit 19,94 Metern deutlich vor der Olympiadritten Anita Marton aus Ungarn (19,49) durch. Bronze sicherte sich Olympiasiegerin Michelle Carter (USA/19,14). Schwanitz hatte Anfang Juli Zwillinge zur Welt gebracht. 2015 hatte die Sächsin bei der WM noch Gold vor Gong geholt, die nun als Jahresweltbeste ihrer Favoritenrolle gerecht wurde.

Miller-Uibo verstolpert Gold

Phyllis Francis hat für eine weitere Überraschung gesorgt. Die amerikanische Staffel-Olympiasiegerin siegte am Mittwoch über 400 Meter in 49,92 Sekunden vor Salwa Eid Naser aus Bahrain, die in 50,06 Sekunden ins Ziel rannte. Nur Dritte wurde die neunmalige Weltmeisterin Allyson Felix aus den USA in 50,08 Sekunden. Für die 31-Jährige war es immerhin die 14. WM-Medaille in ihrer Karriere. Damit hat Felix nun genau so viele Medaillen wie die beiden jamaikanischen Sprinter Merlene Ottey und Usain Bolt geholt.

Olympiasiegerin Shaunae Miller-Uibo musste dagegen eine bittere Pleite hinnehmen. Die 23-Jährige von den Bahamas lag noch bis etwa 30 Meter vor dem Ziel klar in Führung, brach dann aber plötzlich offenbar angeschlagen ein und musste sich mit Platz vier (50,49) zufrieden geben.

Karsten Warholm verzückt Norwegen

16th IAAF World Athletics Championships London 2017 - Karsten Warholm (Getty Images for IAAF/A. Hassenstein)

Schrei, wenn du gewinnst: Der Norweger Warholm kann sein Glück nicht fassen.

Norwegen hat einen neuen Laufstar: Karsten Warholm hat überraschend den Weltmeistertitel über 400 Meter Hürden gewonnen. In 48,35 Sekunden lief der 21-Jährige der Konkurrenz davon. Er setzte damit seinen Lauf fort: Schon im Halbfinale hatte er gewonnen und damit bereits die etablierte Konkurrenz überrascht.

Zweiter wurde Yasmani Copello aus der Türkei in 48,49 Sekunden. Doppel-Olympiasieger Kerron Clement musste sich nach 48,52 Sekunden mit WM-Bronze begnügen. Sie waren jedoch nur Statisten beim überschwänglichen Jubel von Warholm, der zunächst schrie und später Freudentränen vergoss. Dieser Sieg kam also auch für ihn völlig überraschend.

jw/fab (mit sid/dpa)

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