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Nachrichten

Mittwoch, 9. September 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BRÜSSEL: Der Leiter der EU-Wahlbeobachtermission in Afghanistan, Philippe Morillon, zweifelt an den veröffentlichten Teilergebnissen der Präsidentschaftswahl. Diese Resultate seien unglaubwürdig, sagte Morillon der Tageszeitung "Die Welt". Es gebe sehr fundierte Hinweise auf eine Vielzahl gefälschter Stimmen. Bevor nicht alle Anzeigen bei der Beschwerdekommission geprüft seien, sollte man sich davor hüten, Gewinner und Verlierer der Wahl ausmachen zu wollen. Es sei fraglich, ob Amtsinhaber Hamid Karsai wirklich die absolute Mehrheit erreicht habe. Die Wahlkommission in Kabul hatte am Dienstag mitgeteilt, Karsai liege nach Auszählung von knapp 92 Prozent der Stimmen bei rund 54 Prozent.

KABUL: Ein amerikanisches Spezialkommando hat den am Samstag in Afghanistan entführten Reporter der "New York Times" befreit. Der Mann war in der Nähe des Ortes verschleppt worden, an dem die Bundeswehr am Freitag vergangener Woche den umstrittenen Luftangriff gegen zwei von Taliban gekaperte Tanklastwagen angeordnet hatte. Bei der Befreiungsaktion wurden ein britischer Soldat und der afghanische Dolmetscher des Journalisten getötet, wie ein Militärsprecher mitteilte. Auf seiten der Geiselnehmer kamen nach Angaben der örtlichen Behörden drei Menschen ums Leben.

WASHINGTON: Im Streit um die geplante Gesundheitsreform hat US-Präsident Barack Obama Kompromissbereitschaft signalisiert. Seine Regierung sei offen für neue Ideen, sagte Obama in einem Interview mit dem Sender ABC. Obama will an diesem Mittwoch eine mit Spannung erwartete Rede vor den beiden Häusern des Kongresses halten. Obama will eine staatliche Krankenversicherung einführen, die im Wettbewerb mit privaten Anbietern stehen würde. Die Erneuerung des Gesundheitssystems ist das wichtigste innenpolitische Reformvorhaben Obamas. Dies stößt seit Monaten auf massiven Widerstand der Republikaner, aber auch unter den Demokraten herrscht Skepsis, ob sich das milliardenschwere Vorhaben überhaupt finanzieren lässt.

STOCKHOLM: Die Europäische Union ist besorgt über den Ausbau israelischer Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten. Dies sei nach internationalem Recht illegal und behindere den Nahost-Friedensprozess, erklärte die schwedische Ratspräsidentschaft in Stockholm. Sie fordete Israel erneut dazu auf, den Siedlungsbau zu stoppen und alle seit März 2001 errichteten Vorposten zu demontieren. Israel hatte am Montag den Bau von über 450 neuen Wohnungen genehmigt. Diese Entscheidung war auch von den Vereinigten Staaten und den Palästinensern kritisiert worden.

DETROIT: Der Verwaltungsrat des US-Autokonzerns General Motors hat über die Zukunft des Autoherstellers Opel beraten. Nach einer ersten Runde sollen die Gespräche an diesem Mittwoch in Detroit fortgesetzt werden. Ein GM-Vertreter wollte sich nicht darüber äußern, ob eine Entscheidung über einen möglichen Verkauf von Opel gefällt wird, oder ob die Angelegenheit auf Oktober vertagt wird. Betriebsrat und Gewerkschaften warfen GM vor, Zeit und Geld zu verschwenden. Die deutschen Opel-Werke werden derzeit mit Staatshilfen der Bundesregierung von insgesamt 1,5 Milliarden Euro unterstützt. Falls Opel nicht an den Favoriten der Bundesregierung, den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna verkauft werden sollte, muss GM den Überbrückungskredit an Berlin zurückzahlen.

KARLSRUHE: Der Sohn des 1977 von der RAF ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback hat die Entscheidung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble kritisiert, Geheimakten des Verfassungsschutzes nicht freizugeben. Michael Buback sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", die Akten könnten Aufschluss geben über die Art der Zusammenarbeit der mitverdächtigen RAF-Terroristin Verena Becker mit dem Verfassungsschutz. Für ihn sei es bedrückend, dass die Akten gesperrt blieben, obwohl sie der Bundesanwaltschaft schon vor 27 Jahren vollständig übergeben worden seien. Die Bundesanwaltschaft darf die Verfassungsschutz-Akten zwar einsehen, eine Sperrerklärung bleibt jedoch bestehen. Sie dürfen damit nicht vor Gericht verwendet werden.

WIESBADEN: Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im August gegenüber dem Vorjahresmonat stabil geblieben. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, habe die jährliche Inflationsrate sich nicht verändert und bleibe bei null Prozent. Die Preise blieben laut der Statistiker auch auf Jahressicht stabil, weil Energie und Lebensmittel deutlich billiger wurden.

PEKING: Bei einer Gasexplosion in einem Kohlebergwerk in der chinesischen Provinz Henan sind mindestens 42 Arbeiter getötet worden. 37 Bergleute werden noch vermisst. Die Grube soll illegal betrieben worden sein. Zwei Behördenvertreter wurden deswegen entlassen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Bei einem weiteren Grubenunglück in einem Goldbergwerk ebenfalls in der Provinz Henan werden nach einem Brand 13 Kumpel vermisst. Chinesische Bergwerke sind die gefährlichsten der Welt. Jeden Tag kommen dort durchschnittlich 13 Arbeiter ums Leben.

MEXIKO-STADT: Der mexikanische Präsident Felipe Calderón hat im Zeichen der weltweiten Wirtschaftskrise ein drastisches Sparprogramm angekündigt. Wie er in einer Fernsehansprache ankündigte, ist vor allem eine "Verschlankung" der föderalen Administration in Mexiko vorgesehen. Unter anderem sollen Ministerien aufgelöst werden. Vorgesehen ist auch das Einfrieren der Gehälter aller Bundesbediensteten auf mittlerer Ebene. Insgesamt sollen durch die Streichungen umgerechnet rund zehn Milliarden Euro eingespart werden.

ISTANBUL: Nach schweren Unwettern im Nordwesten der Türkei sind nach Medienberichten mindestens 11 Menschen ertrunken. Die Behörden setzten Polizei- und Militärhubschrauber ein, um Eingeschlossene aus ihren Häusern zu befreien. Auch in Istanbul gab es schwere Überschwemmungen. Hauptstraßen und zwei Autobahnen waren zeitweise unpassierbar. - Im Nordosten Argentiniens und im benachbarten Südbrasilien sind nach Tornados mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 100 Menschen wurden in beiden Ländern verletzt, teilten die Behörden für Katastrophenschutz mit. Der Sturm entwurzelte Bäume, deckte Häuser ab und ließ das Stromnetz teilweise zusammenbrechen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Fast überall sonnig. Im Nordwesten kommt Bewölkung auf und stellenweise fällt etwas Regen. Höchstwerte zwischen 20 und 28 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 17 Grad, fast wolkenlos;

Berlin: 16 Grad, leicht bewölkt;

Dresden: 17 Grad, fast wolkenlos;

Köln/Bonn: 16 Grad, fast wolkenlos;

Frankfurt am Main: 14 Grad, wolkig und

München: 13 Grad, fast wolkenlos.

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