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Nachrichten

Mittwoch, 9. Mai 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch

ERBIL: Bei einem Selbstmordanschlag in der autonomen Kurdenregion im Norden des Irak sind nach Angaben der Polizei 19 Menschen getötet und etwa 80 verletzt worden. Der Attentäter brachte seinen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen vor dem Innenministerium in der Provinzhauptstadt Erbil zur Explosion. Das Gebäude wurde weitgehend zerstört. Bislang ist es in den Kurdengebieten im Gegensatz zum übrigen Irak relativ ruhig gewesen. - In Bagdad traf US-Vize-Präsident Dick Cheney zu Gesprächen mit Regierungschef Nuri el-Maliki und Präsident Dschalal el Talabani ein. Der Besuch war aus Sicherheitsgründen nicht angekündigt worden.

KABUL: Bei einem Luftangriff von Kampfflugzeugen der US-geführten Koalition in der südafghanischen Provinz Helmand sollen 21 Zivilisten getötet worden sein. Der Gouverneur der Provinz, Assadullah Wafa, sagte, der Angriff sei am Dienstagabend auf ein Dorf im Bezirk Sangin erfolgt. Taliban-Kämpfer hätten sich dort in Wohnhäusern versteckt. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder. In Kabul erklärte ein Nato-Sprecher, die Allianz sei an der Militär-Operation nicht beteiligt gewesen. US-Militärs meinten, ihnen lägen Berichte über zivile Opfer nicht vor.

DILI: In Osttimor hat die Bevölkerung einen neuen Präsidenten gewählt. Die beiden Kandidaten der Stichwahl waren der amtierende Regierungschef und Friedensnobelpreisträger José Ramos-Horta und Parlamentspräsident Francisco Guterres, ein ehemaliger Unabhängigkeitskämpfer. Mehrere Kandidaten des ersten Wahlgangs hatten öffentlich für Ramos-Horta als Staatsoberhaupt geworben. Stimmberechtigt waren 524.000 Menschen. Das Ergebnis wird für Freitag erwartet. Präsident Xanana Gusmao trat nicht mehr an, da er bei der Parlamentswahl im Juni für das politisch einflussreichere Amt des Regierungschefs kandidieren will. Der Inselstaat Osttimor ist seit 1999 von Indonesien unabhängig, bis 2002 wurde das Land von den Vereinten Nationen verwaltet.

WASHINGTON/ BRÜSSEL: Die USA und die Europäische Union haben die Vereidigung der Regierung aus ehemals verfeindeten Katholiken und Protestanten in Nordirland als Beginn einer neuen Ära gewürdigt. Nach jahrzehntelanger Feindschaft gebe es jetzt die Chance auf eine Zukunft in Frieden in der britischen Provinz, sagte US-Präsident George W. Bush. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft würdigte Mut, Ausdauer und Zielstrebigkeit aller beteiligten Parteien. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, Nordirland sei ein Beispiel dafür, dass Konflikte auf friedlichem Weg gelöst werden könnten. Am Dienstag hatte in einer feierlichen Zeremonie der Vorsitzende der protestantischen Unionisten Partei, Ian Paisley, den Amtseid als Regierungschef abgelegt. Als Stellvertreter wurde der ehemalige Kommandeur der katholischen Terrororganisation IRA, Martin McGuinness, vereidigt.

KARLSRUHE: Wegen des Verdachts terroristischer Aktivitäten ist die Bundesanwaltschaft bundesweit gegen linke Gruppen aus dem Spektrum der G-8-Gegner vorgegangen. Insgesamt wurden 40 Objekte in Berlin, Hamburg, Bremen, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen durchsucht. Hintergrund seien Versuche, den Weltwirtschaftsgipfel im Juni in Heiligendamm "erheblich zu stören oder zu verhindern", hieß es. Gegen 18 namentlich bekannte und weitere unbekannte Beschuldigte seien Ermittlungen wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung eingeleitet worden. Betroffen von den Razzien waren unter anderem die "Rote Flora" in Hamburg sowie in Berlin das Künstlerhaus Bethanien und das Kulturzentrum Mehringhof.

BERLIN: EU-Industriekommissar Günter Verheugen hat vor einer ideologischen Debatte beim Thema Mindestlohn gewarnt. Er rate dazu, das Problem zielorientiert anzugehen, sagte Verheugen in einem Radiointerview. Regelungen zum Niedriglohn müsse es spätestens dann geben, wenn innerhalb der Europäischen Union die volle Freizügigkeit für Arbeitnehmer und Dienstleistungen wirksam werde. Denkbar seien rechtsverbindliche Tarifverträge, ein gesetzlicher Mindestlohn auf nationaler Ebene, sektorspezifische Mindestlöhne oder eine Kombination dieser Möglichkeiten, sagte Verheugen. Verheugen verwies darauf, dass es in 20 Mitgliedsländern der EU bereits einen gesetzlichen Mindestlohn gebe.

MÜNCHEN: Mehrere tausend deutsche Milchbauern haben bei einem bundesweiten Aktionstag für höhere Erzeugerpreise demonstriert. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter ist der Preis, den Landwirte von Molkereien pro Kilogramm Milch erhalten, in den vergangenen zehn Jahren von 35 auf 27 Cent gesunken. Im selben Zeitraum hätten sich die Betriebskosten der Bauern aber erheblich erhöht. Der Verband hatte deshalb seine bundesweit über 25.000 Mitglieder zu Protestaktionen an rund 100 deutschen Molkerei-Standorten aufgefordert. Die Viehhalter fordern von den Molkereien den Erzeugerpreis um fast 50 Prozent auf 40 Cent pro Liter zu erhöhen.

PARIS: In Frankreich hat es die dritte Nacht in Folge Proteste gegen den Wahlsieg von Nicolas Sarkozy gegeben. Allerdings war die Zahl der zumeist jugendlichen Demonstranten gegen den künftigen Präsidenten deutlich geringer als in den vergangenen Nächten. Ein Großaufgebot der Polizei löste eine Blockadeaktion von rund 150 Menschen am Bastille-Platz in Paris auf. Dabei kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Auch in Lyon und Toulouse gingen mehrere hundert Gegner Sarkozys auf die Straße.

ROM: Papst Benedikt XVI. ist zu einem mehrtägigen Besuch nach Brasilien geflogen. Zwei Jahre nach seinem Amtsantritt bereist der Papst damit erstmals ein lateinamerikanisches Land. Erste Station ist die Wirtschaftsmetropole São Paulo, wo Benedikt am Donnerstag mit Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva zusammenkommen will. Hauptthemen der Reise sind die große Armut auf dem Kontinent und die Position der katholischen Kirche zu Abtreibung und Geburtenkontrolle.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von der Saar bis zum Bayerischen Wald kräftiger Regen, in Südbaden einige Aufhellungen. Sonst bewölkt, einzelne Schauer. An der See sonnig. Höchsttemperaturen 13 bis 20 Grad Celsius.

Am Mittag meldeten:
Hamburg: 12°, wolkig ;
Berlin und Dresden: 13°, wolkig ;
Köln/Bonn und München: 11°, Regen sowie
Frankfurt am Main: 13°, leichter Regen.

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