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Nachrichten

Mittwoch, 9. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ISTANBUL: Bei einem Angriff nahe der US-Vertretung im türkischen Istanbul sind nach ersten Berichten lokaler TV-Stationen mindestens vier Menschen getötet worden, darunter auch Polizisten. Unbekannte hätten das Feuer auf die Beamten eröffnet, berichteten NTV und CNN Türk. Mehrere weitere Personen seien verletzt.

TOYAKO: Die führenden Industriestaaten und die wichtigsten Schwellenländer haben sich nicht auf konkrete Ziele oder Fristen für eine Reduzierung der Treibhausgase verständigen können. Zum Abschluss ihres Gipfeltreffens in Japan bekannten sich die 16 Staaten zwar zu ihrer gemeinsamen Verantwortung, hielten aber nur in allgemeiner Form "tiefe Einschnitte" beim Kampf gegen die Erderwärmung für notwendig. Aus einigen Delegationen verlautete in Toyako, Schwellenländer wie China und Indien seien nicht bereit gewesen, sich auf das am Vortag von der G-8 beschlossene Ziel festzulegen, den weltweiten CO2-Ausstoß bis 2050 zu halbieren. Die Industriestaaten hatten ihre vagen Absichtserklärungen vom Gipfel in Heiligendamm erstmals konkretisiert. Zahlreiche Kritiker sprachen trotz allem von viel zu geringen Fortschritten. --- So beklagte der Leiter des UN-Umweltprogramms (UNEP), Achim Steiner, statt einer "Vision, die erst in 42 Jahren zum Tragen komme", wäre es wichtig gewesen, sich auf mittelfristige Ziele bis 2020 zu einigen.

TEHERAN: Der Iran hat eine neue Version der Langstreckenrakete vom Typ "Shabah 3" getestet, mit der auch Israel angegriffen werden könnte. Sie sei mit einem konventionellen Sprengkopf bestückt gewesen, berichtete das staatliche Fernsehen in Teheran. Die Revolutionsgarden hätten während eines Manövers am Persischen Golf insgesamt neun Boden-Boden-Raketen längerer und mittlerer Reichweite erprobt. - Auch beim G8-Gipfeltreffen in Japan wurde die iranische Führung noch einmal aufgefordert, ihr Programm zur Urananreicherung auszusetzen.

MOSKAU/ NEW YORK: Russland hat mit einer militärischen Antwort auf die Errichtung eines US-Raketenschilds in Mitteleuropa gedroht. Damit sei jedoch kein Militärschlag gemeint, stellte der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Witali Tschurkin, klar. Es gehe vielmehr um eine "strategische Haltung". Das US-Verteidigungsministerium sprach von "kriegerischer Rhetorik" Moskaus, die nur die Freunde der USA "nervös machen" solle. Der frühere Präsident Wladimir Putin hatte damit gedroht, Raketen auf europäische Länder auszurichten. Russische Generäle erwogen öffentlich, Atomraketen im benachbarten Weißrussland zu stationieren und die Produktion von Kurz- und Mittelstreckenraketen wieder aufzunehmen. - Die USA und Tschechien hatten am Dienstag den Vertrag über eine Radarstation für den Schild südwestlich von Prag unterzeichnet. Der Vertrag muss noch vom tschechischen Parlament angenommen werden, in dem viele Gegner der Zusammenarbeit sitzen.

HAMBURG:­ Das Ende Mai vor Somalia von Piraten gekaperte Frachtschiff der deutschen Reederei Karl Lehmann ist nach 41 Tagen wieder frei. Die 15 Besatzungsmitglieder seien wohlauf, teilte ein Vertreter des Lübecker Unternehmens mit. Das 120 Meter lange Schiff befinde sich inzwischen auf dem Weg zu einem sicheren Hafen. Es war nahe der somalischen Nordküste festgehalten worden. Nach Informationen der Reederei-Branche aus dem kenianischen Nairobi soll an die Piraten ein Lösegeld von 750.000 US-Dollar gezahlt worden sein.

HARARE: Nach seiner umstrittenen Wiederwahl ist Simbabwes Präsident Robert Mugabe angeblich bereit, eine gemeinsame Regierung mit der Opposition zu bilden. An dieser Regierung sollten alle politischen Parteien beteiligt werden, erklärte Außenminister Simbarashe Mumbengegwi. Inwieweit auch Oppositionsführer Morgan Tsvangirai eingebunden werden soll, sagte der Minister allerdings nicht. - Am Dienstag hatten auch die G8-Staaten auf ihrem Gipfel in Toyako die Wahl Mugabes als unrechtmäßig verurteilt. Zugleich kündigten die führenden Industrienationen an, weitere Sanktionen gegen Vertreter des Regimes in Harare zu verhängen. - Mugabe war bei der Präsidenten-Stichwahl im Juni als einziger Bewerber angetreten, nachdem Tsvangirai seine Kandidatur angesichts massiver Gewalt gegen seine Anhänger zurückgezogen hatte.

PARIS: Aus der französischen Atomanlage Tricastin bei Avignon sind 30.000 Liter radioaktive Uranlösung ausgetreten. Ein Teil sei über Regenwasser in die angrenzenden Flüsse Gaffière und Lauzon gelangt, teilte die französische Atomaufsichtsbehörde ASN mit. Die Gefahr für die Bevölkerung sei aber gering. In drei Gemeinden wurde jedoch die Verwendung von Trinkwasser untersagt, verboten wurden außerdem die Bewässerung von Feldern, Angeln und Wassersport. Die Ursache für den Unfall ist noch unklar.

ROM: In Italien haben tausende Menschen gegen Justizreformen der konservativen Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi protestiert. Die in Rom versammelten Demonstranten kritisierten vor allem ein geplantes Gesetz, das führende Staatsvertreter vor juristischer Verfolgung schützen soll. Nach Ansicht der Opposition ist das Gesetz vor allem auf Berlusconi selbst zugeschnitten. Der Regierungschef und Medienunternehmer musste sich bereits mehrfach wegen Korruption vor Gericht verantworten. Bisher endeten die Verfahren mit Freispruch oder Einstellung wegen Verjährung. - Bei der Parlamentsabstimmung am Donnerstag gilt eine Zustimmung zu der Justizreform als gesichert.

NÜRNBERG: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wird nach Einschätzung des Chefs der Bundesagentur für Arbeit , Frank-Jürgen Weise, im Jahr 2009 auf unter drei Millionen sinken. Gründe dafür seien die gute Konjunktur und zahlreiche geplante Investitionen von Unternehmen. Lediglich unerwartete konjunkturelle Rückschläge könnten eine solche Entwicklung verhindern, sagte Weise in Nürnberg.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt mit Schauern. Sonne von der Ostsee bis zur Neiße und am Bodensee. Höchsttemperaturen zwischen 18 und 26 Grad Celsius.

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