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Nachrichten

Mittwoch, 9. August 2006

Hier finden sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch

BEIRUT: Die israelische Armee hat erstmals seit Beginn der Militär- Offensive im Südlibanon ein palästinensisches Flüchtlingslager angegriffen. Dabei starben nach Angaben der libanesischen Polizei mindestens zwei Menschen. In dem Lager in der Nähe der Hafenstadt Sidon leben etwa 50.000 Flüchtlinge. Auch aus der Bekaa-Ebene im Nordosten des Libanon werden israelische Luftangriffe gemeldet. Die Hisbollah- Miliz beschoss den Norden Israels wieder mit Granaten. Seit Stunden rücken tausende israelische Soldaten Richtung libanesische Grenze vor. Auch aus dem Westjordanland werden neue israelische Luftattacken gemeldet. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet.

NEW YORK: Im UN-Sicherheitsrat geht das Ringen um eine Nahost- Resolution weiter. Knackpunkt ist der Zeitpunkt für den Abzug der israelischen Soldaten. Die libanesische Regierung beharre auf ihrer Forderung nach einem sofortigen Abzug aller israelischen Soldaten, erklärten UN-Diplomaten. Israel lehne dies weiter kategorisch ab, bevor nicht eine schlagkräftige internationale Sicherheitstruppe in den Südlibanon eingerückt sei. Ein Kompromiss in dieser Sache sei zurzeit schwer vorstellbar.

JERUSALEM: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat seinen Besuch in der Krisenregion Nahost mit Gesprächen in Israel fortgesetzt. Zunächst traf er sich mit Verteidiungsminister Amir Perez, später will er mit Regierungschef Ehud Olmert und Außenministerin Zippi Livni beraten. Bei den Gesprächen wolle er vor allem die dringend erforderliche Verbesserung der humanitären Lage im Libanon ansprechen, sagte Steinmeier.

BERLIN: Angesichts der Kämpfe im Nahen Osten haben die Grünen ein Aussetzen der deutschen Waffenlieferungen an Israel gefordert. Jede Rüstungslieferung sei angesichts der Art der israelischen Kriegsführung ein Beitrag zur Spannungsförderung', sagte der Verteidigungsexperte der Grünen, Winfried Nachtwei, der 'Netzeitung'. Die Bundesregierung müsse sich an die Richtlinien zum Export von Kriegswaffen in Krisengebiete halten. Diese würden Lieferungen in den Nahen Osten derzeit ausschließen, so Nachtwei.

BAGDAD: Bei einem Anschlag in der irakischen Stadt Bakuba sind mindestens sechs Menschen geötet und fast 20 weitere verletzt worden. Ziel des Anschlags war offenbar eine schiitische Moschee. Das Gotteshaus und umliegende Gebäude wurden bei der Explosion schwer beschädigt. In Al-Kut, südostlich von Bagdad, wurden die Leichen von sieben irakischen Soldaten gefunden. Nach ersten Untersuchungen von Gerichtsmedizinern wurden die Männer gefoltert und durch Schüsse in Kopf und Brust getötet.

COLOMBO: Ein nach Rebellenangriffen wochenlang blockierter Stausee im Nordosten Sri Lankas ist wieder als Trinkwasserbecken benutzbar. Der Kanal für die Wasserversorgung von rund 60.000 Menschen sei wieder offen, teilte die Regierung in Colombo mit. Der Stausee liegt im Gebiet der Tamilen-Rebellen im Nordosten des Landes. Am 20. Juli hatten sie die Wasserzufuhr zu mehreren Dörfern gekappt, die von der Regierung kontrolliert werden. Colombo reagierte mit einer Militäroffensive, bei der bis zu 300 Menschen getötet wurden. Auch nach der Ankündigung der Rebellen, die Blockade aufzuheben, setzten die Streitkräfte ihre Angriffe fort.

NAGASAKI: In der japanischen Stadt Nagasaki haben mehrere tausend Menschen der Opfer des amerikanischen Atombombenabwurfs vor 61 Jahren gedacht. An der Gedenkveranstaltung nahm auch Ministerpräsident Junichiro Koizumi teil. Der Bürgermeister der Stadt rief die Atommächte zur Abrüstung auf. Itcho Ito warf den Atommächten vor, nicht ernsthaft am Abbau der Nuklearwaffenarsenale interessiert zu sein. Mehr als 70.000 Menschen wurden am 9. August 1945 in Nagasaki durch die direkte Einwirkung der Atombombe getötet, mehr als 75.000 verletzt.

BERLIN: Als Konsequenz aus dem atomaren Störfall in Schweden Ende Juli schließt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die Abschaltung auch deutscher Kernkraftwerke nicht aus. In einem Interview des Magazins 'Stern' sagte Gabriel, die Pannen in Forsmark zeigten, dass die Atomtechnologie nach wie vor gefährlich sei. Sollte es Anzeichen dafür geben, dass solche Störungen auch in deutschen Meilern auftreten könnten, würde der Betrieb der betroffenen Reaktoren untersagt. Der SPD-Politiker will an diesem Mittwoch die Ergebnisse der Sicherheitsüberprüfung der 17 deutschen Atomkraftwerke bekannt geben. In Forsmark waren nach einem Kurzschluss die Notstrom-Aggregate zur Kühlung eines Reaktors nicht wie vorgesehen automatisch angesprungen. Dadurch drohte nach Experten-Einschätzung zeitweise eine Kernschmelze.

SAARBRÜCKEN: Mit Spannung wird an diesem Mittwoch eine Gerichtsentscheidung zur Zukunft des Apothekenwesens in Deutschland erwartet. Das Saarbrücker Landgericht will in einer Eilentscheidung darüber befinden, ob dem niederländischen Versandhändler DocMorris der Betrieb einer Apotheke erlaubt werden kann. Nach deutschem Gesetz darf dies bisher nur ein in der Bundesrepublik zugelassener Apotheker. Die saarländische Regierung hatte DocMorris jedoch den Betrieb der Apotheke in Saarbrücken erlaubt. Sie berief sich dabei auf das europäische Gebot des freien Binnenmarkts. Apothekerverbände sehen dagegen die Existenz ihres Berufsstandes bedroht und haben mehrere Klagen angestrengt.

ZUM SPORT: Der Deutsche Jan Fitschen hat in Göteborg sensationell den Europameistertitel über 10.000 Meter gewonnen. Er setzte sich gegen die spanischen Favoriten Jose Manuel Martinez und Juan de la Ossa durch. Ebenfalls überraschend hat die Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf eine Bronzemedaille gewonnen. Die Schwedin Carolina Klüft verteidigte ihren EM-Titel in dieser Disziplin mit einer Weltjahresbestleistung.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordwesten Eintrübung, aber nur wenig Regen. Sonst Mischung aus Sonne, Wolken, örtlichen Schauern und auch einzelnen Gewittern. Die Tageshöchstwerte bewegen sich zwischen 18 und 23 Grad.

Am Vormittag meldeten bei weitgehend bewölktem Himmel:

Hamburg: 18 Grad; Berlin: 17 Grad; Dresden: 16 Grad; Köln/Bonn: 15 Grad; Frankfurt am Main: 18 Grad und München: 14 Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 09.08.2006
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