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Nachrichten

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

LONDON: Die Furcht vor den weiteren Folgen der internationalen Finanzkrise hat massive Kurseinbrüche an den Börsen ausgelöst. Bereits zum Handelsauftakt verbuchten die Aktienmärkte in Europa dramatische Verluste. Um den Bankensektor zu stabilisieren, sollen in Groß-Britannien die wichtigsten Geldhäuser zum Teil verstaatlicht werden. Die Regierung wolle 50 Milliarden Pfund aus Steuermitteln verwenden, um Anteile an den größten britischen Banken zu erwerben, teilte Finanzminister Alistair Darling mit. Zudem würden 200 Milliarden Pfund für kurzfristige Kredite bereitgestellt. Zuvor waren in Asien die Aktienkurse abgestürzt. Nach Panikverkäufen schloss der Nikkei-Index in Tokio mit einem Minus von 9,4 Prozent. Auch die New Yorker Börse brach ein. In Abkehr ihrer bisherigen Geldpolitik stellte die US-Notenbank Zinssenkungen in Aussicht.

NASHVILLE: Die Finanzkrise stand auch im Mittelpunkt des zweiten TV-Duells der US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain. Beide Bewerber stellten in der Debatte in Nashville im Bundesstaat Tennessee weitere Entlastungen für die wirtschaftlich gebeutelte Mittelschicht in Aussicht. Obama sagte, dies sei das "endgültige Urteil" über die verfehlte Wirtschaftspolitik der vergangenen acht Jahre. McCain versprach den US-Bürgern, als Präsident wolle er mit einem Milliardenprogramm allen Hausbesitzern helfen, die von einer Zwangsversteigerung bedroht sind. Laut ersten Umfragen gelang es jedoch keinem der Kandidaten einen klaren Vorteil zu erzielen. Vier Wochen vor der Wahl galt die TV-Debatte, bei der Fragen aus dem Publikum und via Internet beantwortet werden mussten, bei Republikanern als wichtige Chance McCains, den Trend zu Gunsten Obamas umzukehren.

KATHMANDU: Beim Absturz eines Kleinflugzeugs sind in Nepal nach Behördenangaben zwölf Deutsche ums Leben gekommen. Die zweimotorige Maschine der Yeti Airlines sei, aus der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu kommend, beim Landeanflug auf den Flughafen Lukla abgestürzt. Insgesamt seien 18 Insassen ums Lebens gekommen. Ein nepalesischer Pilot soll als einziger überlebt haben. Die Unglücksursache ist noch nicht bekannt. Zum Zeitpunkt des Absturzes soll Nebel geherrscht haben. Der Flughafen Lukla liegt im Himalaja, nordöstlich von Kathmandu. Er gilt als einer der gefährlichsten der Welt. Für Bergsteiger und Touristen ist er der zentrale Zugang zur Bergregion um den Mount Everest.

MÜNCHEN: Nach tagelangem Machtpoker will die CSU-Landtagsfraktion Horst Seehofer an diesem Mittwoch zum Kandidaten für das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten küren. Der Bundeslandwirtschaftsminister ist nach dem Rückzieher von Landesinnenminister Joachim Herrmann und Wissenschaftsminister Thomas Goppel der einzige Bewerber für das Amt des bayerischen Regierungs-Chefs. Seehofer soll auch Parteivorsitzender werden. Ministerpräsident Günther Beckstein und der CSU-Chef Erwin Huber hatten wegen des CSU-Debakels bei der Landtagswahl Ende September ihren Rückzug angekündigt.

SEOUL: Nordkorea hat mindestens zwei Kurzstreckenraketen über dem Gelben Meer abgefeuert. Die Raketen seien in internationalen Gewässern nahe der chinesischen Küste eingeschlagen, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium in Seoul mit. Offenbar habe es sich um eine militärische Routineübung gehandelt. - Nordkorea verfügt über ein großes Arsenal an Raketen, die auch Südkorea und Japan erreichen könnten.

BANGKOK: Nach den schwersten Unruhen in Thailand seit 16 Jahren hat das Auswärtige Amt in Berlin deutsche Touristen zu erhöhter Vorsicht aufgerufen. Auf seiner Interseite sprach das Auswärtige Amt die dringende Empfehlung aus, Menschenansammlungen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok zu meiden. Es müsse in den nächsten Wochen weiter mit großen Demonstrationen gerechnet werden. Vor allem die Umgebung rund um Regierungssitz und Parlament sollte gemieden werden. - Bei den jüngsten Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten starben am Dienstag nach Angaben der thailändischen Behörden mindestens zwei Menschen, mehr als 400 Personen wurden verletzt.

WIEN: Zehn Tage nach der Parlamentswahl in Österreich hat SPÖ-Chef Werner Faymann den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten. Mit knapp 30 Prozent waren die Sozialdemokraten bei der Wahl als stärkste Kraft hervorgegangen. Faymann strebt eine Koalition mit der konservativen Volkspartei an. Ein Regierungsbündnis mit den beiden rechtspopulistischen Parteien des Landes schloss er aus.

ROM: In einer neuen Flüchtlingswelle sind auf der süditalienischen Insel Lampedusa mehr als 1.000 Menschen gelandet. In italienischen Medien heißt es, die Behörden könnten den Ansturm kaum bewältigen. Die Mehrzahl der Flüchtlinge sei von Libyen aus gestartet, sagte Innenminister Roberto Maroni. Er forderte die Regierung in Tripolis zu verstärkten Kontrollen auf. Beide Länder hatten Ende August eine stärkere Zusammenarbeit im Kampf gegen illegale Einwanderung vereinbart. Die zum Großteil aus Afrika stammenden Flüchtlinge reisen meist auf nicht hochseetauglichen Schiffen über das Mittelmeer, um in die Europäische Union zu gelangen.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat zum Kampf gegen die zunehmende Piraterie vor der Küste Somalias aufgerufen. Das höchste UN-Gremium verabschiedete in New York eine entsprechende Resolution. Darin heißt es, Piraten-Überfälle auf Handelsschiffe müssten mit 'allen notwenigen Mitteln' verhindert werden. Ausdrücklich erlaubte der Sicherheitsrat auch die Anwendung militärischer Gewalt. Erst Ende September hatten Piraten am Horn von Afrika einen ukrainischen Frachter mit zahlreichen Panzern an Bord gekapert. Die Seeräuber fordern ein Lösegeld von 20 Millionen Dollar.

MEXIKO-STADT: Vier Jahre nach seiner Flucht ist Guatemalas ehemaliger Präsident Alfonso Portillo von Mexiko in sein Heimatland abgeschoben worden. Das bestätigte die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft. Portillo hatte sich 2004 ins benachbarte Mexiko abgesetzt, nachdem in Guatemala seine Immunität aufgehoben worden war. Dem 57-jährigen Ex-Präsidenten wird unter anderem vorgeworfen, während seiner Amtszeit massiv öffentliche Gelder unterschlagen zu haben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vor allem im Norden viele Wolken und gebietsweise Regen, sonst auch längere sonnige Abschnitte und trocken. Höchstwerte 16 bis 21 Grad.

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